Freundeskreis Marly-le-Roi - Leichlingen

Städtepartnerschaften -
die Basis für ein geeintes Europa

Infoblatt Nr. 21 - Juni 2005


"Man hat in unserer hübschen Partnerstadt ein neues 'Quartier' errichtet, ein neues Wohnviertel also. Da ist zum Beispiel die Rue de Marlow, die an Marlys britische Freunde erinnert. Und parallel dazu, eingeweiht am 28. Mai 2005, die Rue de Leichlingen, 'unsere' Straße."
Barbara und Hans-Jürgen Hennecke (s .auch Beitrag auf S.15)


In eigener Sache


Liebe Mitglieder und Freunde des Freundeskreises Marly,

Mitgliederversammlung 2005
Die Mitgliederversammlung des Vereins stieß bei 36 Teilnehmern wieder auf reges Interesse. Wir haben noch einmal die Ereignisse des sehr erfolgreichen Jubiläumsjahres Revue passieren lassen, verbunden mit einem herzlichen Dank an alle aktiv Beteiligten. Durch die großzügigen finanziellen Hilfen der EU, der Stadt Leichlingen, der Sozial- und Sportstiftung der Stadtsparkasse Leichlingen und der Kreissparkasse Köln, von Geschäftsleuten und Privatpersonen sind wir trotz beträchtlicher Ausgaben finanziell gesund aus dem Jubiläumsjahr hervorgegangen.
Wir haben im Jubiläumsjahr ein gesteigertes Interesse an künstlerischen und kulturellen Aktivitäten festgestellt. Diesem Bedürfnis möchten wir auch in Zukunft gerne entsprechen. Um diese Aktivitäten effektiv gestalten zu können, hat der Vorstand eine Regelung bezüglich der Organisation des Kunst- und Kulturaustausches getroffen. Danach sind Wicze Braun und Wolfgang Brudes zuständig für den Austausch "bildender Kunst" (z.B. Malerei, Skulpturen, Fotografie, Kunstgewerbe). Basilisse Pflüger ist zuständig für die Bereiche der "darstellenden Kunst" wie Theater, Tanz, Musik, Audiovision. Die genannten Personen sind Ansprechpartner für diese Bereiche sowohl in Marly als auch in Leichlingen.

Bürgerreise
44 Leichlinger Bürger/innen fuhren vom 26. - 29. Mai 2005 nach Marly. Das Referendum über die EU-Verfassung war am selben Wochenende. Die Vorarbeiten dafür haben in Marly einige zusätzliche organisatorische Schwierigkeiten verur-sacht. Umso mehr wussten wir es zu schätzen, dass Danièle Leroy mit ihrem Team wieder ein so schönes und abwechslungsreiches Programm für unse-ren Besuch zusammengestellt hat. Die Berichte darüber können Sie im Anschluss lesen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Organisatoren und Gastgebern für dieses wunderschöne Wochenende in Marly und die warmherzige Aufnahme, die wir wieder gefunden haben.

Auf Anregung von Basilisse Pflüger wurde bei diesem Besuch eine Informations-veranstaltung über ein aktuelles Thema integriert. Michèle Tosi, erste stellver-tretende Bürgermeisterin, hielt einen sehr interessanten Vortrag über die Familien-politik in Frankreich. Basilisse Pflüger übernahm die Moderation. Die Vereinbarkeit von Familie und Berufs-tätigkeit der Frauen wurde anhand der "Krippen" für Kleinkinder erläutert. Eine lebhafte Diskussion schloss sich an. Unsere Gastgeber waren der Meinung, dass es im Gegenzug auch für sie interessant wäre, beim nächsten Besuch in Leichlingen näheres über ein aktuelles Thema in Deutschland zu erfahren.

Kunst und Kultur waren bei diesem Besuch gleich zweifach in Marly vertreten: Ilse Alshut-Goffart hat mit ihren aparten Gemälden und Radierungen den jährlichen Kunstaustausch weitergeführt.
Und nach mehreren Jahren des Stillstandes auf dem musikalischen Sektor gab es dieses Mal eine ganz schwungvolle deutsch-französische Begegnung: die Leichlinger Band "Take off" mit Bürgermeister Ernst Müller begeisterte zusammen mit den "Blue Suede Boys" von Philippe Leroy aus Marly die Zuhörer. Das Konzert war ein großer Erfolg und soll im nächsten Jahr in Leichlingen wiederholt werden.
Unser ganz herzlicher Dank gilt den Musikern aus Leichlingen und Marly! Sie haben damit ein neues Kapitel der musikalischen Partnerschafts-Geschichte aufgeschlagen.

Nun wünsche ich Ihnen allen einen schönen Sommer und freue mich auf ein Wiedersehen zu unseren Herbstaktivitäten.
Ihre Sybille Schmidt

Geschäftliches
Der Freundeskreis Marly bedankt sich sehr herzlich bei der Sozial- und Sportstiftung der Stadt-Sparkasse Leichlingen und Kreissparkasse Köln für die großzügige Spende von 1500 € für das Jahr 2005!

Unsere Seite im Internet
Alle Neuigkeiten können Sie auch im Internet unter www.freundeskreis-marly-le-roi.de nachlesen. Wir danken unserem Webmaster Hartmut Schmidt ganz herzlich für die schnelle und kompetente Berichterstattung.


Termine

3. September 2005: Tag der Leichlinger Vereine auf der LAGA Leverkusen. Der Freundeskreis Marly vertritt zusammen mit dem Henley-Club und dem Funchal-Club die Städtepartner-schaften von Leichlingen
7. - 14. September 2005: deutsch-französische Kulturreise nach Marly und La Rochelle. Leitung: Dr. Hermann Brandl und Bruno Cronier.
17. - 18. September 2005: Stadtfest in Leichlingen; wie immer werden wir französische Spezialitäten anbieten. Ihre Hilfe ist immer willkommen!
12. Oktober 2005: Gemeinsamer Ausflug der Städtepartnerschaftsvereine Henley, Funchal und Marly nach Brüssel mit Stadtrundfahrt und Besuch einer Sitzung der EU. Leitung Lothar Becker, Vorsitzender des Funchal-Clubs. Einladungen folgen.
25. - 29. Mai 2006: Bürgerreise der Marlychois nach Leichlingen


Persönliches


Am 27. 12. 2004 wurde Erna Hennig 85 Jahre. Wir gratulieren ihr noch nachträglich und wünschen Ihr alles Gute, vor allem eine bessere Gesundheit!
Am 1. April 2005 wurde Charlotte Apfel 80 Jahre alt. Wir wünschen ihr alles Gute, Gesundheit und weiterhin viel Energie für all ihre Unternehmungen.

 

Nachrufe für Matthias Carpentier

Am 28. Mai 2005 ist Matthias Carpentier im Alter von 81 Jahren verstorben. Er war von 1996 bis 2001 Seniorenvertreter des Freundeskreises Marly. In dieser Zeit hat er u.a. wunderschöne Reisen nach Berlin, Thüringen und in die Pfalz für die deutsch-französischen Senioren organisiert. In Leichlingen sorgte er zusammen mit seiner Frau Anny für den festen Zusammenhalt der Senioren des Freundeskreises: durch regelmäßige Kaffeetreffen im DRK-Haus, Weihnachtsfeiern und Ausflüge in die Umgebung. Viele langjährige Freundschaften haben ihn auch mit den Senioren in unserer Partnerstadt Marly verbunden. Wir alle sind traurig, dass Matthias von uns gegangen ist.
Der Freundeskreis Marly ist sehr dankbar für das große Engagement von Matthias Carpentier für unsere deutsch-französische Partnerschaft. Wir werden ihn in ehrendem Angedenken behalten.
Sybille Schmidt

Lieber Matthias,
wir Senioren vom Freundeskreis Marly-le-Roi sind sehr traurig, dass Du uns nach so schweren Monaten verlassen hast.
Du hast uns auf unseren von Dir und Anny so gut organisierten Fahrten, Tagesausflügen und Nachmittagen so persönlich betreut. Du hast uns dabei ein solches Gefühl der Zusammengehörigkeit und Geborgenheit vermittelt. Du gingst auf jeden ein; jeder war Dir wichtig.
Es war ein kleines Stückchen Heimat, das Du uns im Laufe der Jahre geschaffen hast!
Lieber Matthias, wir danken Dir!
Deine Friederike und alle Deine Senioren

A Matthias
La triste nouvelle est arrivée. Notre ami Matthias nous a quittés.
A son épouse Anny, à ses enfants, à ses petits-enfants et à toute sa famille, nous adressons nos très sincères condoléances.
Etre allemand et s'appeler Carpentier montre bien que les vicissitudes de la vie ont contraint une famille française à s'établir, un jour, en Allemagne.
En participant activement aux échanges entre séniors de Leichlingen et de Marly-le-Roi, Matthias a apporté sa contribution personnelle à l'amitié franco-allemande.
Lui qui avait fait la guerre ne voulait pas que ses enfants ou ses petits-enfants aient, un jour, à tirer sur leurs cousins français, même inconnus.
Matthias, nos pensées vont vers toi et nous te remercions pour ce que tu as été et pour ce que tu as fait.
Tes amis de Marly-le-Roi

(Übersetzung B.P.:)
An Matthias
Die traurige Nachricht ist eingetroffen. Unser Freund Matthias hat uns verlassen.
Seiner Gattin Anny, seinen Kindern, seinen Enkelkindern und seiner ganzen Familie möchten wir unser aufrichtiges Beileid aussprechen.
Deutscher sein und Carpentier heißen zeigt wohl, daß die Wechselfälle des Lebens dereinst eine französische Familie dazu geführt haben, sich in Deutschland niederzulassen..
Indem er aktiv an dem Austausch zwischen den Senioren aus Leichlingen und Marly-le-Roi teilgenommen hat, hat Matthias seinen persönlichen Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft geleistet.
Er, der im Krieg gekämpft hatte, wollte nicht, daß seine Kinder und Enkelkinder eines Tages auf ihre französischen Vettern, auch wenn sie unbekannt sind, schießen müßten.
Matthias, unsere Gedanken gehen an Dich und wir danken Dir dafür, was Du gewesen bist und was Du getan hast.
Deine Freunde aus Marly-le-Roi

 


Unsere Mitglieder berichten

Neujahrsempfang 2005 des Freundeskreises Marly-le-Roi


Wie in jedem Jahr trafen wir uns auch dieses Mal zum Neujahrsempfang 2005 im Bürgerhaus der Stadt Leichlingen. Der Raum war wieder frühlingsmäßig geschmückt mit Primeln und kleinen Flaggen in den französischen Farben (waren sie nun längs- oder quergestreift?)

Sybille Schmidt begrüßte uns freundlich und hübsch gekleidet in einem altrosa Hosenanzug mit einem Glas Sekt und verbreitete sofort ein wenig französisches Flair. Und dann wurde berichtet:

Zur Feier des vierzigjährigen Bestehen unserer Städtepartnerschaft in Marly im November 2004 waren von Marly 23 Gäste aus Leichlingen eingeladen worden. An Wicze Braun, Wolfgang Brudes und Sybille Schmidt wurden während einer sehr schönen Jubiläumsfeier die Ehrenmedaillen der Stadt Marly verliehen. Im Januar 2005 erhielten während des Neujahrsempfangs unseres Bürgermeisters Danielle Leroy (Vizepräsidentin) und Patrick Gautier (Präsident der Amis du Jumelage) aus Marly sowie Sybille Schmidt und Winfried Reichwald (Vorsitzender vom Henley-Club) die Ehrenmedaille der Stadt Leichlingen für besondere Verdienste um die Städtepartnerschaften. "Im Geiste teile ich diese Ehrenmedaille mit meinem Vorstand Dr. Hermann Brandl, Otto Hämmerle und Heidrun Glage sowie dem ganzen Marly-Team" fügte Sybille Schmidt hinzu.

Zur Jubiläumsfeier nach Marly waren als Vertreter der Senioren Altbürgermeister Karl Reul und der frühere Seniorenvertreter Matthias Carpentier eingeladen. Auch ihre Verdienste wurden gewürdigt.

Auf Anregung von Basilisse Pflüger wurde auf französische Filme hingewiesen , die mit deutschen Untertiteln im Kommunalen Kino im Februar 2005 bis Anfang März im Forum Leverkusen vorgeführt und gemeinsam besucht werden sollen. Treffpunkt ist jeweils der Taxenparkplatz am Stadtpark, wo sich Fahrgemeinschaften
bilden können.
Wolfgang Brudes kündigte verschiedene kulturelle Veranstaltungen im
"SinnesWald" an.

Dann kam das Hauptereignis des diesjährigen Neujahrsempfangs, nämlich der Film von Dr. Brandl über die Höhepunkte des Jahres 2004 - dem vierzigjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Marly. Hermann Brandl überreichte Sybille, die mit vielen hilfreichen Händen dieses Ereignis bereits zwei Jahre vorher vorbereitet hatte, als symbolische Danksagung einen Blumenstrauß.

Der Film war einfach fabelhaft gemacht - mit interessanten , vielgestaltigen Aus- und Überblenden und mit Musik unterlegt, mal im Original, mal mit künstlerischer Freiheit - und nicht nur die grandiose Feier wurde wieder ganz lebendig, sondern das ganze Jahr: "L'année française à Leichlingen."

So z.B. die zweiwöchige Ausstellung mit Verleih französischer Medien in der Stadtbücherei, der französische Chansonabend mit J.C. Séférian, die Einweihung des Denkmals "L'Amitié" von Berthold Welter und Josef Visy zur 40-jährigen Städtepartnerschaft und die Skulpturenausstellung im "Sinneswald". Unvergessen: "Le Toucan", die fantasievollen Stelzenläufer aus Marly - aber auch das ausgesprochen delikate Büffet, die Tänzchen abends, die Übergabe der Geschenke der Bürgermeister, nur um einiges zu nennen. Und nicht zu vergessen die Leichlinger Geschäftsleute, die ihre Auslagen liebevoll in den Farben Frankreichs auf vielfältige Weise geschmückt haben - rot-weiß-blau, auch als Bücher, Blumen und aus Pralinen! All dies und viel mehr wurde filmisch in einprägsamen Szenen festgehalten.

Nach dem gewaltigen, wohlverdienten Applaus für diese gekonnte Filmleistung eines - immerhin - Laien, Dr. Brandl, und nach Überreichung einer Flasche Wein durch Sybille wurde noch auf das 25jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Henley im Jahr 2005 und das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit Funchal im Jahr 2006 aufmerksam gemacht. Dann ging es zum fabelhaften alljährlichen Buffet: Vorspeisen unübertroffen von Beate Bin Yusof, Hauptspeisen von der Fa. Dükershoff - und Nachspeisen von Sybille höchstpersönlich.

Schade, dass dies nur einmal im Jahr stattfindet. Wir haben es sehr genossen.

Barbara Drefahl - Hennecke


********

Ein Besuch im Hotel de Beauharnais, der Residenz des deutschen Botschafters in Paris



Eine fröhliche Truppe machte sich wieder einmal auf den Weg in Richtung Paris. Alle freuten wir uns auf das Wiedersehen mit unseren französischen Freunden in Marly-le-Roi. Sogar Petrus bescherte uns ideales Reisewetter und alles lief ohne Probleme. Nach einem üppigen Picknick unterwegs kamen wir pünktlich in Paris an, wo uns schon der erste Höhepunkt erwartete. Unser Bus hielt direkt an der Rue de Lille und schon standen wir vor dem Gebäude des Hotel de Beauharnais, der Residenz des deutschen Botschafters in Paris.

Dieses Gebäude verkörpert einen über Jahrhunderte gewachsenen Brennpunkt deutsch-französicher Beziehungen. Nicht nur das macht seine Außerordentlichkeit aus, sondern auch die künstlerisch wertvolle Ausstattung und besondere Lage am Ufer der Seine. Mit einer detaillierten Führung konnten wir das Gesamt-kunstwerk bewundern.

Gegenüber vom Louvre und den Tuilerien wurde das Haus am linken Ufer der Seine vom Architekten Germain Boffrand im Jahre 1714 als eines von mehreren eleganten Stadtpalais erbaut und verkauft. Das Hotel Beauharnais ist eines der wenigen erhaltenen Palais dieses Bauabschnitts und zeigt den typischen Stil seiner Zeit. Eine Quermauer mit Portal und Pavillons an der Straßenseite schirmt die Anlage ab. Dahinter befindet sich ein Ehrenhof. Man gelangt in das Gebäude über einen 1807 angebauten ägyptischen Portikus. Auf der Rückseite, direkt am Ufer der Seine, ist ein wunderbarer Garten im englischen Stil, der nach alten Plänen der Kaiserin Joséphine angelegt wurde, und den man über eine großzügige Terrasse betreten kann.

Nach mehrmaligem Besitzerwechsel kaufte das heruntergewirtschaftete Palais Eugène de Beauharnais (1781-1824). Seine Mutter, die spätere Kaiserin Joséphine, kümmerte sich um das Objekt, da ihr Sohn, der Stiefsohn Napoleons und Vizekönig von Italien ein repräsentatives Domizil benötigte.

Nach dem Ende des französischen Kaiserreiches verkaufte Prinz Eugène de Beauharnais 1818 das Gebäude samt Möblierung an den preußischen König Friedrich Wilhelm III. Lediglich vom deutsch-französischen Krieg 1870/71 und dem ersten Weltkrieg unterbrochen, wurde das Haus als Botschaft, erst Preußens, dann des Deutschen Reiches genutzt.
Einige Zeit lebte Bismarck hier. Auch Wagner war Gast des Hauses zur Uraufführung seiner Oper "Tannhäuser".
1944 beschlagnahmte Frankreich das Palais und französiche Behörden zogen in das Haus.
1951 erklärte der französische Staat das Anwesen zum "Monument historique".

Im Jahre 1962 erhielt die Bundesrepublik Grundstück und Gebäude in einem bedauernswerten Zustand zurück unter der Auflage, den Denkmalschutz zu beachten. Umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen am Gebäude und Inventar mussten geplant werden. Eine wissenschaftlich fundierte Restaurierungskampagne war notwendig, um Denkmalschutz und tägliche Nutzung zu vereinbaren.

Nach Abschluß der Restaurierung weihten Bundespräsident Lübke in Anwesenheit von General de Gaulle am 3. Februar 1968 das Palais ein, das seit der Rückgabe wieder als Residenz des deutschen Botschafters diente.

Das gesamte Ensemble ist ein einzigartiges Kunstwerk und Zeuge der Epoche des ersten Kaisserreiches. Die Ausstattung von Haus und Grundstück entspricht dem Stil der Zeit Napoleons. Das Palais zeigt reinsten Empirestil. Alle Möbel stammen aus dieser Zeit. Für die textile Ausstattung bemühte man extra eine Seidenmanufaktur in Lyon, die alte Muster aus der Zeit des Empire wieder aufleben ließ.
So stattete man den " grünen Salon " im Erdgeschoß mit gestreiftem Seidendamast mit schwarzen Samtbändern und Goldapplikationen aus.
In mehreren Räumen findet man den Schwan, das Lieblingstier Josephines, als Dekorationsmotiv. So zum Beispiel im "Musikzimmer" als Stuhllehne oder im Teppich eingewebt.
Überall sieht man ägyptische Stilelemente, die dem allgemeinen Zeitgeschmack entsprachen und wohl in Verbindung mit dem Feldzug Napoleons nach Ägypten in Zusammenhang stehen.
Am üppigsten ausgestattet ist der "Salon der vier Jahreszeiten" mit seinen imposanten Gemälden der Allegorien der Jahreszeiten und einer wunderbaren weißen Stuckdecke mit Goldmotiven.
Türkische Motive, so Portraits von Mamelucken im "kleinen Esszimmer" oder im "orientalischen Zimmer" waren ebenso seinerzeit in Mode.
Bemerkenswert ist das " Badezimmer" mit seinen Spiegelwänden, der Zinkbadewanne, den Goldarmaturen in Form von Schwänen und dem Marmorfußboden mit eingelegten Motiven.
Das "Schlafzimmer der Königin Hortense" ist ein besonders schönes Beispiel dieser Empireepoche. Königin Hortense war die Schwester Eugene de Beauharnais. Sie war verheiratet mit Napoleons Bruder Louis, der König von Holland war. Hortense war auch die Mutter Napoleons III.

Nach der Besichtigung dieses Juwels mitten in Paris, das soviel Gemeinsamkeit symbolisiert und eine einzigartige Ansammlung verschiedenartiger Kunst-schätze aus der Epoche des Empire beherbergt, machten wir uns auf den Weg zu "unseren Franzosen" nach Marly.
Heide Brandl

 

Schiffahrt vom Musée d'Orsay bis zum Parc de la Villette


Freitagmorgen fuhren wir mit einigen unserer Gastgeber vom Parc du Chenil über Port Marly und Louveciennes nach Paris. - Es ist immer wieder schön durch Paris gefahren zu werden!

Nach unserer Busfahrt erwartete uns "Le Canotier", ein Ausflugsschiff auf der Seine, das uns vor dem Musée d'Orsay nach La Villette bringen sollte.

Mit frischer Brise, blauem Himmel und strahlender Sonne passierten wir den Louvre zur linken, das Institut de France zur rechten Seite unserer Fahrt. Von den unzähligen Brücken, die über die Seine führen, kamen wir zur ältesten Brücke von Paris, der Pont Neuf. Sie wurde 1606 von Henri IV eingeweiht; neu war zu jener Zeit, dass keine Brückenbebauung vorgenommen wurde.
Nun fuhren wir am Nabel von Paris vorbei, der Ile de la Cité, mit der Conciergerie und der Kathedrale Notre Dame, Inbegriff der französischen Gotik. Unmittelbar nach der Ile de la Cité folgt die kleinere und ruhigere Insel Ile St. Louis. Im Institut du Monde Arabe, das wir nach den Inseln sahen, findet zur Zeit eine ägyptische Ausstellung statt.

Wenige Minuten später bogen wir in den Kanal St. Martin ein, wo wir in der ersten Schleuse nach oben gehoben wurden. Diese Schleuse und der danach folgende Yachthafen wurden nach dem nahe liegenden Grand Arsenal benannt. Dort wurde früher Schießpulver hergestellt. Noch schnell konnten wir einen Blick auf die Opéra Bastille werfen, bevor wir in einen Tunnel einfuhren. Das niedrige Gewölbe ließ nur hin und wieder durch runde, vergitterte Öffnungen etwas Tageslicht durch. Dieses Gewölbe ist mehr als 2 km lang.
Der Kanal befand sich vor 1858 im Freien, bis Baron Haussmann das Gewölbe bauen ließ. Baron Haussmann war Präfekt von Paris und sanierte unter Napoleon III die komplette Stadt innerhalb von 17 Jahren - eine gewaltige Leistung!
Inmitten dieser ‚Halbwelt' übertönte ein Klarinettenspiel das Schiffsmotoren-geräusch - eine Einlage des Touristen-führers.
Nach circa 15 Minuten kamen wir aus der Dämmerung und Kühle wieder ans Tageslicht. Ab hier gaben uns Kastanien rechts und links des Ufers Schatten vor den jetzt sengenden Sonnenstrahlen.

Nach einer weiteren Schleuse, Écluse du Temple, fuhren wir an der ersten von zwei Drehbrücken vorbei. Im Hintergrund konnten wir das Krankenhaus Saint Louis
(17. Jahrhundert gebaut) erkennen, in dem dereinst die Pestkranken gepflegt wurden.
Unmittelbar hintereinander folgten weitere Schleusen - wir wurden Stufe um Stufe höher gehoben und hatten ausreichend Zeit die Umgebung und viel Interessantes zu betrachten und zu hören, wie z. B. eine Kristallglasherstellung, in der nach alten Vorlagen Kopien erstellt oder restauriert werden, das Hôtel du Nord, Titel und Schauplatz einer verfilmten Liebesgeschichte. Beim Bau des Kanals hat man einen Friedhof aus der Merowingerzeit gefunden. In der Nähe stand im Mittelalter die Galgenstätte von Paris, Gibet de Montfaucon, wo man 16 Menschen gleichzeitig hängen konnte.

 

Zeitzeichen sind auf dieser Durchfahrt überall zu finden, und mit dem Schiff glitten wir in einem anschaulichen Tempo an ihnen vorbei.

Als wir, fast am Ende unserer Reise in das Bassin de la Villette kamen, sahen wir hinter uns liegend die Rotonde de la Villette, die Zollstelle und Stadttor ab 1789 war. Das Bassin war ursprünglich ein Trinkwasserreservoir für Paris und viertgrößter Handelshafen Frankreichs.

Wir legten am Parc de la Villette an, um nun wahlweise das Wissenschafts- bzw. das Musikmuseum zu besuchen.

Wir hatten im Kanal St. Martin nur 4,5 km zurückgelegt, es geschafft unter 5 Brücken, 5 Stegen, 3 Drehbrücken durchzufahren und in 9 Schleusen 26 Meter über den Seinespiegel gehoben zu werden - eine alles in allem sehr reizvolle Art von ‚Sightseeing' und für mich bestimmt wiederholenswert.
Elke Schuster

 

Cité de la Musique in La Villette - Paris - 27.05.2005



An einem heißen Tag und nach einer wunderschönen Fahrt mit dem Boot über die Seine nach la Villette gab es die Möglichkeit, das "Musée de la Musique"
mit der Unterstützung eines jungen, deutschsprechenden Führers zu besuchen.
Das Museum war angenehm klimatisiert und der junge Mann, mit einem CD-Spieler ausgerüstet, empfing uns am Eingang.

Er berichtete, dass das Museum 1997 eröffnet wurde und eine chronologische Darstellung der musikalischen Entwicklung und der Musikinstrumente bietet.
So gingen wir durch mehrere Räume und Etagen eines architektonisch sehr großzügig gebauten Hauses, beginnend mit Instrumenten aus dem 17. Jahrhundert
aus dem barocken Italien und Darstellungen der Musik in Versailles , der Oper und der öffentlichen Konzerte in den Pariser Salons.

Weiter ging es mit der Entwicklung der Musikinstrumente im 18. Jahrhundert - der klassischen Orchesterinstrumente - sowie der Entwicklung der Harfe.
Untermalt wurden alle Ausführungen durch akustische Beispiele aus dem CD-Player.
Viele wertvolle Instrumente waren zu bewundern, so beispielsweise einige Stradivari Geigen.

Im 19. Jahrhundert entstand das romantische Orchester und die Perfektionierung der Blasinstrumente sowie die "große Oper".
Die Ausstellung endete mit der Darstellung heutiger Instrumente aus anderen Erdteilen, zum Beispiel aus Asien, Afrika und Haiti, um die musikalische
Kultur nicht europäischer Länder nicht zu vergessen.

Nach zwei interessanten Stunden fühlten wir uns umfassend über die musikalische Entwicklung der letzen Jahrhunderte informiert, auch wenn die versprochene
Präsentation eines Instruments durch eine live auftretende Künstlerin mangels Erscheinen derselben leider ausfallen musste!

Mechthild O.v.d.gentschen Felde

Cité des Sciences & de l'Industrie


Nach der Kanalfahrt hatten wir etwas Zeit, um entweder im Parc La Villette etwas zu schlendern oder Mittag zu essen. Diejenigen, die sich den Besuch in Wissenschaft und Industrie ausgesucht hatten, sollten sich dann um 14 Uhr in der Eingangshalle treffen. Hier lag uns dann Paris zu Füßen, denn Claude erwartete uns auf einem Luftbild von Paris. Er überreichte uns die Eintrittskarten und fuhr dann mit uns per Rolltreppe in die Ausstellung, wo dann jeder einen Kopfhörer mit deutscher Führung erhielt, weil ansonsten alle Schrifttafeln in dem Museum in französisch waren und die Auskünfte in den zahlreich verteilten Computern nur englisch und spanisch an Fremdsprachen enthielten.
Anschließend konnte jeder die Ausstellung auf eigene Faust erkunden; 16:45 Uhr wollten wir uns dann wieder treffen, um pünktlich beim Bus zu sein.
Jetzt beginnt aber auch schon das Problem mit der Technik: Zwar ist der Kopfhörer einfach zu bedienen, es dauert aber eine geraume Zeit, bis ich heraus bekommen habe, wo ich welche Information abrufen kann. Aus den Gesichtern anderer Leichlinger und deren Kommentaren konnte ich schließen, dass sie die gleichen Probleme hatten. Nachdem diese Anfangsschwierigkeiten überwunden waren, konnte dann aller-dings die Ausstellung genossen werden.

Sie ist sehr großzügig geschnitten, viel Platz steht zur Verfügung, alles ist sehr hell, weil es ein großer Glaspalast ist (vgl. Bild). Die Ausstellung umfasst eine ganze Reihe kleinerer Ausstellungen, alle zum Bereich Wissenschaft und Technik. In der Kürze der vorhandenen Zeit konnten diese nicht alle erkundet werden, ich musste selektieren.
Ein spannender Bereich ist immer das Thema Raumfahrt. Hier standen u.a. Modelle der Ariane 5 und einer Marssonde. Es konnten auch einige Versuche, die mit diesem Thema in Zusammenhang stehen, unternommen werden. Einen technisch zwar interessierten, aber eigentlich nicht sonderlich bewanderten Zeitgenossen wie mich hat es dann doch gefreut, dass ich eine Rakete höher schießen konnte als ein Lehrer (ich hab es allerdings erst versucht, als dieser zum nächsten Experiment abgewandert war…). Auch im Bereich der Automobiltechnik gab es einiges Interessantes zu sehen: der Aufbau und die Durchführung von Crashtest zu beobachten war spannend, die Zusammenfügung der Automobile in den heutigen Produktionsstraßen nicht minder.
Aus dem Bereich der Technik habe ich mich dann in den Bereich der Wissenschaft gewandt. Anlässlich des Einsteinjahres war diesem eine Ausstellung gewidmet (ebenso wie Jules Verne, zu dem ich aber nicht mehr gekommen bin). Nach dieser waren dann Mathematik, Akustik und Optik an der Reihe. Insbesondere im Bereich der Optik konnte man dann wieder spielerisch Entdeckungen machen. Man konnte z.B. die Mona Lisa lächeln lassen und einen virtuellen Zug durch ein Museum machen… Dem Thema Gentechnik konnte ich mich dann ebenso ganz kurz widmen wie der Bevölkerungsentwicklung auf der Erde, andere Ausstellungen habe ich noch nicht einmal am Rande mitbekommen. Die vielen Möglichkeiten mit Computern, Filmvorführungen, physikalischen Versuchen und dergl. konnten leider nur sehr knapp genutzt werden, wobei allerdings auch die mangelnde Kenntnis der französischen Sprache sich öfter als Hinderungsgrund zugesellte.
Nach viel zu kurzer Zeit erreichte ich dann gerade noch pünktlich den Treffpunkt. Hier musste ich dann erfahren, dass der Busfahrer umdisponiert hatte und einen anderen Parkplatz gewählt hatte, wodurch einige Verwirrung entstand und wir erst mit satter Verspätung die Heimfahrt nach Marly antraten. Schade, die Stunde hätte ich gerne noch der Cité gewidmet…
Theo Beckers

Ausstellung von Ilse Alshut-Goffart


Auszug aus der Rede Wicze Brauns zur Eröffnung der Ausstellung von Ilse Alshut-Goffart in der Bibliothek von Marly-Le-Roi:" . . .
C'est avec un très grand plaisir que nous assistons aujourd'hui avec nos amis de Marly-Le-Roi au vernissage d'une nouvelle exposition d'art. C'est la sixième entre temps - trois à Leichlingen, et aujourd'hui la troisième à Marly-Le-Roi…..
Ilse Alshut-Goffart est une artiste reconnue... Depuis 1956, elle participe chaque année à des expositions individuelles et collectives...
La peinture de Ilse Alshut-Goffart se réfère à la nature.
Mais comme l'expriment les titres de ses dessins, ses tableaux sont des compositions surréelles et souvent fantastiques…. "
. . .
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Freunde von Marly und Leichlingen.
Mit großer Freude können wir heute mit unseren Freunden aus Marly-Le-Roi eine weitere Kunstausstellung feiern.
Es ist inzwischen die sechste - drei davon in Leichlingen, und heute die dritte in Marly-Le-Roi.

Ilse Alshut-Goffart ist der Name der Künstlerin, die unsere Bürgerreise dieses Jahr begleitet.
Sie ist in Masuren in Ostpreußen geboren. Diese Landschaft ist charakterisiert durch die ausgedehnten Ebenen, die großen Seen, die Sümpfe und die geheimnisvollen Wälder. Und vor allem, früher wie heute, ist diese Gegend nur dünn bevölkert. Dort sind die Wurzeln ihres Lebens.
Schon als Kind ging sie oft in die Natur, um dort zu zeichnen und zu malen. Das ist ihre Leidenschaft geworden.

Nach dem Abitur studierte sie Kunst und Pädagogik in Wuppertal.
Sie wurde Lehrerin und Malerin. Ihre hauptsächlichen Tätigkeitsfelder sind Bleistiftzeichnungen und Aquarelle.

Sie ist eine bekannte Künstlerin mit einer langjährigen Erfahrung.
Seit 1956 nimmt sie jedes Jahr an Einzel- und Gruppenausstellungen teil.
Ihr Werk wird von Vielen hoch geschätzt.

Die Malerei von Ilse Alshut-Goffart orientiert sich an der Natur.
Aber wie die Titel Ihrer Bilder ausdrücken, sind ihre Kompositionen surreal und oft phantastisch.
Mit ihren Bleistiftzeichnungen entführt sie den Betrachter in eine Welt von friedlichen und subtilen Formen von extremer Präzision, die ihn ganz einnehmen. Diese phantasievollen Bilder sind entwickelt unabhängig von dem Titel, den die Künstlerin ihnen gegeben hat. Die strenge graphische Struktur spricht für sich selbst. Die subtilen Stein- und Pflanzenformen verwandeln sich in sehr bewegte Figuren. In der Serie "keimendes Leben" z.B. versucht die Künstlerin den Mikrokosmos des Lebens in das Bewusstsein des Betrachters zu bringen. Die ursprüngliche Kraft der Natur wird dargestellt durch Samen, Sporen, Keime, Sprossen und Lebewesen.

Jetzt zu den phantastischen Landschaften: Die Zusammenstellung der Farben gibt den Ton an für diese Bilderserie. Sie sind mit Fettkreiden gemalt. Sie strahlen voller Licht. Sie widerspiegeln die ursprünglichen Kräfte der Elemente und der Landschaften. Die Täler und Wälder bilden eine irdische Einheit, die zu dem leuchtenden Himmel kontrastiert. Bei aufmerksamer Betrachtung entdeckt man in den Spalten der Felsen und zwischen der Vegetation menschliche, tierische und pflanzliche Züge.

Verehrter Herr Bürgermeister, wir danken recht herzlich für die Verwirklichung dieser interessanten Ausstellung. Wir danken auch der Mannschaft der Marly-Arbeitsgruppe für die schöne Zusammenarbeit:
Bruno Cronier, Michèle Luccioni und vor allem Danièle Leroy.
(Übersetzung v.Wicze Braun)

Die Krippen in Marly-le-Roi
oder
Die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie



Am Samstag Vormittag, den 28.5.05 stand ein Vortrag von Michèle Tosi, der 1. Vize-Bürgermeisterin von Marly (Sozialwesen) zu diesem Thema auf unserem vielfältigen Programm.
Im Beisein von Bruno Cronier, der für die Städtepartnerschaft zuständige Vizebürger-meister, hielt Madame Tosi vor 15 Zuhörerinnen und Zuhörern in deutscher Sprache einen sehr interessanten und kurzweiligen Vortrag zu dem obigen Thema.

Der Vortrag stellte die Besonderheiten in der Versorgung der Kleinkinder im Alter von 10! Wochen bis 3 Jahren in Frankreich, konkret in Marly-le-Roi, dar. Anschließend ergab sich eine spannende und lebhafte Diskussion in französisch und deutsch, in deren Verlauf Frau Pflüger immer wieder die Diskussionsbeiträge übersetzte.


Einige Zahlen dazu:
In Marly gibt es 5 Krippen mit insgesamt 167 Plätzen, die von 189 Kindern belegt werden.
Zusätzlich gibt es sogenannte "Familienkrippen" bei einer Tagesmutter - "assistente maternelle". So werden weitere 50 Kinder zu Hause bei offiziell registrierten und geschulten Tagesmüttern versorgt. Da der Bedarf an Plätzen noch höher ist, gibt es weitere nicht registrierte Tagesmütter.

Ziele und Aufgaben der Krippen:
- für Gesundheit, Wohlergehen und Entwicklung der Kinder zu sorgen
- den Eltern Unterstützung zu geben, damit sie Familienleben und Berufstätigkeit vereinbaren können

Organisation:
- Die Krippen sind zwischen 7.30 und 18.30 Uhr geöffnet.
- Jede Einrichtung nimmt Kinder in Teilzeit und Vollzeit auf. (Dadurch ist die Belegung der 167 Plätze mit 189 Kindern möglich.)
- Die Eltern melden ihr Kind jeden Monat neu mit den entsprechenden Besuchszeiten an, was den Eltern eine hohe Flexibilität ermöglicht.
- Es gibt jeweils 3 altersgleiche Gruppen: von 10 Wochen - 1 Jahr; 1-2 Jahre und 2-3 Jahre
Personal:
Jede Krippe wird von einer Kinderkrankenschwester oder einer Kinderpflegerin geleitet.
Die Kinder werden von einem Team aus Kinderpflegerinnen, Hilfskräften und sogenannten "sozialen Arbeitskräften" (agents sociaux) versorgt. Die sozialen Arbeitskräfte sind für die Zubereitung der Mahlzeiten, die Raum- und Materialpflege und die Wäsche zuständig. Die Fachkräfte kooperieren regelmäßig mit einem Kinderarzt, einer Psychologin und einem Facharzt für Psychomotorik.

Kosten:
Die Kosten sind abhängig von der Dauer der Unterbringung und dem Einkommen der Eltern. Beim maximal anzurechnenden Einkommen liegt der Stundensatz zwischen 1,77 und 2,65€.
Da die französischen Mütter in der Regel nicht bereit sind, wegen Kindern auf ihre Berufstätigkeit zu verzichten, sind sie bereit, für die Versorgung ihrer Kinder mehr zu zahlen.

Wir waren von dem System der Krippen sehr beeindruckt -vor allem im Vergleich zur Situation in Deutschland. In der anschließenden Diskussion tauchten folgende Punkte auf:
- die relativ hohen Kosten
- die Ausbildung und Qualifikation der Fachkräfte
- Mangel an qualifizierten Kräften im Gesundheitsbereich
- Altersgemischte - altersgleiche Gruppen
- Diskrepanz von Angebot und Nachfrage
- Der sog. "graue" oder "schwarze" Markt der Tagesmütter
- Unterschiedliches Frauen- und Mutterbild in den beiden Ländern

Leider musste die Diskussion quasi mittendrin abgebrochen werden, weil der nächste Programmpunkt "Apéritif in der Rue de Leichlingen" anstand.

Eine persönliche Bemerkung bzw. Frage zum Schluss:
Wie kommt es, dass sich in zwei Ländern mit ähnlichen gesellschaftlichen Strukturen das Frauenbild so unterschiedlich entwickelt hat? In Frankreich ist es für eine Mutter gesellschaftlich und moralisch in Ordnung, ihr Kind im Alter von 10 Wochen in eine Krippe (an "Fremde") zu geben, während eine Mutter in Deutschland in dieser Situation starke subtile und auch offene moralische Abwertungen erfährt.
Anna Müller


Marly le Roi, Rue de Leichlingen
(siehe Bild vorne)


Man hat in unserer hübschen Partnerstadt ein neues 'Quartier' errichtet, ein neues Wohnviertel also. Da ist zum Beispiel die Rue de Marlow, die an Marlys britische Freunde erinnert. Und parallel dazu, eingeweiht am 28. Mai 2005, die Rue de Leichlingen, 'unsere' Straße.

Die Sonne lachte am Tag ihrer Einweihung durch Marlys Bürgermeister Jean-Yves Perrot, der vor Anwohnern und Gästen der Jumelage aus Marly und Leichlingen von Hoffnung und Glück für Europa sprach. Symbolisch hierfür präsentierte er den jüngsten Sproß der neuen Straße, das 5 Monate alte Baby einer jungen Deutschen und ihres französischen Gatten. Die kleine Familie lebt hier in der pittoresken Rue de Leichlingen.

Nach Perrot sprachen die Clubvorsitzenden, zunächst Patrick Gautier, dann Sybille Schmidt. Sie freuten sich mit über die Benennung der Straße nach unserer Stadt und dankten allen, die sich stets für das Wohl der Partnerschaft engagiert einbrächten. Bei Häppchen und Getränken gab es anschließend viele Gespräche zwischen den Anwesenden bis zum Ende dieser harmonischen, sonnenüberstrahlten Veranstaltung.

Die Referenten allerdings vermißten ein Straßenschild ... bis sie es endlich entdeckten: Unter einem Busch verborgen, von Blattwerk hübsch dekoriert. Geniert sich denn 'die Neue' noch ein wenig?

Barbara und Hans-Jürgen Hennecke

 

Gelungener Samstagabend! Das Konzert fand großen Anklang



Als beim letzten Besuch der Marlychois Philipp Leroy und Ernst Müller feststellten, daß beide eine Gitarre im Haus haben, wurde spontan die Idee eines gemeinsamen Konzertes geboren. Nur,mit zwei Gitarren kommt man natürlich nicht weit. Schnell stellte sich heraus,daß beide langjährige Mitglieder in einer Band in ihrer Heimatstadt sind. Also wurde zum diesjährigen Besuch der Leichlinger in Marly-le-Roi ein gemeinsames Konzert organisiert. Im Theatersaal des "INJEP" sollte das Spektakel stattfinden.
Wir freuten uns sehr auf den Samstagabend. Zu Anfang spielte die Gruppe "Blue Suede Boys". Diese Band wurde vor 30 Jahren von Philipp Leroy gegründet und spielt seitdem in unterschiedlicher Besetzung zusammen. Die Interpretationen des Rock'n Rolls war sogar für viele nicht an diese Musik gewöhnte Hörer ein Ohrenschmaus. Selbst reine Klassikhörer sprachen den Musikern großes Lob aus. Eine musikalische Liebeserklärung an unsere
1.Vorsitzende Sybille Schmidt fand den uneingeschränkten Beifall aller.
Teil 2 des Konzertes gestaltete "Take Off" aus Leichlingen. Die normalerweise aus acht Mitgliedern bestehende Gruppe mußte leider auf einen Musiker und die Sängerin verzichten. "Take Off" besteht seit über 15 Jahren mit wechselnder Besetzung. Sie spielen Rock,Blues,Soul und Reggae. Neben öffentlichen Auftritten haben sie auch 2 CD's veröffentlicht.
Take Off" wurde genau wie die "Blue Suede Boys" mit Viel Applaus empfangen. Sie begannen mit einem Blues von Johnny Copeland in einer jungen, frischen Version. Damit überzeugten sie das Publikum von ihrem Können. Beide Bands trafen sich zum Abschluß auf der Bühne zu einem Finale,wobei deutlich die Freude an der gemeinsamen Musik zu erkennen war. Kaum jemand hielt es auf den Sitzen,es war,als ob man "fourmis dans les jambes"
( Ameisen in den Beinen ) gehabt hätte. Wir wünschen uns mehr davon zu hören und hoffen auf ein Konzert im nächsten Jahr in Leichlingen.
Anschließend wurde bei einem Apéritif in gelockerter Atmosphäre viel erzählt und diskutiert.
Den Weg zum kalten Buffet im "Centre Fontenelle" legte die Gruppe zu Fuß zurück. Der gemütliche Abend wurde von Thierry am Akkordeon mit "Musette" aufgelockert. Die Zeit verging,wie immer, viel zu schnell.

Beate Bin Yusof

 

"Fremde Freunde -
Deutsche und Franzosen vor dem 21. Jahrhundert"


So lautet der Titel eines von namhaften Frankreich- und Deutschland-Experten verfassten Buches, das im Jahre 1997 im Piper-Verlag München unter Federführung des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg und mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart, die - klein, aber fein - enorm viel für das gegenseitige Verständnis tut, erschienen ist.
Freund und zugleich Fremder: Ist das nicht ein Widerspruch? Natürlich und zwar ein gewollter!

Es stimmt einfach, dass fast jeder Deutsche, der partnerschaftlich mit Frankreich engagiert ist, über seine "jumelage", seinen dortigen Sportverein etc. Bescheid weiß, aber so gut wie nichts über die wirtschaftliche, politische und soziale Struktur in Frankreich sagen kann.

In mehreren Kapiteln
1. Gegenwart der Geschichte
2. Gesellschaft und Kultur
3. Politische Systeme
4. Wirtschaft im Umbruch
5. Europa und internationale Bezie-hungen
wird dieses Defizit aufgearbeitet.

Aber nun muss nicht jeder Interessierte gleich dicke "Schinken" lesen. Es gibt leichtere Zugänge zum Thema. Die erste Möglichkeit besteht darin, dass man sich kostenlos das von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebene Heft

Informationen zur politischen Bildung
285. Heft / 4.Quartal 2004 "Frankreich"

besorgt. Anschriften sind zu richten an:

Franzis print und media GmbH
Postfach 150740
80045 München

per Postkarte oder per Fax 089/5117-292.

Auf 58 Seiten werden die oben angeführten Themen gut lesbar vermittelt.

Wer sich fortlaufend über Frankreich informieren möchte, kann auch die Zeitschrift
"écoute", Das aktuelle Magazin in Französisch kaufen.
Interessante leichte, mittelschwere und anspruchsvollere Artikel werden pädagogisch geschickt mit Übersetzungs-hilfen angeboten - für Frankreich-Liebhaber mit Französischkenntnissen eine äußerst interessante Fortbildungs-möglichkeit.

Ansprechpartner für Abonnenten:

Spotlight Verlag GmbH und Co. KG
Fraunhoferstraße 22
Postfach 1565
82144 Planegg/München

Dort erfahren Sie auch die näheren Konditionen.

Und nun kommt der absolute Knüller: Der auf diesem Gebiet äußerst renommierte

Erich Schmidt Verlag
Genthiner Straße 30 G
10785 Berlin
Telefax 030/250085-305

hat nunmehr die 2. überarbeitete Auflage des

Frankreich-Lexikon
Schmidt/Doll/Fehl/Loewe/Taubert
ISBN 3 503 061 84 3

erscheinen lassen.

Bereits die erste Auflage vor mehr als 20 Jahren war für Frankreich-Spezialisten eine Sensation.
Dieses Werk bietet auf 1200 Seiten über Frankreich sämtliche relevanten Informa-tionen. Es ist nicht so sehr für die Eigenanschaffung gedacht. Dafür ist es (mit ca. 100 €) doch recht teuer, aber wir sollten darauf hinarbeiten, dass jede Stadtbibliothek, jede Vereinigung etc. ein Exemplar dieses wertvollen Buches in den Beständen hat.

Das verschafft nicht nur zusätzliches Wissen; es vermeidet auch interkulturelle Fauxpas, die bei manchen Begegnungen, die ich auch während meiner beruflichen Tätigkeit - auf sehr hohem Niveau - mit Franzosen und der "Assemblée Nationale" (Französische Nationalversammlung) und dem sénat (Senat) habe erleiden müssen. Die Franzosen sind protokollbewusster.

Viel Spaß bei der Lektüre.

Ihr Bücherwurm
Jörg Allkämper

Meldung v. 11.03.2005 im Klett Verlag:
Bald identisches Geschichtsbuch in Deutschland und Frankreich

Gemeinsame Presseerklärung des Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, des französischen Erziehungsministers François Fillon und des Auswärtigen Amtes
Ab dem Schuljahr 2007 können deutsche und französische Schüler der letzten 3 Klassen vor dem Abitur aus einem vom äußeren Erscheinungsbild und von den Inhalten her identischen Geschichtsbuch lernen. Dieses politisch, kulturell und didaktisch einzigartige Projekt wurde anlässlich des 40. Jahrestags des Elysée-Vertrags 2003 von beiden Regierungen und dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Ministerpräsident Müller (Saarland), angestoßen. Nach entsprechender bildungspolitischer Vorarbeit durch eine bilaterale Arbeitsgruppe werden nun zwei renommierte Schulbuchverlage aus Deutschland und Frankreich das Projekt gemeinsam realisieren. Es handelt sich um den Ernst Klett Verlag, Stuttgart sowie Editions Nathan aus Paris. Sie werden das Geschichtsbuch mit gleichem Inhalt in je einer sprachlich identischen deutschen und französischen Fassung erstellen und als reguläre Lehrbücher für die jeweils letzten drei Klassenstufen vor dem Abitur anbieten. Der Inhalt orientiert sich dabei sowohl an den Lehrplänen der 16 Bundesländer als auch an dem französischen Lehrplan für die Oberstufe. Die Kultusminister haben sich darauf verständigt, bei der Genehmigung des Buches großzügig zu verfahren.

Der erste Band ist für die Abiturklasse gedacht und wird sich mit der neuesten Geschichte ab 1945 befassen. Er erscheint im Laufe des Schuljahres 2006/2007. Ihm folgen die zwei weiteren Bände, die sich mit den Zeiträumen vom 19. Jahrhundert bis 1945 und von der Antike bis zur Romantik befassen. Im Schuljahr 2008/2009 sollen dann die kompletten drei Bände für die Oberstufe vorliegen.

Anlässlich eines Treffens des französischen Erziehungsministers François Fillon mit dem Kulturbevollmächtigten, Ministerpräsident Müller (Saarland), und der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Johanna Wanka (Brandenburg), sowie allen 16 Kultusministern der Länder am 10.03.2005 in Berlin haben die Verlage Klett und Nathan ihre Absicht bekräftigt, dieses innovative Schulbuchprojekt zu verwirklichen. Erziehungsminister Fillon und der Kulturbevollmächtigte ebenso wie der Leiter der Kultur- und Bildungsabteilung des Auswärtigen Amtes, Wilfried Grolig, würdigten den großen und für die Öffentlichkeit sichtbaren Symbolwert des Projekts. Es hat nicht nur bildungspolitisch eine hohe Bedeutung; mindestens ebenso wichtig ist der psychologische Effekt: Junge Deutsche und junge Franzosen lernen aus dem gleichen Buch die jeweilige Geschichte ihres Landes sowie die gemeinsame europäische Geschichte. Die Verlage Klett und Nathan sind davon überzeugt, dass dies einen Beitrag dazu leisten wird, die Vermittlung und Wahrnehmung der Vergangenheit aus Sicht der jungen Deutschen und Franzosen im zusammenwachsenden Europa anzunähern. Das Lehrbuch wird es ermöglichen, gemeinsame und unterschiedliche historische Entwicklungen zu verdeutlichen sowie Perspektivenwechsel zu erleichtern.
Anmerkungen von B. Pflüger:
1) Das gleiche Communiqué ist auf der Internetseite des Auswärtigen Amts Berlin zu lesen unter: www.auswaertiges-amt.de Rubrik Europa, EU Politik, Aktuelle Themen: Die Zukunft Europas: Deutsch-französische Zusammenarbeit: Manuel d'histoire franco-allemand.

2) " Diese Bücher werden nicht die bisherigen vorhandenen Geschichtsbücher ersetzen, die Lehrer können sie wählen oder auch nicht. Sie werden in den Wettbewerb kommen, in freier Entscheidung." (J.-L. Nembrini, Inspecteur général d'histoire et co-président de la commission mixte d'élaboration des manuels, zitiert in " Le Monde", 12.03.2005)


Das Frankreichfest Düsseldorf
Zu Ehren Frankreichs feiert Düsseldorf auch in diesem Jahr den Französischen Nationalfeiertag. In der Altstadt erwartet Sie am 09. und 10. Juli wieder für ein ganzes Wochenende ein "Petit Paris". Mit dem 5. Frankreichfest sollen die vielfältigen kulturellen, wirtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen zu Frankreich unterstrichen werden.

Das Institut Français beteiligt sich an dem Fest mit der Einladung der französischen Musikgruppe Les Martine City Queen, die eine Mischung aus ihren eigenen Kompositionen, entnommen aus ihrem neuesten Album "L'homme est un être fantastique", und aus ihrem Programm "Le Bal des Martine" mit traditionellem französischen Bal Musette präsentieren.

Außerdem wird das Institut Français wieder mit dem Bibliobus vertreten sein.

Pour terminer, il ne nous reste plus qu'à vous souhaiter des vacances bien ensoleillées et reposantes! - Wir wünschen einen wunderschönen Sommerurlaub !
A bientôt en automne!
Basilisse Pflüger

Impressum

Redaktion:
Basilisse Pflüger
Am Treppchen 7
42799 Leichlingen
Tel.: 02175 / 71186
Fax 02175 / 720176
fam.pflueger@t-online.de

Layout:
Wolfgang Pflüger