Infoblatt Nr. 24 - November 2006

zurück zu Aktuelles


Deutsch-französische Reisegruppe vor der Weinstube des Heilig-Geist-Spitals in Nürnberg


In eigener Sache


Liebe Vereinsmitglieder und Freunde des Freundeskreises Marly,
der Schwerpunkt des zweiten Halbjahres war für unseren Freundeskreis die deutsch-französische Kulturreise. Sie führte 29 Marlychois (begleitet von Bruno Cronier, Maire adjoint) und 13 Leichlinger/innen nach Nürnberg und Bamberg. An dieser Stelle möchte ich unserem 2. Vorsitzenden und Organisator der Reise, Dr. Hermann Brandl, auch im Namen der Gruppe nochmals meinen herzlichen Dank aussprechen für die gute Organisation, Durchführung und Betreuung vor Ort. Die Reise war sehr interessant aufgebaut, wir haben einen guten Einblick bekommen in die reiche Kultur und die zwiespältige Geschichte des Frankenlandes. Die deftigen fränkischen Gerichte haben wir sehr genossen. Auch heikle Themen wurden nicht ausgespart: so hinterließ ein Besuch des Dokumentationszentrum über die Nazizeit viele nachdenkliche Gesichter. Ich fand es schwierig, darüber ein Gespräch zu beginnen. - doch der fröhliche Henri aus Marly, der beim Abendessen bei uns am Tisch saß, meinte: "Alles, was damals geschehen ist, ist für uns nicht nachvollziehbar; aber es berührt nicht die Freundschaft, die sich nun zwischen uns allen entwickelt hat!"
So ist auch diesmal wieder festzuhalten: neben den touristischen Höhepunkten ist es vor allem auch die herzliche und freundschaftliche deutsch-französische Gemeinschaft, die diese Reisen zu einem besonderen Erlebnis werden lassen! Vielleicht haben auch Sie nächstes Jahr Lust, mit uns nach Frankreich zu fahren?
Mit lieben Grüßen und allen guten Wünschen für ein schönes Jahresende bin ich
Ihre Sybille Schmidt


Termine 2007

Samstag, 20. Januar 2007 Neujahrstreffen des Freundeskreises
um 11.30 Uhr im Bürgerhaus

Dienstag, 17. April 2007 Mitgliederversammlung

17. - 20. Mai 2007 (Himmelfahrt) Bürgerreise nach Marly

Ende August/Anfang September Deutsch-Franz. Kulturreise


Persönliches


Zum 80. Geburtstag von Walter Schaaf am 7.10.06

Lieber Walter,
Sybille und wir Senioren vom Freundeskreis Marly-le-Roi gratulieren Dir von Herzen zu Deinem runden Geburtstag. Wir wünschen Dir alles Gute, vor allem natürlich eine stabile Gesundheit.
Wir freuen uns immer, wenn Du zu unseren Treffen kommst! Du hast immer so fröhliche Augen und den Schalk im Nacken! Und nun "Glückauf" in nächste Jahrzehnt!
Herzliche Grüße von uns allen.
Friederike

 

Nachruf für Kurt Nessbach
geboren 6.11.24 - gestorben 11.6.06

Nein, französisch konnte er nicht, auch ein Kursus hat seine Schulkenntnisse nicht mehr auffrischen können. Dabei wollte er sich doch so gerne mit den Freunden aus Marly unterhalten oder wenigstens verständigen. Er fand es wunderbar, wie diese Gemeinschaft florierte, besonders auf der Reise durch den Harz war die gegenseitige Verständigung hervorragend. Für die Fahrt im Mai 2005 nach Marly war er zu krank, leider. Aber wir haben ihm alles erzählt und mit Bildern unterlegt.
Nun ist er von uns gegangen. Viel zu früh - sagen seine Freunde; und Freunde hatte er viele.
Doris Lintz

 


Unsere Mitglieder berichten

Die deutsch-französische Kulturreise begann wie immer mit einem dreitägigen Aufenthalt in der Partnerstadt. Die Marlychois wohnten im Pilgerheim Weltersbach, in dem sie sich sehr wohl fühlten und vorbildlich betreut wurden. Neben den Ausflügen nach Köln und ins Neandertal blieb natürlich auch noch genug Zeit, um in Leichlingen ausgiebig zu bummeln.

Besuch beim ältesten bekannten Europäer
von Heide Brandl


Ganz in unserer Nähe begann die Geschichte der Erforschung der Menschwerdung. Vor 150 Jahren fand man in Mettmann seltsame Knochen, die sich als Sensation entpuppten. Das mussten wir unbedingt "unseren Franzosen" zeigen und so machten wir einen gemeinsamen Ausflug an diesen legendären Ort.
Das Bergische Land war einst ein Flachmeer mit riesigen Korallenriffen, die sich als mächtige Kalkschicht ablagerten. Das Flüßchen Düssel hatte sich im Laufe der Zeit tief in den Kalk gegraben , so dass eine Felsenschlucht mit zahlreichen Höhlen entstand, die mit Buchen und Sträuchern bewachsen war. Ein malerischer Ort, der schon früher viele Menschen anzog. Auch der berühmte Kirchenliederdichter Joachim Neander suchte hier Erholung. Wer kennt nicht sein Lied "Lobet den Herren, den mächtigen König". Nach ihm wurde das Tal benannt. Seinerzeit schrieb man Tal noch mit th.
Leider zerstörte man diese Idylle im 19. Jahrhundert. Für die Eisenhütten der Umgebung benötigte man Kalk, den man dann hier abbaute.

Arbeiter fanden beim Kalksteinbrechen im August des Jahres 1856 sechzehn Knochen. Der Wuppertaler Prof. Johannes Fuhlrott identifizierte diese als Überreste eines prähistorischen Menschen. Die Fachwelt griff ihn heftig an. Eine kontroverse Diskussion über diesen Fund entstand, an der auch der berühmte Arzt Rudolf Virchow und sogar Richard Wagner beteiligt waren. Aber weitere Funde bestätigten die These von Fuhlrott. 1864 erhielten die fossilen Skelettreste des Menschen den wissenschaftlichen Namen "Homo neanderthalinensis".

Man fand heraus, dass dieser "Neanderthaler" zwischen 200.000 und
40.000 v.Chr. lebte, im Mittelpaläolithikum.
Er hatte eine kräftige, gedrungene und muskulöse Körpergestalt und war etwas kleiner als der heutige Mensch. Unter einer fliehenden Stirn wölbten sich starke Überaugenwülste, eine breite Nase und ein schwach ausgebildetes Kinn.
Der Neanderthaler war extrem auf seine Umwelt spezialisiert. Er lebte in der Tundra unter Bedingungen wie man sie heute im nördlichen Lappland findet. Die Funde zeigen, dass er ein geschickter Handwerker war. Er fertigte Sägen, Schaber, Messer und Harpunen aus Stein, bearbeitete Holz, Knochen und Felle. Die Neanderthaler waren Sammler und Jäger und lebten unter Felsüberhängen und in Höhlen.
Seiner Kultur werden Funde aus der Höhle von Le Moustier in der Dordogne zugerechnet.
Ein Teil der Anthropologen ist der Meinung, dass dieser Eiszeitmensch eine ausgestorbene Seitenlinie des heutigen Menschen ist. Neuere Forschungen und Genanalysen deuten jedoch darauf hin, dass es sich beim Neanderthaler um eine Frühform des Homo sapiens handelt.
Im 1996 neu eröffneten Neanderthal-Museum wurde uns bei sachkundiger Führung die Evolutionsgeschichte der Menschheit veranschaulicht. Wir erfuhren viel vom Leben der Neanderthaler, die unter den extremen Bedingungen der Eiszeit lebten; bestaunten ihre Werkzeuge und Fähigkeiten, hörten wie sie sich kleideten und ernährten. Naturgetreu nachgemachte Puppen dieses Menschentyps in ihren Lebensbereichen vermittelten uns allen ein gutes Bild.

Heute ist das Neandertal eine niederbergische Auenlandschaft. Durch den Kalkabbau im 19. und 20. Jahrhundert hat sich das Tal sehr verändert und die Fundstelle der Überreste des prähistorischen Menschen war verschüttet. Aber bei Grabungen im Jahre 2000 fand man Teile des Jochbeins der berühmten Schädelkalotte. Somit hatte man den Fundort. Bei den Ausgrabungen entdeckte man noch mehr als 5000 Objekte, die aus der Zeit des Eiszeitmenschen stammten. Verbrannte Tierknochen zeugen von der Nutzung des Feuers.1997 fand man die Knochen eines zweiten Neanderthalers.

Die Fundstelle des Homo sapiens neanderthalinensis ist heute mit rot-weißen Stangen markiert. Der eigentliche Fundort lag 20 Meter höher. Wenn man sich in Rückenlage auf die dort aufgestellten Steinliegen legt, kann man sich die Grotte vorstellen, die seinerzeit hier hochragte.
All die vielen Eindrücke und Informationen, die wir auf dieser Exkursion bekamen, wurden noch durch die äußerst interessanten Ausführungen von Marcel Lemoine auf einer Busfahrt ergänzt, der ein Fachexperte auf dem Gebiet ist. Hermann, unser Reiseorganisator, übersetzte und interpretierte die Ergänzung gekonnt für uns deutsche Teilnehmer.
Der unvergeßliche Tag klang aus bei einem gemeinsamen leckeren Essen im Rosenhof in Erkrath.

 

Der Besuch des Kölner Domes
von Lotte Beaufront, Marly

 

 

1164 ließ Erzbischof von Danel die Reste der Heiligen Drei Könige aus Mailand kommen. Die zogen Pilger aus ganz Europa an, so dass um 1248 von Erzbischof Konrad von Hochstaden der Bau einer neuen Kirche begonnen wurde. Der Bauplan wurde den gotischen Kirchen Frankreichs nachgeahmt, aber die Größe dieser Kirche war weitaus imposanter als die der anderen Kirchen zu gleichen Zeit.
Der Bau wurde 1560 unterbrochen und erst im 19. Jahrhundert beendet, was allerdings den Vorteil hat, dass der Dom gotisch geworden und geblieben ist.
Der preußische König Friedrich-Wilhelm IV legte 1842 den Grundstein zum Weiterbau und 1880 war der Dom, dessen Dachgewölbe wir intensiv während 1 ½ Stunden besichtigt haben, fertig gestellt. Im Dachgewölbe hängt ein großer hölzerner schwarzer Adler zur Erinnerung an den Preußenkönig.
Einige Daten: das Mittelschiff ist 144 m lang, 45 m breit und 43,5 m hoch. Die Petersglocke wurde 1923 gegossen und wiegt 24 Tonnen, eine der größten auf der Welt. Das Dachgewölbe ist aus Metall und der Dom ist mit Blei gedeckt. Für die Instandhaltung sind die eigenen Fachhandwerker in jeder Fachrichtung vorhanden und es werden keine Fremdfirmen beauftragt.
Der Besuch des Doms und des Dachgewölbes ist wirklich zu empfehlen.



Besichtigung von Nürnberg im Bus
von Jean-Claude Mardok, Marly

Unser Besuch beginnt in der Altstadt: wir besichtigen die Befestigungsmauern des 14. Jahrhunderts und fahren an einem der vier runden Türme vorbei, die die Stadt umgeben.
Diese Türme waren ursprünglich viereckig, wurden aber nachträglich abgerundet, um damit besser den Kanonenkugeln der Feinde zu widerstehen.
Die Kirche St. Katharina diente als Versammlungsort der berühmten Nürnberger Sänger, die Richard Wagner inspiriert haben. Sie wurde 1945 komplett zerstört und dient heute für musikalische Aufführungen. Wir überqueren auf einer Brücke den Fluss Pegnitz, der die Stadt in zwei Teile teilt: St. Sebald im Norden und St. Lorenz im Süden und passieren das Heilig-Geist-Spital, das in ein Altersheim umgewandelt wurde und im Erdgeschoss ein großes Restaurant beherbergt. Die Kapelle des Heilig-Geist-Spitals, in der bis 1796 die Reichskleinodien aufbewahrt wurden, ist nicht mehr erhalten.

Wir verlassen die Altstadt und begeben uns zu den großen Manifestationsfeldern des 3. Reiches. Hitler, der Nürnberg erwählt hatte als Versammlungsort für seine jährlichen Reichsparteitage der Nationalsozialistischen Partei fand die Altstadt zu klein, um dort die zahlreichen Teilnehmer zu empfangen und hat seinen Architekten Albert Speer beauftragt, eine monumentale Anlage zu entwerfen. Dieser Kongreßsaal, der dem Kolosseum von Rom ähnelt, war vorgesehen um dort 60 000 Teilnehmer zu empfangen. Er wurde niemals fertig gestellt.
Die "Große Straße" von 60 m Breite und 2 km Länge war so konzipiert, dass man in ihrer Verlängerung am Horizont die Kaiserburg sehen konnte. Sie sollte den Kundgebungen der Nazis dienen. Auf dieser Straße landeten am Ende des Krieges die Flugzeuge der amerikanischen Militärs. Nördlich des "Kolosseums" befindet sich das Dokumentationszentrums über die Geschichte des Nationalsozialismus.


Unser Weg führt nun am Nürnberger Stadion vorbei, das 1920 gebaut wurde und nun nach den geltenden internationalen Regeln des Fußballs modernisiert wurde.
Wir umrunden einen großen See, an dessen Stelle im 3. Reich ein großes Stadion vorgesehen war, das Projekt wurde jedoch 1940 fallen gelassen.

Wir fahren in die Stadt zurück und passieren den Justizpalast, der 1920 errichtet wurde. Dort hat 1945 der Internationale Gerichtshof getagt. Die Alliierten haben Nürnberg als Gerichtsort gewählt, weil Hitler dort 1935 die antisemitischen Rassengesetze in Kraft gesetzt hatte.
Unser Bus fährt nun die "Fürther Strasse" entlang. Dort steht der älteste Bahnhof von 1835, dessen Züge damals die Städte Nürnberg und Fürth verbanden.
Die Besichtigung der Stadt endete mit dem Besuch des historischen Friedhofs St. Johannis, wo wir das Grab des Malers Albrecht Dürer besucht haben.
Übersetzung Sybille Schmidt



Besuch des Spielzeugmuseums: ein Fest der Nostalgie für alle Altersstufen
von Annie Travassac, Marly



Seit mehreren Jahrhunderten ist Nürnberg sehr bekannt auf dem Sektor der Spielwaren, davon zeugt ein wunderschönes Museum, das versteckt hinter einer Renaissance-Fassade im Herzen der Stadt liegt.
Die Ausstellungen des Museums zeigen hauptsächlich Spielsachen der beiden letzten Jahrhunderte. Sie veranschaulichen die Erziehungsprinzipien, die sich über die Spielsachen ausdrücken ebenso wie die Entwicklung der Gesellschaft. Dies ist eine besonders interessante Seite der Präsentation, die hier dargestellt wird. So lassen die Puppen und Zelluloidpuppen mit Köpfen aus Holz, Wachs, Pappe und Zelluloid auch Platz für die Barbiepuppen. Die Mechanik, die kleinen Schuco-Autos, die Züge (darunter die berühmten Lehmann), die Computer-Spiele, die ein wenig erschreckenden Science-Fiction Figuren machen den größten Teil der Technik aus, obwohl man gegenwärtig wieder zu den Holzspielsachen zurückkehrt. Ob das Vertrauen in die Technik wohl nachlässt?
Welche Freude für die Mitglieder der Gruppe, die Spielsachen ihrer Kindheit wieder zu entdecken, mit einer langen Betrachtungspause vor den Dampfmaschinen, bewundernden Ausrufen vor den schönen Puppenhäusern mit ihrer genauen Nachbildung der bürgerlichen Wohnungen, die Schattentheater, die magischen Laternen, eine Eisenbahnstrecke in amerikanischen Gelände. Unmöglich, alles aufzuzählen!
Aber der Clou war, dass vor dem Ausgang auch die Erwachsenen spielen konnten. Brigitte und Philippe haben sich einen zähen Kampf geliefert mit einem Spiel, das daraus bestand, Holzkugeln durch einen verschlungenen Weg in einen ganzen Baumstamm rollen zu lassen. Leider hat ihnen die Zeit gefehlt…


 

Nürnberg - Gang durch die Altstadt
von Michel und Cécile Hardy, Marly

Die Stadt Nürnberg verdankt ihren Ursprung einer Burg, die sich auf einem Sandsteinfelsen im Norden der Stadt erhebt.

Die Burg
Das Gebäude setzt sich zusammen aus der Burggrafenburg, die 1420 fast vollständig zerstört wurde und der Kaiserburg, die für die Treffen der Reichstage benutzt wurde. Neben dem Hexenhaus sehen wir einen fünfeckigen Turm; das Gebäude der kaiserlichen Bischöfe (1494) wird umgeben von zwei Türmen und überragt von sechs Mansarden (Dachböden für den Weizen).
Neben dem Sinwellturm finden sich zwei Fachwerkgebäude und in dem Hof ein kleines Haus, das einen tiefen Brunnen birgt, der bis zu den Felsen hinuntergeht (96 m). Im Inneren der Burg befindet sich eine romanische Doppel-Kapelle, ein Rittersaal , der Kaisersaal mit den Portraits der Kaiser und der Grüne Saal (mit dem Kaiseradler im Hintergrund) .
Durch die Straße "Am Ölberg" erreichen wir einen der schönsten Plätze Nürnbergs mit dem Haus von Pilatus mit der Statue des St. Georg in der Rüstung, mit der Burgmauer im Hintergrund, dem Tiergärtnertor , davor die Bronzestatue eines Kaninchens von J. Goertz und mit Haus von Albrecht Dürer.

 
Frauenkirche mit "Männleinlaufen"
Sebalduskirche
Die Kirche ist eine gotische Hallenkirche mit romanischem Ursprung, geschmückt mit Zinnen und Statuen. In Inneren befinden sich Taufbecken und Altar des Heiligen Petrus, das Grab von St. Sebald (Reliquie in Gold in einer Darstellung aus Bronze von Peter Vischer 1519), ein Relief von Veit Stoss (die Abendmahlsfeier),sowie eine Skulptur von Adam Krafft (das Tragen des Kreuzes von 1506).
Altes Rathaus
Über dem Portal des Renaissance-Baus befinden sich Statuen von der Gerechtigkeit und Weisheit. Im Inneren einer großen Halle mit befinden sich Nachbildungen der Krone, des Zepters und der kaiserlichen Weltkugel.
Hauptmarkt
Der "Schöne Brunnen" von Beheim besteht aus einer Pyramide von 17 m Höhe in einem Bassin, umgeben von einem Gitter
Frauenkirche mit "Männleinlaufen" mit 40 Statuen in gotischem Dekor, deren Gold und üppige Farben in der Sonne leuchten.

Frauenkirche
Die Jungfrau thront über dem Doppelportal. Im Turm befindet sich die astronomische Uhr von 1509. Um 12 Uhr mittags erscheinen beim "Männleinlaufen" Trompetenbläser und ein Defilee der sieben rot gekleideten Kurfürsten vor dem Kaiser.
Brücke
"An der Fleischbrücke" hat man einen sehr schönen Blick auf die Museumsbrücke und das Heilig-Geist-Spital (Hof mit Sandstein und Blumengalerie) sowie auf die Pegnitz.
Es war ein sehr schöner Rundgang bei strahlendem Wetter.

 

Zu Gast im Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg
von Heide Brandl

 

Am Tiergärtnertorplatz, direkt unterhalb der Burg, steht ein schönes Fachwerkhaus mit hohem Sandsteinsockel und mächtiger Satteldachhaube. Hier lebte und arbeitete von 1509 bis zu seinem Tod der weltberühmte Künstler Albrecht Dürer. Geboren am 21.05.1471, gestorben am 6. 04.1528.

Albrecht Dürer erwarb das 1420 errichtete Fachwerkhaus im Jahre 1509. Nach dem Tod von Agnes Dürer erlebte das Haus einen häufigen Wechsel der Besitzer, meistens Handwerker. 1826 kaufte die Stadt das Gebäude und richtete es 1871 als Museum ein, um ihrem bedeutenden Künstler ein Denkmal zu setzen. Im Krieg zwar stark beschädigt, konnte das Dürer-Haus aber bereits im Jahre 1949 fürs Publikum geöffnet werden.

Zur Zeit Dürers war Nürnberg ein wichtiger Handelsschnittpunkt und Ort geistiger und kultureller Auseinandersetzung. Heute ist das Dürer-Haus ein bedeutendes Museum, das dem Besucher den Künstler in allen Facetten nahe bringt. Im Kinoraum wird dem Zuschauer mit dem Film "Albertus Durer Noricus" der Lebensweg Dürers in seinen Werken nachvollzogen.
Aber wir hatten die Freude und Ehre von Dürers Ehefrau Agnes durchs Haus geführt zu werden. Agnes Dürer lebte von 1475 bis 1539 und kam aus einer angesehenen Nürnberger Familie. Mit neunzehn Jahren wurde sie mit Dürer verheiratet. Agnes war eine geschäftstüchtige und tatkräftige Frau, die ihren Mann unterstützte.


In historischer Robe mit Haube, die sie als verheiratete Frau auswies, zeigte sie uns das Haus und plauderte so manches aus dem "Nähkästchen".
Sie hatte es nicht immer einfach mit ihrem Albrecht, er war auch viel unterwegs. Man war aber wer. Das Haus zeigte Wohlstand. Hier lebten die "Pfeffersäcke", die "etwas auf der hohen Kante" und Butzenscheiben aus Glas hatten.
Agnes empfing uns in der Eingangshalle, der Tenne. Die Eingangstür war groß genug für einfahrende Fuhrwerke. Hier lagerte man die Waren, wickelte die Geschäfte ab, verschnürten die Hausherrin und Gehilfen Druckwerke des Meisters, verstaute sie in Fässern, in denen sie zu Messen und Märkten transportiert wurden. Die Hausherrin reiste oft mit und erledigte das Geschäftliche.
Die Tenne diente auch als Waschraum. Im ersten Stock führte uns Agnes zuerst in das Schlafzimmer. Sie erzählte uns, dass der obere Bettrand eine breite Kante hatte, auf der das Geld aufgehoben wurde.
Dürer hütete häufig das Bett. Die Ärzte waren ratlos. Er fertigte eine Zeichnung seiner Beschwerden an, aus der die Mediziner sein Leiden als Malaria diagnostizierten. Trotzdem arbeitete er ständig. Agnes kümmerte sich um Haus, Garten und Küche und war auch für die Erziehung der Gehilfen zuständig. Bei Dürers wurde schon damals auf Hygiene geachtet, was sehr ungewöhnlich war. Man hatte einen Dielenfußboden und der Künstler wusch sich täglich. Direkt neben dem Schlafraum war die Küche, die die Schlafkammer mit Wärme versorgte. Die Herdstelle und das steinerne Ausgussbecken sind noch original. Der kleine Verschlag in der Küche diente als Toilette. Dürer bekam dafür Ärger, weil er ihn "heimlich" einbauen ließ. Als berühmtem Bürger der Stadt wurde ihm jedoch die Strafe erlassen.
Von Agnes erfuhren wir auch, dass die Leute allen Unrat auf der Straße entsorgten, es stank fürchterlich. Auf dem Tisch zeigte sie uns eine Rinne, die immer mit Pfeffer gefüllt war. Das dokumentierte den Reichtum der Familie. Wer genug von den kostbaren Gewürzen hatte, galt als Pfeffersack.
Dann führte uns Agnes in zwei Wohnräume, die mittelalterliches Flair vermitteln. Im Esszimmer und der "Guten Stube" fällt Licht durch gläserne Butzenscheiben in die Zimmer, die sich nur sehr wohlhabende Bürger leisten konnten. Diese Räume dienten als Empfangszimmer für die zahlreichen Gäste. Es gab dicke Suppe mit Schweinefleisch für jeden Besucher.

An der Wand des Wohnraumes hängen Gemäldekopien des Meisters von seinem Vater Albrecht Dürer senior. und seinem Lehrer Michael Wohlgemut, wie auch die Kohlezeichnung seiner Mutter kurz vor ihrem Tode im 62. Lebensjahr. Sie zeigt eine vom Leben schwer gezeichnete Person. Dürer fühlte sich sehr mit seiner Mutter verbunden und nahm sie nach dem Tod des Vaters 1502 in seinem eigenen Haushalt auf.
Auch das berühmte Selbstbildnis im Pelzrock von 1500, das den Künstler als selbstbewußte vermögenden Mann ausweist, hängt dort an der Wand.
Ja, die Dürers führten ein offenes Haus. Fürsten, Grafen, Künstler, Geschäftsleute, sogar der Kaiser Maximilian I. waren zu Gast und ließen sich vom Meister porträtieren. Agnes plauderte aus, dass der Kaiser begeistert von seinem Portrait war, aber nicht dafür bezahlte. Bei Dürers verkehrten auch so bekannte Männer wie Erasmus von Rotterdam, Martin Luther, Friedrich der Weise, Lucas Cranach usw.
Selbst einen automatischen Türöffner gab es bei den Dürers, der vom ersten Geschoß aus bedient werden konnte und noch heute funktioniert.
Agnes führte uns dann über eine knarrende Treppe in den zweiten Stock, in die Werkstatt das Künstlers, vorbei an einer kleinen Leim- und Farbküche. Hier sieht man in einer Vitrine Farbrohstoffe und Utensilien eines Males und eine Staffelei. Ein Gehilfe zerrieb die Pigmente und Farbstoffe und vermischte sie mit Bindemitteln. In Muscheln oder anderen flachen Schälchen wurden die Farben aufbewahrt. In der Werkstatt werden heute dürerzeitliche Techniken vorgeführt, wie Kupfer- und Holzschneidekunst .
Gegenüber gibt es eine große Holzdruckpresse, wie sie Dürer seinerzeit besaß. Durch diese Technik konnte der Künstler seine Werke beliebig vervielfältigen. Das half seinen Ruhm und Bekanntheitsgrad zu verbreiten und sein wirtschaftliches Auskommen erheblich zu vermehren.
Nach Dürers Tod war Agnes die reichste Witwe Deutschlands. Elf Jahre lebte sie noch alleine.

 

Ein Ausflug nach Bamberg
von Hermann Brandl

 


Nach drei abwechslungsreichen Tagen in der alten Reichsstadt Nürnberg wollten wir unseren Aufenthalt in Franken mit einem Ausflug nach Bamberg abschließen.
Im Gegensatz zu Nürnberg, dessen historische Altstadt am 2. Januar 1945 bei einem Fliegerangriff zu 90% zerstört wurde, blieb Bamberg im 2.Weltkrieg nahezu verschont. So kann man heute noch die mittlerweile in das Kulturerbe der UNESCO aufgenommene Bamberger Altstadt in ihrer vollen Schönheit genießen.

Die 70 km lange Fahrt von Nürnberg führte uns bei strahlendem Sonnenschein über Erlangen und am Rande der fränkischen Schweiz vorbei in die oberfränkische Stadt, deren sieben Hügel mit ihren berühmten weltlichen und sakralen Bauten uns schon von fern begrüßten.
Drei Stunden lang wurden wir dann durch verwinkelte Gassen, vorbei an barocken und romantischen Fassaden, bis hin zu den absoluten Sehenswürdigkeiten der Stadt von je einem französischen und deutschen Führer begleitet.


Es begann mit Klein-Venedig, einer alten Fischersiedlung aus mittelalterlicher Zeit, deren Wohnhäuser auf Pfählen am Ufer der Regnitz errichtet wurden. Die wunderschön erhaltenen und mit bunten Blumen geschmückten Häuser und ihren Booten vor den Terrassen brachten so manchen ins Schwärmen. Unser Schwärmen wurde noch verstärkt durch einen kurzen Aufenthalt in der"Gassenschänke" des berühmtem Brauhauses "Schlenkerla", wo wir, sozusagen im Vorbeigehn, eine "Halbe" des unvergleichlichen Bamberger Rauchbieres zischten.

Nun waren wir vorbereitet auf den Höhepunkt des Tages, den Besuch des viertürmigen Kaiserdoms, dem Herzstück der Stadt. Weithin sichtbar - auf dem
höchsten Hügel gelegen - verleiht er Bamberg etwas Majestätisches und erlässt erahnen, was er - besonders im Mittelalter - für eine Wirkung ausgestrahlt haben mag. Er wurde im Jahr 1007 von Kaiser Heinrich II. gestiftet, dem Kaiser, der auch das Bistum Bamberg gegründet hat. Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten gehören der Bamberger Reiter, das Hochgrab des Stifters Kaiser Heinrich II. und seiner Gemahlin Kunigunde von Tilman
Riemenschneider, sowie der Marienaltar von Veit Stoß und das einzige vom Vatikan anerkannte Grabmal eines Papstes nördlich der Alpen, das von Papst
Clemens II. Über die alte Hofhaltung, deren Kern die alte Kaiser- und Bischofspfalz bildet und vorbei am vierflügeligen Komplex der Neuen Residenz spazierten wir dann wieder talwärts, zum Alten Rathaus. Dieses Gebäude ist auf einer künstlichen Insel aus Pfählen mitten in der Regnitz gebaut worden, der Sage nach, weil der Bischof von Bamberg den Bürgern keinen Boden geben wollte.

Jetzt waren wir aber reif für ein gemütliches Mittagessen im Gashaus "Zur wilden Rose", wo wir bei einem weiteren Rauchbier und einem Spanferkel mit Wirsing und fränkischen Klößen die Eindrücke des Vormittags Revue passieren lassen konnten. Danach gab es noch Gelegenheit, auf eigene Faust durch das schöne Bamberg zu
flanieren, bevor wir dann wieder die Rückreise nach Nürnberg antraten.


Sonstige Aktivitäten


Besuch der Ausstellung "Napoleon im Bergischen Land"

Eine kleine Gruppe des Freundeskreises besuchte am 12. September die oben genannte Ausstellung in Schloss Burg. Dr. Axel Kolodziej gab einen sehr interessanten Einblick in die Auswirkungen der Franzosenzeit auf das Bergische Land. Verwaltung und Gerichtswesen, Wirtschaft und Gesellschaft wurden einem grundlegenden Wandel unterworfen, der das Gesicht der Region nachhaltig veränderte.
Stadtfest am 16./17. September
Auch dank der engagierten Verhandlungen von Heidrun Glage mit dem Stadtfestkomitee hatte unser Gemeinschaftszelt "Städtepartnerschaften" dieses Jahr einen neuen und sehr guten Standplatz. Bei herrlichem Wetter machte es wieder richtig Spaß, all die leckeren selbstgebackenen Sachen zu verkaufen. Ganz herzlichen Dank allen Aktiven des Vereins, die mit Standdienst, Selbstgebackenem und sonstigem Beitrag geholfen haben!


Herbstausflug der Senioren am 21.9.


Herrlich grün war'n noch die Blätter,
strahlend auch das Sommerwetter;
und so zog es uns Senioren
im eignen Bus raus aus den Toren.

Der Altenberger Dom war unser Ziel,
renoviert strahlt er im Lichterspiel.
Das Westfenster ist wunderschön
In lauter gelb' und braunen Tön'.

Danach plauschten wir stundenlang
im Café draußen auf der Bank.
Kaffee, Salz'ges und auch Kuchen
konnt' der Kellner froh verbuchen.
Von der Wiese schaute ein Reiher zu,
ehe wir heimwärts fuhr'n zur Ruh.

Mir gefiel's, ich denk' Euch auch!

Friederike Wohlfahrt

 

Achtung: Wichtige Änderung
Die Kaffee-Treffen der Senioren finden in Zukunft an jedem 3. Dienstag (statt Donnerstag) im Monat wie gewohnt um 15 Uhr im DRK-Haus Mittelstraße statt.

Die Weihnachtsfeier der Marly-Senioren findet am Dienstag, dem 19. Dezember um 15 Uhr auch im DRK-Haus statt.

Jahresausflug der Städtepartnerschaftsvereine
Bei strahlendem Herbstwetter fuhren wir Ausflüger zunächst zum Museum Neandertal, wo wir mit Hilfe von lebensgroßen Darstellungen und guten Erklärungen einen Einblick in die Entwicklung des Menschen bekamen. Beim Mittagessen in der originellen "Kornmühle" mit Ausblick auf die Wupper und die Schwebebahn sammelten wir wieder Kräfte für den Besuch des Museums der Frühindustrialisierung. Dort wurde uns über Textiltechnologien der Region, die harten Lebensbedingungen in der frühindustriellen Zeit, Kinderarbeit und vieles mehr berichtet. Eine Fahrt im "Kaiserwagen" der Schwebebahn mit Sekt und Knabbereien rundete diesen schönen Tag ab.
Sybille Schmidt

Hinweis unseres Vereinsmitgliedes Jörg Allkämper:
"..Jahrelang habe ich nach einer repräsentativen und zugleich kostengünstigen Sammlung französischer Chansons gesucht und sie endlich gefunden:
Vive la Chanson, 4 CD - Set incl. 20 Page Booklet für 19,95 € (früher 39,95 €).
Die Großen des franz. Chansons vereint in einer großartigen Sammlung: Piaf, Aznavour, Trenet, Montand, Brassens, Gréco, Chevalier, Gabin u.v.a. Das Booklet erzählt die Geschichte des Chansons und die Biographien der Stars.
Zu bestellen bei: Frölich und Kaufmann, Verlag und Versand GmbH,
Wildenowstraße 5, 13353 Berlin, Tel: 030-469 0620, Fax: 030-465 1003
e-mail: art@froelichundkaufmann.de, Internet: www.froelichundkaufmann.de

Herzlichen Dank allen, die mit Ihren Berichten bei der Gestaltung dieses Infoblattes mitgeholfen haben.
Grand merçi à nos amis français pour bien vouloir participé à cette édition.

Sie finden alle Neuigkeiten des Vereins sowie die farbigen Info-Blätter im Internet unter:
www.freundeskreis-marly-le-roi.de


Impressum
Redaktion: Sybille Schmidt
Hüschelrath 1
42799 Leichlingen
Tel: 02175 - 73 1 72
sybilleschmidt11@hotmail.com


Layout und Webmaster: Hartmut Schmidt

zurück zun Aktuelles