40 Jahre Marly-le-Roi - Leichlingen

Infoblatt Nr. 19 - Juni 2004

Jubiläumsausgabe

 

INHALT (Auszug)

Dankesschreiben des Bürgermeisters von Marly, Jean-Yves Perrot

SybilleSchmidt: Liebe Mitglieder und Freunde des Freundeskreises Marly

Termine

Persönliches

Aus unserer Partnerstadt

Le Toucan

Joseph Visy: Eine Freundschaft, fest wie ein Fels

Das Denkmal "L´Amitie - Freundschaft"

Festliche Tanzimpressionen

* * *

aus dem Dankesschreiben des Bürgermeisters von Marly, Jean-Yves Perrot

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
zurück in Marly, möchte ich mich im Namen der offiziellen Delegation und in meinem Namen sehr herzlich bedanken für den außergewöhnlichen Empfang, der uns zuteil wurde.

Wir waren außerordentlich beeindruckt, wie Sie es gemeistert haben, die ganze Bevölkerung von Leichlingen an den Festivitäten der "Französischen Woche" teilhaben zu lassen. Wir fühlten uns besonders geehrt, in allen Straßen Ihrer Stadt die Farben unseres Landes, blau-weiß-rot, wiederzufinden (Fahnen, Ballons, Schaufenster, Blumenanlagen...).
Ich möchte Ihnen auch danken für die Qualität der Organisation dieser vier Tage. Die offiziellen Zeremonien, die kulturellen Darbietungen und die Begegnungen mit der Bevölkerung haben sich abgewechselt und waren sehr bereichernd.
Ich bitte Sie, allen Mitgliedern des Freundeskreises zu danken für ihren Beitrag zum Gelingen dieses Wochenendes.... (übersetzt von S.Schmidt)

Kindergruppe der Gemeinschaftsgrundschule Büscherhof in den Farben der Tricolore bei Ihrem Konzert

In eigener Sache

Liebe Mitglieder und Freunde des Freundeskreises Marly,

das Jubiläumsjahr hält uns ganz schön auf Trab!
Am 7. März 2004 konnten wir uns bei der Medienausstellung in der Stadtbücherei (organisiert von B. Pflüger) an hand verschiedener Medien einen Eindruck verschaffen über Frankreich und die Franzosen (siehe Bericht). Ebenfalls im März hat uns der Film "Être et Avoir" einen wunderbaren Einblick gegeben in eine Dorfschule in der Auvergne mit seinen Kindern und dem einfühlsamen Lehrer.
Die Fotoausstellung von Peter Thönes im April in der Kreissparkasse hat uns schon ganz konkret auf den bevorstehenden Besuch und die Jubiläumsfeiern hingeführt und auch bei vielen Leichlingern Erinnerungen an frühere Begegnungen in Marly und das Interesse geweckt, an dem Fest teilzunehmen. Zu unserem Festabend in der Aula hatten wir 241 Gäste!
Wir hatten aus Marly noch weitere Gäste eingeladen, die in früheren Jahren sehr engagiert beim Aufbau der Städte-partnerschaft mitgewirkt haben. Sie bedau-erten, aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht an den Jubiläumsfeiern teilnehmen zu können. Ich möchte Sie ganz herzlich grüßen von: Mme Jean Béranger, M. André Roy, Mme Denise Motz, M. Pierre Cauchois, Mme Annette Jouvelot (geb.Picardel) und M. Pierre Francheterre.

Das Jubiläums- Programm hatte u.a. folgende Schwerpunkte:
- Festabend mit der feierlichen Erneuerung des Verbrüderungseides durch die beiden Bürgermeister
- Einweihung des Denkmals von Josef Visy und Berthold Welter und Übergabe durch Wicze Braun und Wolfgang Brudes an die Stadt
- Integration des Jubiläums-Programms in das Bürgerfest mit: "Le Toucan"- Künstlergruppe aus Marly; franz. Lieder und Tänze der Grundschule Büscherhof mit Ellen Lange; Europa-Quiz mit jungen französischen und deutschen Sportlerinnen und Sportlern
- Vernissage der Künstlerinnen Judy Biron und Danièle Decollonge
- Sportveranstaltungen der jungen Sportler-innen und Sportler

Vieles und viele haben dazu beitragen, dieses Jubiläum zu einem Erfolg werden zu lassen:
- die großzügige und tatkräftige finanzielle und ideelle Unterstützung durch unseren Bürgermeister Ernst Müller und die Stadt Leichlingen
- wesentliche finanzielle Unterstützungen durch die Sozial- und Sportstiftung der Kreissparkasse Köln und der Stadtspar-kasse Leichlingen, der Europäischen Union, private Spenden und die Anzeigen der Geschäftsleute in der Festschrift
- die beiden Künstler, die in zwei Wochen harter Arbeit das eindrucksvolle Denkmal "l'amitié/Freundschaft" geschaffen haben
- Wicze Braun und Wolfgang Brudes, die ihre Ideen auf dem Kunstsektor mit großem Engagement ungesetzt haben und durch die Übergabe des Kunstwerkes an die Stadt ein eindrucksvolles Zeugnis der "Freundschaft" gestiftet haben
- Ute Gerhards vom Presseamt der Stadt Leichlingen, die das "Bürgerfest" in einem fröhlichen deutsch-französischen Rahmen organisierte, der unsere Gäste aus Marly sehr angesprochen hat
- Heidrun Glage vom Rathaus, mit der eine ausgezeichnete Zusammenarbeit gepflegt wurde
- die Geschäftsleute von Leichlingen, die mit wirklich kreativen und ausgefallenen Dekorationen unsere Gäste willkommen hießen
- das "Kreativ-Team" des Marly-Club mit Renate Sander, Evi Pohle, Beate Binyusof, Basilisse Pflüger, Heidrun Glage, Wicze Braun u. Wolfgang Brudes, Ute Gerhards, Dr. Hermann Brandl, Sabine Eigen, Friederike Wohlfahrt, Hartmut und Sybille Schmidt. Gemeinsam wurde in vielen Sitzungen Ideen gesammelt, diskutiert und umgesetzt. Dies betrifft sowohl das Programm für die Festtage wie die Planungen für das "Französische Jahr".
- Renate Sander, die den größten Teil der Blumen in den französischen Farben kunstvoll aus Papier angefertigt hat, mit denen wir die große Aula festlich ausschmücken konnten
- die Gastgeberinnen und Gastgeber, die unsere Freunde aus Marly herzlich bei sich aufgenommen und dafür gesorgt haben, dass sie sich in Leichlingen "fast wie zu Hause" fühlten
- Mitglieder und Freunde des Freundeskreises Marly, die die Hotelgäste zu Mahlzeiten eingeladen bzw. ausgeführt haben
Unser 40jähriges Jubiläum war ein Ereignis, das wir gemeinsam vorbereitet und durchgeführt haben. Die Städte-partnerschaft mit Marly bedeutet uns sehr viel. Die freundschaftlichen Bindungen mit unseren französischen Nachbarn haben uns bereichert. Wir möchten diese Partner-schaft und Freundschaft weiterhin erhal-ten, stärken und fördern. Die Feiern zum Jubiläum und die feierliche Erneuerung des Verbrüderungseides der beiden Bürger-meister sowie die Begeisterung der Teil-nehmer sind eine gute Grundlage für die Fortsetzung unserer freundschaftlichen Beziehungen.Ihnen allen ganz herzlichen Dank für Ihre aktive Mitwirkung!
Im Namen aller Leserinnen und Leser möchte ich einen ganz herzlichen Dank aussprechen an Basilisse Pflüger für diese besonders schöne und umfangreiche Jubiläumsausgabe des Info-Blattes. Wir freuen uns sehr, alle Ereignisse der Jubiäumsfeiern noch einmal nachvollziehen, bzw. in einigen Fällen überhaupt nachträglich miterleben zu können. Das Ansprechen der Autor/innen, Eingeben der handgeschriebenen Texte in den Computer, Übersetzungen, Zusam-menstellung, Formatierung, Versenden etc. - das alles erfordert sehr viel Gedan-kenarbeit, Engagement und Zeitaufwand. Un très grand merçi, chère Basilisse!
Bitte beachten Sie unsere weiteren interessanten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Ihre Sybille Schmidt

Termine

7. Juli: 19Uhr Chansonabend im Bürgerhaus
16. Juli: 18.30 Uhr "Lesezeichen im SinnesWald": Bürger aus Leichlingen und Marly lesen Literatur zum Thema "Freundschaft in einer erweiterten Welt". Eine Veranstaltung der Spinnerei BraunBrudes, des Fördervereins und der Stadtbücherei Leichlingen
26. - 29. August: Besuch aus Marly mit gemeinsamen Ausflügen in die Umgebung
29. August - 3. September: deutsch-französische Gemeinschaftsreise in den Harz
11. September bitte vormerken: Herbstausflug mit Mitgliedern der Fördervereine Henley und Funchal, diesmal unter der Regie des Henley-Clubs. Einladungen folgen bald.
18./19. September: Stadtfest; im Jubiläumsjahr wollen wir einen besonders schönen Stand kreieren und wie immer mit leckeren Angeboten aufwarten. Bitte helfen Sie mit!

Zur nächsten Veranstaltung:
Französischer Chansonabend mit Jean-Claude SÉFÉRIAN

Am 7. Juli 2004 um 19 Uhr
Im Weyermann-Saal / Bürgerhaus,
Am Hammer 10, 42799 Leichlingen
Einlaß: 18.30 Uhr

Aus Anlaß der 40jährigen Städtepartnersschaft zwischen Leichlingen und Marly-le-Roi und im Rahmen des Frankreich-Jahres in Leichlingen veranstaltet der Freundeskreis Marly-le-Roi gemeinsam mit der Volkshochschule Bergisch Land einen Chansonabend mit dem bekannten französischen Sänger Jean-Claude Séférian.
" Eine Sünde wäre es gewesen, wäre ein Mann wie J-C. Séférian nicht Chansonsänger geworden ", schrieb einmal der Westfälische Anzeiger über den Künstler.
Jean-Claude Séférian studierte klassische Musik im Fach Klavier in Nizza und dann in Münster, wo er seitdem lebt. Seine Tourneen führen ihn durch ganz Deutschland und Frankreich. Der Sänger mit der rauchigen Stimme, die von zart bis kraftvoll changieren kann, begeistert sein Publikum immer wieder mit seiner Ausstrahlung und seiner Ausdruckskraft. Von sich selbst sagte er
einmal, er fühle sich wie "neugeboren", wenn er singt.
Als Interpret von Jacques Brel war J-C.Séférian zu Gast beim größten Brel-Festival in Frankreich und auf dem Schlesswig-Holstein-Musikfestival 1999.
Jean-Claude Séférian führt uns an dem Abend musikalisch durch das letzte Jahrhundert und interpretiert nicht nur das klassisch-französische Chanson eines Jacques Brel oder Georges Brassens, sondern wirft für uns einen Blick zurück auf die Entwicklung des Chanson, um dann mit eigenen Kompositionen abzuschließen.
Begleitet wird er dabei von seiner Frau Christiane Rieger-Séférian am Klavier und von Piotr Rangno am Akkordeon.

Karten: 10 Eur. / 7,50 Eur.
Vorverkauf:
- Frau S. Schmidt, 02175 - 73172
- Frau B. Pflüger, 02175 - 71186
- VHS, am Hammer 10, Bürgerhaus
- Buchhandlung Langen, Brückenstr.18, Leichlingen
- VHS-Zentrale, 02196 - 94704-15
www.vhs-bergisch-land.de
- Informationstelle/Rathaus, Büscherhof 1
- Abendkasse

Persönliches:
Am 5. März 2004 wurde Helga Neubert 80 Jahre. Wir wünschen ihr alles Gute, Gesundheit und weiterhin viel Vitalität.

Am 13. April 2004 wurde Matthias Carpentier 80 Jahre. Wir alle gratulieren ihm sehr herzlich und sind dankbar für die gute Seniorenbetreuung in Leichlingen und die wunderschönen deutsch-französischen Reisen, die er von 1996 - 2001 organisiert hat. Möge er nun seinen "Ruhestand" in Gesundheit genießen.

Am 18. April wurde unser Mann mit der schönen Stimme, Jo Goffart, 75 Jahre alt. Wir wünschen ihm ein schönes neues Lebensjahr in Gesundheit und Zufriedenheit.

Am 18. Mai wurde der jüngste dieser Geburtstagsrunde 60 Jahre alt: Reinhard Walbert. Dank seines Einsatzes mit Französischkursen können sich viele Senioren mit den Marlychois austauschen. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin geistige Fitness!

Nachruf
Unser Mitglied Lisbeth Elspas ist am 31. Mai2004 im gesegneten Alter von 92Jahren verstorben. Mit ihr verlässt uns ein Mitglied der Seniorengruppe des Freundeskreises. Wir verlieren mit Lisbeth Elspas eine Frau, die seit mehr als 30 Jahren unserm Verein die Treue gehalten hat. Bis ins hohe Alter hat sie aktiv in unsern Reihen vorbildlich mitgewirkt und trotz ihrer altersbedingten Einschränkungen an vielen Veranstaltungen und Reisen teilgenommen. Sie hat in Leichlingen und auch in Marly le Roi sehr viele Freundschaften geschlossen und gepflegt. Liebe Lisbeth, du wirst in Gedanken immer in unserer Mitte sein.
Matthias Carpentier

Aus unserer Partnerstadt

Marly, le 28 mai 2004


De retour de Leichlingen :
J'ai aimé l'accueil chaleureux de nos hôtes et de tous les organisateurs.
J'ai aimé les sourires de Berthold Welter et Josef Wisy inaugurant ensemble leur sculpture commune.
J'ai aimé la cravate que Bertold Welter portait à cette occasion.
J'ai aimé les explications du guide pendant la visite en car de Leichlingen.
J'ai aimé découvrir les artistes du Toucan dans le Parc des sculptures.
J'ai aimé l'atmosphère de ce parc et les oeuvres qui y sont présentées.
J'ai aimé manger des saucisses et boire de la bière devant la chorale des enfants allemands chantant et mimant "Alouette".

Bref, je ne sais pas ce que je n'ai pas aimé!

Annie Travassac
Zurück aus Leichlingen:
Ich mochte den warmherzigen Empfang unserer Gastgeber und aller Organisatoren.
Ich mochte Berthold Welters und Joseph Visys Lächeln bei der Einweihung ihrer gemeinsamen Skulptur.
Ich mochte Berthold Welters Krawatte, die er bei dieser Gelegenheit trug.
Ich mochte die Erläuterungen des Führers während der Stadtrundfahrt durch Leichlingen.
Ich mochte die Künstler von Le Toucan im Skulpturenpark.
Ich mochte es, Würstchen zu essen und Bier zu trinken vor dem deutschen Kinderchor, der "Alouette" sang und darstellte.
Kurz, ich weiß nicht, was ich nicht gemocht habe!
Annie Travassac (übersetzt von B Pflüger)


Le Toucan (1)

En 1965, c'était mon premier séjour chez Wiecze . J'avais quinze ans et le mark valait 1,25F . ...sur la place, en ville, il y avait un marchand qui vendait des glaces pas chères. La vie était bon marché pour les Français. Lorsque j'entrais chez les commerçants, ils souriaient en disant: "vous venez de Marly ?". C'était amical et surprenant.
Nombre d'années plus tard, le mark frôlait les trois francs. J'achetais un peu moins de glaces , qui étaient beaucoup plus chères , mais les commerçants me posaient toujours la même question avec le même sourire sympathique.
Depuis l'euro , j'ai abandonné les glaces pour la bière (un peu avant même je crois), mais si une chose n'a pas changé, c'est bien l'accueil! Si j'avais une chose à dire sur ce dernier séjour à Leichlingen , elle serait dans la continuité et la logique de ces quarante dernières années: accueil et amité .
Accueil en mairie , simple et rafraichissant (avant tout discours); accueil dans cette grande salle des fêtes pavoisée aux couleurs exclusives de la France, amitié avec ces très jeunes enfants entonnant des chansons du repertoire traditionnel Français: démonstrations simples et chaleureuses d'une réelle amitié entre deux villes (deux peuples).

Car ne nous y trompons pas. L'histoire et l'amitié entre Leichlingen et Marly le roi dépassent largement le cadre de nos deux villes. Elles vont à l'essentiel et rapprochent nos cultures. C'est bien là l'essentiel. Nous sommes en effet heureux et fiers d'avoir participé à un échange qui ne fut pas seulement formel, mais aussi artistique et festif. Nous avons apporté notre modeste contribution à ce qui fut une si belle fête. Par ces témoignages d'amitié, par cet accueil émouvant, la fête de votre ville est aussi devenue notre fête, soyez-en remerciés.
Thierry Carpentier


Le Toucan (Übersetzung von B. Pflüger)

Im Jahre 1965 war mein erster Besuch bei Wicze. Ich war 15 Jahre alt und die D-Mark 1,25 Francs wert ... auf dem Platz in der Stadt verkaufte ein Mann Eis, das nicht teuer war. Das Leben war preiswert für die Franzosen. Wenn ich in die Läden kam, lächelte man mich an und fragte: " Sind Sie aus Marly?". Es war freundlich und überraschend zugleich.
Etliche Jahre später lag die D-Mark bei 3 Francs. Ich kaufte ein bisschen weniger Eis, das viel teurer geworden war, die Händler aber stellten mir die gleiche Frage mit dem gleichen sympathischen Lächeln.
Seit dem Euro habe ich das Eis zugunsten des Biers aufgegeben (schon etwas früher, glaube ich), eins ist aber gleich geblieben - das Willkommen! Wenn ich etwas über diesen letzten Aufenthalt sagen sollte, wäre es in der Kontinuität und der Logik dieser vergangenen vierzig Jahre: Willkommen und Freundschaft.
Empfang im Rathaus, einfach und erfrischend (vor den Reden), Empfang in diesem großen, in den französischen Farben geschmückten Saal, Freundschaft mit diesen sehr jungen Kindern, die Lieder aus dem traditionellen französischen Repertoire anstimmten: einfache und warmherzige Bekundungen einer echten Freundschaft zwischen zwei Städten (zwei Völkern).

Es gibt kein Vertun! Geschichte und Freundschaft zwischen Leichlingen und Marly gehen weit über den Rahmen unserer Städte hinaus. Sie gehen ans Wesentliche und bringen unsere Kulturen einander näher. Und darauf kommt es an. Wir sind in der Tat glücklich und stolz, an einem Austausch teilgenommen zu haben, der nicht auf Formen beschränkte, sondern auch von Kunst und ausgelassenem Feiern geprägt war.
Wir haben zu diesem wunderschönen Fest unseren bescheidenen Beitrag gebracht. Durch diese Zeichen der Freundschaft, diesen bewegenden Empfang ist Euer Bürgerfest auch unser Fest geworden, seid dafür bedankt.
Thierry Carpentier

UNE AMITIE SOLIDE COMME UN ROC (1)
J'ai vécu une expérience enrichissante professionnellement et aussi humainement avec Berthold Welter à l'occasion de la réalisation de la sculpture "AMITIE" pour le 40eme anniversaire du jumelage.
Ces journées ont été très agréables en avril dernier à Bauhof, malgré le travail physiquement difficile. A travers nos parcours professionnels nous avons déjà eu l'occasion de nous familiariser avec la pierre et de maîtriser la taille. Nous avons réussi à surmonter notre individualisme sans avoir abandonné notre personnalité et à faire un " jumelage " de notre esprit en réagissant comme une seule personne.
Derrière nous toute la ville s'était mobilisée et nous avait encouragé dans notre travail. --- Les initiateurs et les financeurs de ce projet : Wicze Braun et Wolfgang Brudes.
--- L'équipe de Bauhof, toujours prêt à nous aider.
---Les meilleurs cuisiniers de Leichlingen, qui nous ont apporté chaque jour leurs chefs d'oeuvres pour nous donner les forces.
--- Anita la femme de Berthold qui nous a logé avec sa famille dans son foyer de " PUB ".
--- Les curieux et les personnes qui ont étérnisé cet événement avec leur caméra.
Je vous remercie tous. Je suis content d'avoir passé ces moments agréables et d'avoir pu participer à cette chaîne d'amitié et d'amour qui a commencé il y a juste quarante ans.
Joseph Visy

Eine Freundschaft, fest wie ein Fels
Ich habe mit Berthold Welter eine beruflich und menschlich bereichernde Erfahrung gemacht, als wir zum 40jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft gemeinsam eine Skulptur namens "Amitié/ Freundschaft" erschaffen haben.
Wir haben dazu im April sehr angenehme Tage im Bauhof verbracht, trotz schwerer körperlicher Arbeit. In unserem Berufsleben hatten wir schon Gelegenheit gehabt, uns mit dem Umgang mit Stein vertraut zu machen und dessen Größe zu beherrschen. Es ist uns gelungen, unsere Individualität zu überwinden, ohne unsere Persönlichkeit aufzugeben, und eine geistige "Partnerschaft" einzugehen, indem wir wie eine einzige Person handelten.
Die ganze Stadt hat sich hinter uns gestellt und uns in unserer Arbeit gestärkt.
---Die Initiatoren und Träger des Projekts: Wicze Braun und Wolfgang Brudes.
---Die Mannschaft vom Bauhof, jederzeit bereit uns zu helfen.
---Die besten Köche von Leichlingen, die uns jeden Tag ein köstliches Mahl vorbeigebracht haben.
--- Anita, Bertholds Frau, die uns mit ihrer Familie in ihrem "PUB" beherbergt hat.
---Die Neugierigen und diejenigen, die das Ereignis mit ihrer Kamera verewigt haben.
Ich danke Euch allen. Ich freue mich, diese schönen Augenblicke erlebt zu haben und an dieser Kette von Freundschaft und Liebe mitgewirkt zu haben, die vor genau 40 Jahren ihren Anfang fand.
Joseph Visy (übersetzt von B Pflüger)

IMPRESSIONS MUSICALES A LEICHLINGEN, 20-23 Mai 2004

Pour le 40e anniversaire du jumelage entre Marly le Roi et Leichlingen, les Allemands ont accueilli leurs hôtes français par de nombreux signes visibles d'amitié entre nos deux pays : dans la cité, les couleurs de notre drapeau étaient à l'honneur et se déclinaient en de multiples variations. Drapeaux, fanions et banderoles dans les rues et aux magasins, parterres de fleurs aux carrefours et aux ronds-points, rubans tricolores posés en travers des tables autour desquelles nous déjeunions, fleurs de papier crépon décoratives dans la salle des fêtes: c'étaient autant de clins d'œil amicaux à la France qui nous allèrent droit au cœur.
A cet accueil chaleureux, les symboles musicaux faisaient écho sous plusieurs formes. Le vendredi 21 mai, le Gemein-schaft Leichlinger Männerchöre inaugur-ait la sculpture de Josef Visy et Berthold Welter: joie pour nous, Français, d'entendre un groupe de chanteurs uniquement masculins, chose rarissime chez nous! Ce chœur d'hommes à quatre voix regroupait cinq ensembles vocaux de Leichlingen et des environs (Oberschmitte, Bennert, Metzholz, Herscheid), dirigé par Heinrich Witprächtiger. Il se produit régulièrement, à l'occasion d'événements importants de la ville. Pour les quarante ans du jumelage entre Marly le Roi et Leichlingen, il chanta le 21 mai, devant la sculpture qui incarne l'amitié entre nos deux pays, et le samedi 22, au cours de la fête de la ville. Le programme comprenait, dans une polyphonie a cappella, des cantiques allemands, parmi lesquels l'Hymne européen. C'était harmonieux et bien adapté aux circonstances.
Lors de la soirée festive, le même jour, nous eûmes droit à un récital de chant et piano, en deux parties, entrecoupé des discours officiels. La cantatrice Sonja Gellert et le pianiste Georg Schneider, d'un niveau remarquable, nous ont régalés, en première partie, de mélodies françaises de Gabriel Fauré (Notre amour, Chanson d'amour, Fleur jetée, Clair de lune, Nocturne). Ce grand compositeur français, né en 1845 et mort en 1924, donna au genre " mélodie " ses plus grands titres, et se distingue dans la subtile alliance entre poésie et musique, réalisée par une écriture vocale à la fois recherchée et retenue, et un langage pianistique raffiné, d'un extrême richesse.
La seconde partie était composée d'extraits d'opérettes allemandes ("Du sollst der Kaiser meiner Seele sein", dans Der Favorit de Robert Stolz; "Bei dir war es immer so schön", dans Anita und der Teufel de Theo Mackeben) ; un chant allemand de Friedrich Holländer et deux extraits de musiques film, de Ralph Benatzky et Michael Jary, venaient compléter ce concert.
Deux styles différents pour marquer l'amitié entre musique française et musique allemande. Je reste sous le charme de cette voix séraphique, parfaitement en osmose avec le pianiste, dans une totale complémentarité. Harmonie et complicité habitaient les deux protagonistes.
Le 22 mai, lors de la fête de la ville, diverses manifestations musicales ponctuèrent la journée. Les groupes Parisoleil, Chor Color, Frauenchor, John C. Marshall Quartett, Gospelchor, Gemeinschaft Leichlinger Männerchöre, Dads'Army, Köbes Underground, intervinrent successivement, du matin jusqu'au soir.
Le samedi matin, le trio Parisoleil, constitué de Sabine Kühlich (chant), Ruth-Maria Kosov (violon) et Matthieu Pallas (accordéon), interpréta des chansons françaises de Gilbert Bécaut (La vie en rose, Indifférence) et de Jacques Brel, tantôt dans la version avec la voix, tantôt dans un arrangement instrumental. C'était plein de dynamisme et d'enthousiasme.
Un chœur lui succéda, le Chor color, fondé en 2002 et dirigé par Gaby Mühlbauer, avec un répertoire de styles divers. J'ai le souvenir d'un menuet pour clavecin de J.S.Bach, extrait du Petit Livre pour Anna Magdalena Bach, transposé pour polyphonie vocale, avec une aisance remarquable.
Le dernier moment musical de ce séjour fut, le dimanche matin, la prestation d'un quatuor de vents: Holger Koslowski (hautbois), Robert Pick (clarinette), Bernd Knobel (cor), Arndt Franzen (basson). Il joua les trois mouvements du Bläserquartett en Mi bémol Majeur de Karl Stamitz (1746-1801), en alternance avec les discours des maires Ernst Müller et Jean-Yves Perrot et avec la présentation de Wicze Braun et Wolfgang Brudes. La musique de Karl Stamitz, compositeur de l'Ecole de Mannheim, dont le fameux orchestre fut fondé par son père Johann en 1743, introduisait agréablement les spectateurs à l'exposition de sculpture et de peinture de Danielle Decollonge et Judy Biron. Ce quatuor, d'un niveau moins professionnel que la cantatrice Sonja Gellert et le pianiste Georg Schneider, valorisait néanmoins par les sons le beau cadre du Bürgerhaus, où nous nous trouvions.
En somme, nos amis de Leichlingen nous ont permis d'entendre un éventail de musiques aux styles variés, avec l'objectif de mettre la culture française en valeur. Nous remercions vivement les musiciens de leur sympathie et de leur courtoisie envers leurs invités marlychois.
Pascale Lanquest

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MUSIKALISCHER AUFENTHALT IN LEICHLINGEN im Mai 2004
Zum 40ten Geburtstag der Partnerschaft zwischen Marly le Roi und Leichlingen haben die Deutschen ihre französischen Gäste empfangen und ihnen ihre Freundschaft mit zahlreichen Zeichen erwiesen. Überall in der Stadt waren die drei Farben Frankreichs zu sehen : draußen flatterten Blau, Weiß und Rot mit den Fahnen und den Wimpeln, blüheten mit den Blumen an den Straßen und den Geschäften, an den Straßenkreuzungen so wie auf den Plätzen ; drinnen erwarteten uns auch unsere nationalen Farben mit den Bänden auf den Tischen, mit der hübschen Dekoration an den Wänden. Überall wurden wir immer wieder von allen diesen freundlichen Aufmerksam-keiten tief gerührt.
Um dieses Ereignis zu feiern fanden zahlreiche Musikkonzerte statt.
Zuerst, am 21. Mai, als die Skulptur von Josef Vizy une Berthold Welter enthüllt wurde, die den freundlichen Bund zwischen unseren beiden Ländern symbolisiert, haben wir eine für uns äußerst seltene Gelegenheit genieBen können, indem wir die Gemeinschaft Leichlinger Männerchöre hörten. Männerchöre sind in der Tat in Frankreich kaum zu finden. Heinrich Witprächtiger dirigierte diese Chöre von der Stadt Leichlingen und der Umgebung.
Am Programm waren eine Polyphonie a cappella, deutsche Kirchengesänge und die europäische Hymne. Es war hervorragend, klang voll Harmonie und entsprach so ausgezeichnet den äußerlichen Umständen.
Darauf beim feierlichen Abendessen sang für uns die Sängerin Sonja Gellert, die mit dem Klavierspieler Georg Schneider begleitet wurde. Das Niveau war bewundernswert.
Die Wahl war hier wieder vortrefflich und für uns zuvorkommend: französische Lieder von Gabriel Fauré ( 1845 - 1924 ) zeigten den deutschen Zuhörern, daß die deutsche Liederkunst auch in Frankreich beliebt ist: "Unsere Liebe, Liebeslied, Geworfene Blume, Mondschein, Nacht-musik" wurden meisterhaft interpretiert und es war für uns eine wirkliche Wonne.
Dann kamen verschiedene Ausschnitte aus deutschen modernen Operetten von Robert Stolz und Theo Mackeben, ein deutsches Lied von Friedrich Holländer und schließlich zwei Stücke von Ralph Benatzky und Michael Jary. Alle Musiker bekamen großen Erfolg.
Diese ausgezeichnete Auswahl hat den Franzosen die angenehme Möglichkeit gegeben, die heutige deutsche Musik kennen zu lernen und zu schätzen.
Es bleibt uns eine herrliche Erinnerung an diesen kunstvollen vornehmen Abend.
Am 22. Mai gab es den ganzen Tag noch mannigfältige Konzerte mit verschiedenen Gruppen, wo jede bemerkenswerter war als die andere : Parisoleil, Chor Color, Frauenchor, John C. Marshall Quartett, Gospelchor, Wieder Gemeinschaft Leichlingen Männerchöre, Dad's Army, Köbes Underground. Dabei wurden auch die beliebten Jacques Brel und Gilbert Bécaud nicht vergessen.
Alle diese Gruppen haben uns mit ihrem Schwung, ihrer Begeisterung und ihrem Wert sehr imponiert.
Am Sonntag Morgen fand das letzte Musikereignis des Aufenhalts mit mehreren Veranstaltungen statt, zwischen denen ein Windquartett, wo Holger Koslowsky an der Oboe, Robert Pick an der Klarinette, Bernd Knobel am Horn und Arndt Franzen am Fagott das Bläserquartett in Es Dur von Karl Stamitz (1764- 1801) spielten. In Abwechslung haben auch die beiden Bürgermeister, Ernst Müller und Jean-Yves Perrot ihre Reden gehalten.
Nach diesen drei Tagen bleiben wir von der künstlerischen Qualität unserer deutschen Nachbarn sehr beeindruckt und von der Liebenswürdigkeit so wie der Warmherzigkeit ihres Empfangs besonders tief gerührt.
Wir bedanken uns vom ganzen Herzen für den unvergesslichen Aufenthalt in Leichlingen und freuen uns auf den nächsten Austausch in Frankreich.
Pascale Lanquest (übersetzt in Marly)

Unsere Mitglieder berichten

Ausstellungen Stadtbücherei und Fotoausstellung Kreissparkasse

Das Jahr 2004, das im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Marly le Roi und Leichlingen zum französischen Jahr wird, nimmt seinen Fortgang. Nach dem gelungenen Neujahrsempfang folgt vom 7. bis 21.März in der Leichlinger Stadtbücherei die Aus-stellung: "Frankreich und die Franzosen zum Hören, Sehen und Lesen".
Es ist ein schöner Sonntagvormittag, den wir erleben dürfen. Zur Einstimmung singen die Schüler der Grundschule Büscherhof , alle in "bleu, blanc, rouge" gekleidet, französische Volkslieder. Man denkt, es sind lauter kleine Französinnen und Franzosen, so gut haben sie die Texte einstudiert.
Danach wird die Ausstellung eröffnet. Den Rahmen bildet das Gitarren-Kontrabass - Duo Laurent Chevalier und Leo Despineux, die mit ihrer mitreißenden Musik die anwesenden Leichlinger Gäste für zwei Stunden zu Franzosen werden lassen, so begeistert singen sie die zauber-haften Chansons mit, deren Texte sie auf mitgelieferten "Spickzetteln" ablesen können.
Natürlich werden auch ein paar Reden gehalten, die uns in das Thema der Ausstellung einführen.
In erster Linie ist die Initiative für diese eindrucksvolle Ausstellung Basilisse Pflüger zu verdanken, die in Zusammen-arbeit mit dem Institut Francais in Düsseldorf dafür gesorgt hat, dass der Besucher einen hervorragenden Überblick über weite Teile des französischen Kultur-lebens gewinnt. Literatur, Film, Musik sind die Schwerpunkte. Von Filmen mit Simone Signoret , CD's mit französischem Rap, Bandes Dessinées , Fabel, bis hin zu einer reichen Sammlung an französischer Literatur kann man auswählen und ausleihen.
Aber auch Leichlinger Firmen haben zum Gelingen beigetragen, so zum Beispiel die Firma Clemen, die einen Fernseher zum Betrachten der französischen Filme während der Ausstellung zur Verfügung stellt.
Nicht vergessen sollte man aber auch das leckere Buffet, das neben der geistigen Nahrung für die des Leibes sorgt Bei einem Glas Rotwein kann man sich schon wie auf einer Vernissage in Paris fühlen.
Als Nachspann zu dieser Ausstellung hat am 22.März Bernd-Dieter Ferrari, Leiter der Leichlinger Hauptschule, sein interessantes Hobby, das Sammeln französischer "Bandes Dessinées", vorge-stellt. Er zeigt, welche bedeutende Rolle die Comics im französischen Leben spielen.
Nach diesem Höhepunkt im März folgt dann im April die Fotoausstellung über 40 Jahre Städtepartnerschaft Marly le Roi und Leichlingen in den Geschäftsräumen der Kreissparkasse Köln.
Peter Thönes ist es gelungen, die Geschichte der Verbundenheit dieser beiden Städte in Frankreich und Deutschland während der vergangenen 4 Jahrzehnte eindrucksvoll zu dokumen-tieren. Die Ergebnisse seine Recherchen, bei denen er zusammen mit Heidrun Glage etwa 2000 Fotos des Archivs im Rathaus durchforstet hat, und natürlich seine eigenen Arbeiten, wurden zu einem eindrucks-vollen Mosaik zusammenge-stellt, das zu betrachten Freude macht.
Bürgermeister Ernst Müller und Helmut Kalms von der Kreissparkasse Köln, sowie Sybille Schmidt vom Freundeskreis Marly machen denn auch zu Recht auf die gelungene Dokumentation der Verbundenheit unserer beiden Städte aufmerksam. Als Besucher freut man sich über die vielen Erinnerungen, die beim Betrachten der Fotos geweckt werden und erwartet mit Vorfreude die weiteren Ereignisses dieses deutsch/französischen Jahres, die im Monat Mai ihrem Höhepunkt zusteuern.
Hermann Brandl

Statistische Anmerkungen zur Medienausstellung
Von den 239 ausleihbaren Medien gab es 65 Ausleihen in den zwei Wochen der Ausstellungsdauer.
65 von 239 sind fast 27%, oder 13,5% umgerechnet auf eine Woche. Hochgerechnet auf ein Jahr von 52 Wochen ergibt das 13,5 x 52 = 702 %, das heißt, es wäre jedes Medium im Schnitt 7 mal/ Jahr ausgeliehen worden.
Zum Vergleich: laut Statistik der Stadtbücherei (Lokale Informationen v. 24. März 2004) wurde jedes Medium in der Bücherei im Jahr 2003 6,8 mal ausgeliehen.
Damit lag unsere Ausstellung in der gleichen Höhe wie die Stadtbücherei - ein schöner Erfolg für fremdsprachige Medien, zumal bei der Ausleihe 15 Eur für die Bücherei-Mitgliedskarte erhoben wurden.
B P

Rezension zur Filmvorführung "Etre et Avoir" am 28.3.2004 im evang. Gemeindehaus.
Was empfindet ein deutscher Lehrer (Sekundarstufe, großstadtgewöhnt), wenn er Nicolas Philiberts Film über eine Dorfschule in der Auvergne sieht?
Die einklassige Grundschule stellt zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen Anachronismus dar: Da ist der Schulbus, der im Winter über vereiste Straßen Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren zur Schule bringt, da sind zwei Schildkröten, die im noch leeren Klassenraum auf Futtersuche gehen, da gibt es einen Lehrer für ca. fünfzehn Schüler, da wird später, im Hochsommer, Unterricht im Grünen abgehalten, unter Bäumen, mit Schul-tischen und -stühlen, da herrschen ein-fachste Lebensverhältnisse -alles mutet an wie aus einer anderen, vergangenen Welt.
Und an all diesem wäre nichts unbedingt Verfilmenswertes zu finden, gäbe es da nicht den Lehrer Lopez: Mitte 50 - offensichtlich Junggeselle - der völlig in seinem Beruf aufgeht.
Liebevoll bereitet er Unterrichtsmaterialien vor und legt sie auf den Schülertischen zurecht. Freundschaftlich empfängt er seine Schüler an der Schultür.
In zwei Gruppen erarbeiten die Kleinen und die Großen ihren Stoff - Binnendifferenzierung als Normalfall. Sachlich werden Unterrichtsergebnisse mit der Lerngruppe besprochen: kein Schüler wird mit Worten niedergemacht, nichts wird beschönigt.
Gänzlich unsentimental besteht Lehrer Lopez darauf, dass Vereinbarungen eingehalten werden, auch bei den ganz Kleinen. Ruhig setzt er sich mit zwei Streithähnen hin, hält Verweigerung-shaltungen aus und gelangt schließlich zur Versöhnung.
Fazit: Lehrer Lopez schafft es, seinen Schülern freundlich und konsequent zu begegnen; er sorgt sich um sie, ist ihnen zuverlässiger Begleiter beim Lernen und Reifen, aber auf völlig unsentimentale Weise.
Ich unterrichte an einem Solinger Gymnasium - dort ist naturgemäß vieles anders als in dieser Dorfschule in der Auvergne. Aber das eine habe ich aus diesem Film mitgenommen: Ich weiß einmal mehr, warum es sich auch heute noch lohnt, Lehrer zu werden.
Danke an die Leichlinger Amicale und die evangelische Kirchengemeinde, die diese Vorführung möglich gemacht haben.
Und wen's interessiert: Ich bin über den deutsch-französischen Freundeskreis in Leichlingens Nachbarstadt Solingen, die wiederum mit der hübschen burgundischen Stadt Chalon-sur-Saône liiert ist, auf die Vorführung des Films aufmerksam gemacht worden.
Hans-Walter Nagel


L´Amitie - Freundschaft (2)
Ein Denkmal ist entstanden aus Anlass einer 40 jährigen Partnerschaft zwischen zwei Städten.
Aber wie kann eine Partnerschaft zwischen zwei Städten bestehen, wo doch die Städte eigentlich nur Orte sind, in denen es Häuser, Straßen, Plätze, Schulen, Geschäfte etc. gibt.
Der Begriff der Partnerschaft impliziert die Beteiligung von Menschen. Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschied-licher Sprache und auch vielleicht unterschiedlicher Kultur begegnen sich.
Um diese Begegnung zu ermöglichen bedarf es engagierter Menschen, die Kontakte und Situationen herstellen, in denen Begegnung möglich wird.
Eine dieser hergestellten Situationen war die Idee von Braun und Brudes, ein gemeinsames Denkmal zu schaffen. Mit der Initiierung dieser Idee haben sie einen Raum der Begegnung geschaffen. Dieser Raum wurde reichlich genutzt. Viele Leichlinger Bürger haben die Entstehung begleitet und mit erlebt.
Mein Freund und Kollege Joseph als auch meine Wenigkeit haben Tage fruchtbarer Zusammenarbeit erlebt. Wir haben nicht nur zusammen am Stein gearbeitet. Etliche Gespräche und Diskussionen über die Form des konkreten Denkmals als auch über den Sinn und Zweck von Denkmälern und Kunst im Allgemeinen waren wichtige Themen neben der Arbeit am Stein.

Die gemeinsame Arbeit als auch die vielen Gespräche, die geführt wurden, stellen den eigentlichen Sinn der Partnerschaft dar. Daß ein ästhetisches und symbolträchtiges Kunstwerk fast nebenbei entstanden ist, schmälert die Qualität und den Ausdruck des Kunstwerkes nicht im Geringsten.
Ich wünsche vielen Menschen im wachsenden Europa, daß sie Situationen erleben dürfen in denen eine so dichte Begegnung möglich wird wie sie uns beiden Bildhauern möglich wurde. Wie immer der Ausgang dieser Begegnung sein mag, eine große Erfahrung bleibt allemal, und die sollte das Experiment einer Begegnung wert sein.
Für die sehr positive Erfahrung die ich machen durfte, möchte ich an dieser Stelle ALLEN danken, die, in welcher Weise auch immer, zum Gelingen des Projektes beigetragen haben.

Berthold Welter

"L'amitié - Freundschaft" (3)
heißt das Denkmal zum 40-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Marly-Le-Roi, das am 21. Mai 2004 feierlich auf dem Kreisel Germaniabad enthüllt und eingeweiht worden ist.
Wir gratulieren den beiden Künstlern Joseph Visy und Berthold Welter für die hervorragende Gemeinschaftsleistung und gleichzeitig sagen wir ihnen herzlichen Dank.
Nach unserer Kenntnis ist das Projekt einzigartig auf dem Felde der Städtepartnerschaften.
In einem 10-tägigen Workshop haben zwei Künstler aus Ländern, zwischen denen eine lange Erbfeindschaft bestand, gemeinsam ein Sinnbild der Freundschaft geschaffen. Aus einem 6 to schweren Sandstein-Quader meißelten sie diese symbolträchtige Reißverschluss-Skulptur heraus. Kann es einen schöneren Weg geben als ein gemeinsames Tun ?
Die Idee zu diesem Denkmal ist entstanden aus unserer Affinität zu Frankreich, der Liebe zur Kunst und unserem Geschichtsbewusstsein. Wir verstehen das Denkmal als eine Geste der Dankbarkeit. Dankbar dafür, dass wir mit unseren Nachbarvölkern, insbesondere mit Frankreich, seit fast 60 Jahren friedlich, ja freundschaftlich zusammen leben.
Die Idee zu diesem Denkmal ist auch erwachsen aus dem Künstleraustausch im Rahmen der Bürgerreisen, den wir 1999 zusammen mit Mme. Marie Jaqueline Tafani, der früheren Beigeordneten des Bürgermeisters von Marly-Le-Roi , aus der Taufe gehoben haben, und den wir seither organisieren.
Aus den Begegnungen während der Ausstellungen
- 2000 Josef Visy und Frédérique Pillet im Bürgerhaus in Leichlingen und
- 2001 Berthold Welter im Park von L' INJEP in Marly-Le-Roi
ist zwischen den Bildhauern eine Freundschaft mit wechselseitigem künstlerischem Verständnis entstanden. Und wie das Resultat zeigt, sind die beiden ein ideales Team für die gemeinsame Erstellung dieser Jubiläums-Skulptur.
Auch der Entwurf ist ein Gemeinschaftswerk der beiden Künstler. Wir zitieren sie: "Die Skulptur erinnert an einen sich schließenden Reißverschluss, ein Symbol der Freundschaft zwischen den beiden Städten. Der untere Teil der Skulptur ist geometrisch, die Form ist geschlossen, ein Symbol der Konstanz und der Stabilität. Die oberen Formen sind in Bewegung, ein Symbol des Lebens und der Unterschiedlichkeit."
Das Denkmal ist also ein Ausdruck der Freude und der Hoffnung, nicht der Trauer!
Die Skulptur enthält aber auch den Appell, im gegenseitigen Bemühen nicht nachzulassen, denn ein Reißverschluss kann auch aufgehen.
Wir freuen uns, den Bürgern der Stadt Leichlingen dieses symbolträchtige "Denkmal zur Freundschaft" schenken zu können.
Wicze Braun & Wolfgang Brudes


Gedanken zum Festakt des 40jährigen Bestehens der Partnerschaft Leichlingen - Marly-le-Roi
Freitag, 21.05.2004, 18h30, wir erreichen gerade den Eingang - Foyer - Aula.
Im Saal herrscht feierliche Stille, Sybille Schmidt hält gerade ihre bewegende Rede. Die Aula vollbesetzt, wie lange nicht mehr, eine total gute Stimmung. Die Dekoration liebevoll bis ins kleinste Eckchen französisch grüssend. Rot-oder Weißwein wurde uns sogleich am Tisch gereicht, rundherum freundliche, frohe Gesichter. Dann die Reden der beiden Bürgermeister, wobei ich zugeben muß, dass Herr Jean-Yves Perrot mit seiner sympathischen Art bei mir voll "den Vogel abgeschossen" hat.
Nun ja, wir reisen seit 1976 nach Frankreich, lieben die Sprache, die Menschen, das Land und nennen ein paar Franzosen: unsere Freunde.
Weiter zum Festakt-Programm. Die Ballettgruppe - als die Damen auf der Bühne erschienen, war der erste Eindruck "oh Gott" - jedoch, mit wie viel Anmut und Grazie getanzt wurde - ich war restlos begeistert. Eine gute Leistung.
Buffeteröffnung - Schlange stehen - grässlich, doch war's richtig nett, da die Band bereits flott aufspielte und eine Französin vor mir in der endlosen Schlange einen Cha-Cha-Cha-Rhythmus zu den vielen Köstlichkeiten tanzte. Die Schlacht am Buffet war daher weniger schlimm als erwartet. Die Auswahl richtig gut. Ich denke, dass für jeden Gast etwas Leckeres dabei war, jedenfalls unsere französischen Gäste zogen mit zufriedenen Mienen an mir vorbei.
Fazit: uns hat der Abend, der mit guter Tanzmusik begleitet wurde, prima gefallen. Herzlichen Dank an alle Leichlinger, die mit so viel Freude uns dieses Fest ausgerichtet haben. Herzlichen Dank an die französischen Gäste, die mit dazu beigetragen haben, eine so liebenswerte Atmosphäre zu schaffen, und auf weiterhin gute Partnerschaft!
Renate und Thomas Pabst

Festliche Tanzimpressionen
Anlässlich der 40jährigen Städtepart-nerschaft zwischen Marly-le-Roi und Leichlingen, war einer der Höhepunkte der Festabend am 21.5.04 im Gymnasium.
Zu den darstellenden Künstlern gehörte u.a. die Tanzgruppe von Frau Monika Vischer aus Köln. Vier eindrucksvoll entworfene Tanz- und Rhythmik-gestaltungen begeisterten das Publikum. Zum Auftakt des Festes tanzte die Gruppe den "Frühlingsstimmenwalzer" von Joh. Strauß. Aus den mehrstimmigen Klang-farben der straußschen "Frühlingsstim-men" verstand Frau Vischer eine hin-reißende, musikalisch "bewegungs-stimmige" Choreographie zu schaffen. Faszinierend anzuschauen war das aus dem Walzermotiv aufgebaute und sich entwickelnde, fließende Wechselspiel der vielfältigen tänzerischen Bewegungs-elemente im Raum.
Der dem Straußwalzer innewohnende Schwung, sein Wiener Charme und seine ansteckende Lebensfreude erreichte auch das Publikum im Saal. Ein solcher Walzer kann nur das Ergebnis eines schöpferischen Einfalls, Gestaltung aus innerem Erleben, sein. Die Vielfalt der melodischen Details wurden in ihrer charakteristischen musikalischen wie rhythmischen Aussage in einen mit schwebender Leichtigkeit und tänzerischer Anmut harmonischen Bewegungsfluss umgesetzt und von den Tänzerinnen mit starker Ausdruckskraft und fundierter Technik dargebracht.
Das Thema dieser Jubiläumstage hieß " FREUNDSCHAFT". Brachte nicht diese Walzergestaltung tänzerisch das zum Ausdruck, was an diesem Festabend in besonderer Weise durch das Wort hervorgehoben wurde? Aufeinander zuge-hen, miteinander weitergehen, gemeinsam Freude erleben? So wie in fließenden Bewegungsabläufen die Tanzenden ein-ander begegnen, miteinander tanzend den Raum erobern, so sei dieser Walzer auch als kraftvoller Schwung, angesetzt zu einem "Brückenbogen" der Begegnung zwischen Marly-le-Roi und Leichlingen, zu verstehen.

2. In der Studie "Rhythmisch mit Trommeln", sind es die zeitliche Gliederung und die Klangakzente, die sich im Ausdruck des Körpers widerspiegeln. Die aufeinander abgestimmten Bewe-gungsfolgen erfordern eine intensive Konzentration, sowie äußerste Aufmerk-samkeit auf die Gruppendynamik.
Die Fähigkeit, innerhalb dieses lebendig und interessant entworfenen Bewegungs-spiels zeitlich-dynamisch-räumlich aufein-ander zu hören, einander anzupassen, bewies die Gruppe durch eine ausge-zeichnet erarbeitete Technik und tänzer-ische Ausgewogenheit.
Diese schwierige, anspruchvolle Studie setzte gleichfalls ein Zeichen für Wertmaßstäbe in der Kunst, gleichwohl in der Erziehung allgemein: ohne Fleiß und Hingabe ist es schwierig, sowohl pädagogische als auch menschliche Wertigkeiten, Inhalte und Zielsetzungen auf einen "guten Weg" zu bringen.

3. Die Einzelstudie "Das Band", ausgeführt von Anke Müller, langjähriger Schülerin von Monika Vischer, überraschte mit einer selbstentworfenen "Bewegungsstudie mit Band", (Musik von Chopin). Sie sei ein Beispiel für Passion und Ausdauer, die zu einer eigenständigen, kreativen Aufgabe führen. Mit weiten, fließenden Bewe-gungen eroberte sie mit ihrem "Band-Partner" den Raum. Ihr Einfallsreichtum lässt aus Bewegungsansätzen immer wieder neue Formen entstehen, die in klein- und großbogigen Bewegungsfiguren schwungvoll gemalte Linien in den Raum zeichnen. Beide folgen dem Bewegungs-anstoß und verschmelzen zu einer Bewegungseinheit.
Der Motor Dynamik setzt kontinuierlich aus der Ruhe zur Bewegung an und gibt der Phantasie die wunderbare Freiheit der Gestaltung.
Das Auge des Betrachters erfreut sich an den herrlichen, vielgestaltigen Bewe-gungsbildern, der exzellenten Beherrsch-ung des Körpers und seines Mediums, sowie der ausstrahlenden Harmonie. Auch diese Choreographie, wie die Choreo-graphie des Walzers, waren getanzte Anmut-Bewegung gewordene Musik.

Das Finale der Tanzgruppe Monika Vischer, eine "brasilianische Samba", glich einem musikalischen Feuerwerk. Die gold-grün-gelb-roten Glitzeraccessoires auf ihren schwarzen Trikots wirkten im Tanzrausch auf das Publikum wie sprühende Feuerfunken, ließen Augen glänzen und die eigene Tanzlust entfachen.
Die bekannten charakteristischen Sambaklänge und ihre prägnanten volkstümlichen brasilianischen Rhythmus-raffinements gaben den Emotionen und der Tanzleidenschaft freien Raum. Es war die Freude, die Übersprudelnde "Lebens-freude", der an diesem Abend ihre Huldigung galt. Das ist ihnen und ihrer Lehrmeisterin gelungen. Mit mitreißendem Temperament legten sie eine "Samba" auf "die Bretter, die die Welt bedeuten", die auf das Publikum überschwappte.
In ihrem Tanz bestätigten sie noch einmal die durch eine verfeinerte Bewegung-fähigkeit entwickelte Leistung: technische Beweglichkeit, schnelle Reaktions- und Koordinationsfähigkeit. Und- Frau Vischer machte in ihren Choreographien auf den schwierigen Weg - der so leicht erscheint - vom "einfachen Schritt" bis zu einer Tanzgestaltung aufmerksam.
Zum Verständnis sei erwähnt, dass eine Choreographie zur Verwirklichung ihrer künstlerischen Ideen die Intensität einer Gruppe braucht, die sie in dieser, ihrer Gruppe gefunden hat.
Das Erlebnis Tanz, das Monika Vischer und ihre Gruppe präsentierte, vermittelte uns Zuschauern einen Ausschnitt schöpferischen, bildenden Schaffens mit jungen Menschen im ganz alltäglichen Alltag. Prof. Dr. Hans Kirchbaum: "Bildung will dem Menschlichen dienen. Sie will, dass der Mensch durch sie zum Menschen wird."
Renate Sander


Die Gäste kommen
Endlich war es soweit!
Ein wenig nervös, aber auch erfüllt von Vorfreude standen wir, die Gastgeber und andere Freunde der Marlychois, vor dem Leichlinger Rathaus. Unser Bürgermeister und wir warteten auf 2 französische Busse, die tatsächlich fast pünktlich ankamen. Man hat ja schließlich Handy und so sprach es sich herum, in wie vielen Minuten sie bei uns eintreffen werden. Die Begrüßung war wieder, wie all die Jahre umwerfend herzlich. Aber: Wer wird wohl mein Gast sein? Ob sie sich auch freut, oder auch etwas nervös ist? Ich musste mich durchfragen, bis eine Französin zu mir sagte: "Oh, Brigitte est là!". Die Sympathie war sofort da. Etwas spärlich war die Unterhaltung, gemäß unseren Französisch-, bzw. Deutschkenntnissen. Meine Bekannte mit Gast und ich mit Gast waren seit der Ankunft der Franzosen fast unzertrennlich.
Die Begrüßung durch die beiden Bürgermeister war eine sehr schöne Zeremonie. Nach der Busrundfahrt unserer Gäste nahmen wir sie wieder in Empfang und es ging nach Hause: Haus, Garten, Zimmer ansehen, auspacken und gemütlich zu Hause zu Abend essen. Hier gab es natürlich ein französisches Getränk, was auch gut ankam! Wieder hatte man viel zu viel eingekauft! Das sollte sich besonders beim Frühstück herausstellen. Eine Scheibe Brot, keine Butter, 1mm "dick" Konfitüre - oh je! Aber mein Gast machte stets einen sehr zufriedenen und dankbaren Eindruck.
Am nächsten Tag bei Regen wurden wir von den Terminen her richtig gefordert. Die Einweihung der Gedenksteine hat uns allen in dem festlichen Rahmen sehr gut gefallen. Der Männerchor sang unter anderem auch "Freude, schöner Götterfunken". Weil der Gast meiner Bekannten etwas kränkelte, fuhren wir nicht zum "Sinneswald", sondern mit unserem hinzugestoßenen, gut französisch sprechenden Begleiter (und Autofahrer) nach Schloss Burg. Hier musste man z.B. erklären, was der Unterschied zwischen einem Schloss und einer Burg ist. Dabei wäre ich überfordert gewesen. Ich war auch hier wieder erstaunt, was die Franzosen sich doch ständig zu erzählen haben. Also Langeweile kam an keinem der Tage auf. Abends in der vollen Aula war eine Unterhaltung kaum möglich, aber es war wieder alles sehr gut vorbereitet und festlich. Die Erneuerung des Verbrüder-ungseides war dabei für uns ein wichtiger Akt. Glücklich und zufrieden sank dann nächtlings jeder in sein eigenes, bzw. Gästebett.
Die Unterhaltung wurde immer etwas flüssiger, man kam sich näher, was auch der Sinn dieser vier Tage war. Am Samstag zum Bürgerfest zeigte sich der Wettergott immer noch von der kalten Seite, aber unsere Laune litt nicht im Geringsten darunter. Da wurde dann unsererseits der Vorschlag KÖLN gemacht. Die Reaktion unserer beiden Gäste war geradezu euphorisch - la Cathédrale!! So fuhren wir zur "Glockengasse 4711", dazu Glockenspiel 13 Uhr und viel Histoire dazu. Hier waren natürlich einige Fläschchen des herrlichen Duftwassers als Souvenir fällig. Danach ging es zum Dom, wo auch wir Gastgeber länger nicht waren. Das hinterließ einen großen Eindruck. Danach besuchten wir ein Original Kölner Lokal. Hier amüsierten sich unsere Gäste köstlich über Köbes und Halver Hahn.
Die Vernissage am Sonntag mit dem musikalischen Rahmen und den Ansprachen war ein schönes Erlebnis. Die Bilder und Skulpturen der beiden Französinnen kamen bei den Gästen und uns sehr gut an. Gemütlich saßen wir danach im Gemeindehaus zusammen, um bei einem wunderbar vorbereiteten Büffet die letzte gemeinsame Mahlzeit einzunehmen. Hier hatten wir uns wieder allerlei zu erzählen. Der Rotwein löste die Zunge ein wenig!
Wie immer war der Abschied am Bus sehr turbulent, aber auch ein wenig wehmütig für mich. Wie viel Abschiedsküsse mögen hier wohl ausgetauscht worden sein? Wir zückten noch schnell das letzte weiße Taschentuch, und "meine" Brigitte winkte mir zu, bis wir uns aus den Augen verloren. Da brauchte ich doch tatsächlich das Taschentuch, um mir eine Träne wegzuwischen!
Ein langes Wochenende ging zu Ende. Im letzten Infoblatt schreibt der Vorstand, dass er sich besonders bemühen wird, die Jumelage richtig auf Trab zu halten. Das ist voll gelungen. Ich bedanke mich für die großartige Organisation, ohne die es so schöne Tage nicht gegeben hätte.
Monika Lammrich


Le Toucan (2)
Ein furioser Auftritt! Auf die Bühne rollte unter tosendem Techno-Getrommel ein futuristischer Wagen, La Cyberienne, besetzt von geheimnisvollen Gestalten, einer Mischung aus Raumfahrern und Marsmenschen, silbern gekleidet, mit silbernen Helmen.
Der akustische Schreck legte sich in dem Moment, als die Mitfahrer den Beat aufnahmen und eine fantastisch rhytmische, mitreißende elektroakustische Musik hinlegten.
Dann kamen weitere Akteure, auf Stelzen tanzende Überwesen, mit Nophretete-ähnlichen Kopfbedeckungen, geschmückt durch auf-und ablaufende Lichterketten. Die graziösen Riesinnen wiegten sich in glitzernden Trikots mit nach unten weiten Beinkleidern zu den Rhytmen, spielten mit einem Riesenbalken, den sie tanzend weitergaben. Sie beugten sich hinunter, stampften zum Takt auf und boten ein fantastisches Spektakel als Cyber-jägerinnen von einer anderen Welt, akustisch umfangen von dieser mitreißend rhytmischen, elektroakustischen Musik.
Dann setzte sich der Cyberwagen rückwärts in Bewegung - die Riesen-gestalten zogen sich zurück und ich blieb atemlos begeistert auf meinem Platz.
Hatten wir die Riesinnen nicht schon im Sinneswald gesehen, wo sie als Elfen mit schimmernden Flügeln durch das Grün schwankten - und fast die Bäume überragten? Und abends waren die Gestalten dann auf ihr ursprünglich menschliches Maß zurückgeschrumpft, und die jungen Künstler/innen tobten mit viel Temperament zu der wieder irdischen Musik - wir älteren Semester ließen dies dann etwas ruhiger angehen.
Ein tolles Erlebnis, Le Toucan.
Barbara Drehfahl-Hennecke


LE TOUCAN - die Straßenkünstler aus Marly-Le-Roi (3)
Es scheint mir wichtig, einige Worte über meinen Freund Thierry Carpentier zu sagen :
Marly-Le-Roi hat berühmte Schauspieler, Musiker, Stelzenläufer - ihr Name ist "Le Toucan".
Ihr Chef ist Thierry Carpentier. Und dieser Monsieur Carpentier war der erste Junge von Marly-Le-Roi, den ich 1966 kennen lernte. Das war mein erster Besuch dort im Rahmen der Städtepartnerschaft, wo ich von Familie Carpentier herzlich aufgenommen wurde.
Seitdem entwickelte sich ein reger Austausch und eine tiefe Freundschaft zwischen uns und unseren Eltern. Das ist der Grund, warum er bei diesem Städtefreundschafts-Jubiläum nicht fehlen durfte. Wir baten ihn zu kommen, und er kam gerne mit seiner Gruppe mit 14 Künstlern. Sie sind mehrfach aufgetreten und verzückten dabei jedes Mal das Publikum mit ihren phantasievollen Kostümierungen und Präsentationen.
Einer der Besucher auf dem Bürgerfest sagte, ihr Erscheinen und ihre Aufmachung seien so überwältigend, dass er dieses Erlebnis wohl nie vergessen wird.
Wicze Braun

Gedanken zur Festrede
Nach den vielen liebenswürdigen Festansprachen, die sich vor allem bilateral an den Freundeskreis Marly/Leichlingen richteten, stellte die Rede von Dr. Beate Gödde-Baumanns die Partnerschafts-bewegungen auf kommunaler Ebene mit in den breiteren Kontext von Europa. Hier nun die Teile der Rede, die mir besonders im Gedächtnis blieben und die ich mir erlaube, mit eigenen Erfahrungen zu kommentieren.
So weist die Autorin darauf hin, dass es bereits 1913 eine erste Partnerschaft gab zwischen Rottweil in Baden und Bruck in der Schweiz. Wußten wir das?
Des weiteren: was wäre die europäische Union ohne die sich später entwickelnden zahlreichen Partnerschaften? Ein politisches Gebäude ohne Fundament, das von den politischen Stürmen erfasst und hinweggefegt werden könnte, ebenso leicht wie die Stürme entstehen in der Natur.
Und: Wie Robert Schuman in seiner Rede vom 9. Mai 1950 fordert, dass die Gegnerschaft zwischen den Völkern Frankreichs und Deutschlands überwunden werden müsse - was schließlich nach einigen Rückschlägen im "Traité sur la coopération franco-allemande" gipfelte - konnten schließlich die Beziehungen zwischen den Menschen beider Staaten in Frieden gestaltet werden.
In den sechziger Jahren war ich selbst Mitglied der "jeunesse franco-allemande", in deren Rahmen Theateraufführungen und Lesungen in französischer Sprache auch in Deutschland stattfanden. Als ich etwa 22 Jahre alt war (1962) verbrachte ich mit einer Kommilitonin (ich studierte damals Englich und Französisch am Dolmetscher-Institut der Universität Heidelberg) ein
Semester in Frankreich. Es war für mich damals, noch gar nicht lange nach Kriegsende, ganz und gar nicht selbstverständlich, aufgrund unserer furchtbaren Vergangenheit von Franzosen ohne Vorbehalte behandelt zu werden. Und wie freundlich wurden wir überall aufgenommen! Und wie schnell konnten wir Kontakte knüpfen!
Die Autorin zeigt auf, daß von den 5850 registrierten Partnerschaften zwischen Deutschland und Europa allein 2186 Partnerschaften mit Frankreich zustande gekommen sind - d.h. mehr als ein Drittel. Wußten wir das? Mit England dagegen gibt es nur 532 Partnerschaften - weniger als ein Viertel also.
Umso mehr können wir uns freuen, dass wir mit Henley eine so enge Verbindung haben, was vor allem an der rührigen Edith Earnshaw liegt, die mit großem Engagement den europäischen Gedanken auf dieser Insel verficht und den Besuchern vom "Kontinent" die schönsten Stunden bereitet.
Wie wir alle erfahren haben, gelingt es durch solche persönlichen Kontakte allmählich, Vorurteile abzubauen, Meinungen auszutauschen und sich über gemeinsame Interessen zu unterhalten - überhaupt die Lebensweise und das Familienleben unserer näheren Nachbarn kennen zu lernen. In diesem Zusammenhang weist Frau Dr. Gödde-Baumanns darauf hin, dass die Menschen in den neuen Mitgliedstaaten der EU noch bis vor nicht allzu langer Zeit hinter dem "Eisernen Vorhang" gelebt haben, wo die Freundschaft zwischen den Völkern vom Staat vorgeschrieben war. Lediglich systemkonforme Funktionäre durften derartigen völkerverbindenden Veran-staltungen beiwohnen - persönliche Initia-tive war nicht vorgesehen.
Sie führt jetzt einige Beispiele dafür an, wie allmählich mit den "Ostländern" Verbindungen geknüpft werden.. So z.B. wurde zur Feier des ebenfalls 40jährigen Bestehens der deutsch-französischen Partnerschaft zwischen Duisburg und Calais eine Delegation aus der Hauptstadt von Litauen empfangen. Wilna war noch zu Bestehen der Sowjetunion Partnerstadt von Duisburg - aber dieses Mal kamen nicht nur die Funktionäre, sondern zum ersten mal auch Bürger aus Litauen nach Duisburg - die sich herzlich darüber freuten, eine Fahne mit dem Emblem der Europäischen Union zu erhalten. Im Verlaufe der Veranstaltung wurden denn auch gegenseitige persönliche Einladungen ausgesprochen.
Des weiteren wurde der Rahmen des "Komitee(s) zur Förderung des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages" von 1973 im Jahre 2003 erweitert zum "Komitee zur Förderung der Deutsch-Französisch-Polnischen Zusammenarbeit", genannt "Weimarer Dreieck". Zweimal im Jahr finden Zusammenkünfte statt - aber es fehlt leider noch der Unterbau durch die Bürger. Das Dreieck steht bis jetzt nur auf einem Bein - dem diplomatischen. Also sollten wir in unseren Partnerschaftsbewegungen zahlreiche Dreiecke einbauen, um so das "zweite Bein", den menschlichen Austausch, zu schaffen.
Arbeiten wir also an einem Europa der Bürger. Ein kleiner Anfang ist getan.
Ich bin jedenfalls glücklich, einen ganz winzigen Beitrag zu dieser Verständigung der Bürger Europas untereinander geleistet zu haben und weiter beitragen zu dürfen - und ich habe dieses Fest mit vollen Zügen genossen.
Barbara Drehfahl-Hennecke

Ein gallischer Hahn für das germanische Rathaus


Französische Lieder mit Grundschulkindern? - Mais oui!
Aus Anlass des 40jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Marly-le-Roi wurde ich gebeten, einige französische Kinderlieder mit meiner Klasse, der 2a der Gemeinschaftsgrundschule Büscherhof, zu singen. Da ich selbst gern singe und auch gern französisch spreche - seit Jahren verbringen wir unseren Familienurlaub in Frankreich -, hielt ich den Vorschlag für reizvoll und machte mich an die Umsetzung.
Begegnung mit anderen Sprachen nimmt schon seit etlichen Jahren einen Platz im Lehrplan der Grundschulen ein, beschränkt sich aber meist auf Englisch. Gerade im Musikunterricht aber bietet sich oft die Gelegenheit, anderen Sprachen in Liedern zu begegnen.
Oft greife ich dabei auf die Muttersprachen der Schulkinder zurück, z.B. türkisch, russisch, albanisch usw.
Französisch gilt ja im allgemeinen als schwierig wegen der teils komplizierten Aussprache und ist vielen Menschen fremder als das Englische, das uns immer öfter im Alltag begegnet und Teile unserer deutschen Sprache oft mehr schlecht als recht durchsetzt hat.
So begann ich im Februar 2004 mit den Proben für zwei einfache französische Kinderlieder, deren Melodien den Kindern teilweise schon bekannt waren: "Sur le pont d´Avignon" und "Alouette".
Die Aussprache der französischen Wörter erwies sich als weniger schwierig als ich befürchtet hatte, und so konnten wir eine

erste Kostprobe schon zur Eröffnung der Medienausstellung in der Bücherei am 7.3.2004 geben. Unterstützt wurde der Gesang der Kinder dabei von einer Mutter aus meiner Klasse, Frau Lili Weimer, die in ihrer früheren Heimat Musiklehrerin war. Ihr Akkordeonspiel passt wunderbar zu den französischen Liedern. Beim Bürgerfest am 22.5.2004 haben wir für die französischen Gäste natürlich auch ein deutsches Volkslied gesungen, nämlich das bekannte "Alle Vögel sind schon da".
Den Kindern macht die Bekanntschaft mit der französischen Sprache so viel Spaß, dass wir in unserer Klasse eine "Frankreich-Ecke" eingerichtet haben. Umrahmt von der Trikolore finden sich hier Zeitungsausschnitte, Fotos und andere Fundstücke, die die Kinder von zu Hause mitbringen. Da die Sensibilität für Frankreich und die französische Sprache nun geweckt ist, wird sich diese Ecke sicherlich im Laufe der nächsten zwei Jahre noch weiter füllen, auch wenn die Kinder im nächsten Jahr mit dem regulären Englisch- Unterricht beginnen.
Ellen Lange


Rede zur Vernissage der Kunstausstellung im Bürgerhaus
von Judy Biron und Danielle Decollange

Die Städtepartnerschaft von Leichlingen mit Marly-Le-Roi hat jetzt eine 40-jährige Tradition der Völkerverständigung.
Neben mehreren anderen Aktivitäten finden im jährlichen Wechsel Bürgerreisen statt, die zu intensiven Freundschaften geführt haben. Seit fünf Jahren werden die Bürgerreisen durch einen aktiven Kunstaustausch bereichert. Jede Partnerstadt bringt dabei ein oder zwei ihrer angesehenen Künstler mit, die dann ihre Werke der Bevölkerung der besuchten Partnerstadt präsentieren.
Heute nun findet der 5. Kunstaustausch im Rahmen der Jubiläums-Feierlichkeiten statt.Wir freuen uns sehr, und wir danken den beiden Künstlerinnen von Herzen, dass sie nach Leichlingen gekommen sind.

 

 

Judy Biron ist in Amerika geboren.
Nach dem Kunststudium in ihrem Geburtsland ist sie nach Frankreich gekommen, wo sie seit 30 Jahren lebt.
Judy Birons Bilder entführen uns in eine andere Welt. Man fühlt sich verzaubert. Die Bilder könnten Ausschnitte aus Märchen sein. Ihre Sujets sind Allegorien des Lebens, der Natur und der Religion.
Der Bildaufbau ist meist vielschichtig, mit expressionistischen, teils auch kubistischen Anklängen. Manche Kompositionen erscheinen wie surreale Stilleben mit einer eigentümlichen Dynamik.
Je länger man ihre Bilder betrachtet, desto mehr wird man von ihnen ergriffen, desto weiter erschließen sie sich dem Betrachter.
Ein Zitat von Judy Biron: "Die Kunst ist die Stütze, die unserem Unterbewusstsein hilft, sich zu befreien."
Ihr Meisterwerk ist das Abendmahl, "Seul parmi les hommes", das uns tief beeindruckt hat.

Danielle Decollonge ist in Lyon geboren.
Ausbildung in der Industrie- und Architektur-Zeichenkunst und in der Pastellmalerei.
Sie begann mit der Bildhauerei 1986. Ihre Vorliebe gilt dem Holz, sie arbeitet aber auch mit Stein und in Bronze.

Danielle Decollonge und Judy Biron
 

Ihre Kunst ist geprägt von einer starken und anspruchsvollen Passion zur Kreativität. Ihre Werke sind symbolisch zu sehen. Der Vogel ist ein immer wiederkehrendes Thema als Inkarnation der Beziehung zwischen Himmel und Erde. Die Künstlerin schafft oft bis an die Grenzen des Abstrakten, was ihr meisterhaftes Können bestätigt. Weitere Motive sind die Menschen, auch in christlicher Darstellung, Natur- und Tierwelt.
Beide Künstlerinnen sind sehr bekannt. Sie haben an vielen Ausstellungen in Frankreich und im Ausland teilgenommen. Sie sind oft mit Preisen ausgezeichnet worden.
Ihre Ausstellungen sind großartig - wir wünschen Ihnen viel Erfolg !
Wicze Braun & Wolfgang Brudes

Kontakt:

 
Judy Biron - Malerin
78160 Marly-Le-Roi,
12, avenue de l'Abreuvoir,
Tel. 0033-1-39.58.45.67
Danielle Decollonge - Bildhauerin
78161 Marly-Le-Roi,
38, rue Henri Duvernois,
Tel/Fax 0033-1-69.03.39.32
   

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Es hat etwas gedauert, aber wir haben es geschafft, Ihnen eine den Festtagen entsprechende Jubiläumsausgabe zusammenzustellen. Wir freuen uns, daß so viele Beteiligte ihre persönlichen Eindrücke, Erinnerungen, ja Gefühle mitgeteilt haben. Es sind Gäste, Freunde, Künstler aus beiden Städten, Gastgeber und Veranstalter aus Leichlingen. Ihnen allen verdanken wir dieses "dicke Buch".In den Beiträgen wird auch noch mal die Begeisterung der Jubiläumsteilnehmer und die Rührung der Gäste deutlich. Sie gilt allen Mitwirkenden, vor allem aber der Vorsitzenden, Sybille Schmidt, die durch ihr Organisationstalent und ihren unaufhörlichen Einsatz den Festtagen zu einem großartigen Erfolg verholfen hat.Vor der Sommerpause freuen wir uns darauf, Sie alle beim Chansonabend mit Séférian (7.7.) und auf der Lesung bei Wicze Braun und Wolfgang Brudes (16.7.) wiederzusehen.
A vous, chers amis de Marly qui avez bien voulu participer à cette édition, merci beaucoup! Bonnes vacances!
Basilisse Pflüger

Am Treppchen 7
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Tel. 02175 / 71186
Fax 02175 / 720176
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