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Infoblatt Nr. 26 - Dezember 2007



Die Marly-Gruppe beim Ausflug nach Bonn


In eigener Sache


Liebe Mitglieder und Freunde des Freundeskreises Marly,
mit diesem Info-Blatt möchten wir Sie wieder über die letzten Aktivitäten unseres Vereins informieren.
Nach der Sommerpause, die Sie hoffentlich alle "sonnig" genutzt haben, waren wir Mitte September wieder auf dem Stadtfest vertreten. Viele begabte Bäcker/innen haben dafür gesorgt, dass unser Stand sowohl leckere süße Kuchen als auch herzhafte französische Spezialitäten anbieten konnte. In diesem Jahr haben wir erstmals eine Zwiebelsuppe mit Croutons angeboten (dem Créateur Guido Ringel ein dickes Kompliment!). Sie hat reißenden Absatz gefunden! Der Standdienst hat wie immer Spaß gemacht! Meinen ganz herzlichen Dank an alle, die sich wieder so aktiv am Stadtfest beteiligt haben.
Ende September reiste die junge Leichlinger Musikgruppe "What happened to Roy G. Biv" nach Marly, um bei "La Petite Entreprise" zusammen mit französischen Musikgruppen ein Konzert zu geben (siehe Bericht). Wir freuen uns sehr, dass die Jugendlichen ihre musikalische Begegnung erfolgreich fortgesetzt haben. Sie wollen weiter in Kontakt bleiben.
Am 20. Oktober 2007 haben wir einen Ausflug nach Bonn unternommen. 26 mutige Bonn-Interessenten fuhren trotz der angekündigten Bahnstreiks mit dem Zug nach Bonn und verbrachten dort einen interessanten Tag (siehe Bericht).
Lange haben wir daran gearbeitet, Ende Oktober wurde es wahr:
Ein klassisches Konzert bei Renate Sander war der Auftakt zu der Wiederbelebung eines Austausches auf dem Gebiet der Klassischen Musik. Unsere "Jumelage" wird damit auf einem weiteren Gebiet vertieft und erweitert. Unser herzlicher Dank gilt der Pianistin Pascale Lanquest, die mit ihrem Mann zu diesem Konzert aus Marly angereist ist, der Flötistin Wera Vis, Instrumentallehrerin an der Musikschule Leichlingen und Renate Sander (siehe Bericht). Renate Sander und Basilisse Pflüger haben dieses musikalische Ereignis mit großem Engagement initiiert und umgesetzt. Renate Sander hat neben ihrer Teilnahme als Pianistin auch ihre Räumlichkeiten für ein "Hauskonzert" zur Verfügung gestellt. Unsere Beisitzerin für Kultur, Basilisse Pflüger, hat bereits neue Ideen, wie dieser Austausch auf klassischer Ebene weitergeführt werden könnte. Lassen Sie sich überraschen!
Unser Angebot, sich bei einem "Table Ronde" zum Gedankenaustausch zu treffen, wird gerne angenommen. Bei einem leckeren kulinarischen Streifzug durch die malaysische Küche von Beate Bin Yusof im "Rasa Malaysia" können wir Neuigkeiten austauschen. Unter "Termine" finden Sie die neuen Daten des "Table Ronde".
Mit lieben Grüßen und allen guten Wünschen für eine schöne Weihnachtszeit und ein gutes Jahresende bin ich
Ihre Sybille Schmidt

 

Termine 2008

Samstag, 19. Januar Neujahrstreffen
um 11.30 Uhr im Bürgerhaus

Mittwoch, 12. März 19:00 Uhr "Table Ronde" im "Rasa Malaysia"

Mittwoch 2. April Mitgliederversammlung

9. - 12. Mai (Pfingsten) Besuch aus Marly

Mittwoch, 4. Juni 19:00 Uhr "Table Ronde" im "Rasa Malaysia"

6. - 13. September Kulturreise in die Normandie


20./21. September Stadtfest

Mittwoch, 5. November 19:00 Uhr "Table Ronde" im "Rasa Malaysia"



Persönliches

Herzlichen Glückwunsch

Wir gratulieren sehr herzlich unseren "Jungvermählten" Jo Goffart und Dolly Johänntges und wünschen eine glückliche gemeinsame Zukunft! Jo meinte dazu mit listigem Lächeln: "Nun bin ich auch zum 4. Mal verheiratet wie der Gerhard Schröder". Wenn das nicht mutig ist!

Karl Reul, Bürgermeister a. D., feierte am 6. November seinen 85. Geburtstag. Der "Freundeskreis Marly" gratuliert ganz herzlich und wünscht weiterhin Gesundheit und Zufriedenheit und viel Freude an den vielfältigen Aktivitäten. Herr Reul gehört zu den Mitgründern der Jumelage und noch heute unterstützt er unsere Städtepartnerschaft mit großem Engagement und hat unserem Verein immer die Treue gehalten. Einen herzlichen Dank, lieber Herr Reul, und weiterhin alles Gute für Sie!



Bonne 40ème anniversaire!

Die "Amis du Jumelage" in unserer Partnerstadt Marly haben ihr 40jähriges Jubiläum gefeiert. Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen den "Amis" weiterhin viel Elan und gute Ideen für den Fortbestand ihrer Partnerschaften.
Heidrun Glage als Vertreterin der Stadt und Sybille Schmidt als Vertreterin des Freundeskreises durften ein flottes Fest erleben in einem Saal des Lycée Louis de Brogli. Der Präsident der Amis du Jumelage, Patrick Gautier, erschien in einem afrikanischen Gewand aus der Partnerstadt Kita. Eine sehr interessante Diashow informierte über die Partnerschaften mit Kita in Afrika, Marlow in England, Cidade de Viseu in Portugal und natürlich Leichlingen. Wir erlebten einen vergnügten Abend mit einem sehr leckeren Menü, Karaoke-Singen und Tanz. Auch der Bürgermeister Jean-Yves Perrot, Maire adjoint Bruno Cronier sowie Altbürgermeister Yves Guibert und Monsieur Francheterre waren gekommen. Alle waren der Meinung:
Vives les jumelages!
Sybille Schmidt

 


von links: Judy Biron, Patrick Gautier, Sybille Schmidt. Danièle Leroy, Roger Smith,
Bruno Cronier, Bürgermeister Jean-Yves Perrot, Heidrun Glage

 

Unsere Mitglieder berichten


Wenn Senioren reisen,…



…lacht der Himmel! Und so fuhren wir im Juni nach Schloss Rheydt, dem besterhaltenen Renaissance-Schloss am Niederrhein. Den prima Tipp hatten von Reinhard. Recht herzlichen Dank dafür! Bereits in der Vorburg des Schlosses wurden wir mit großem Bahnhof empfangen: ein Pfau schlug für uns ununterbrochen Rad! Wir erkundeten dann in kleinen Gruppen die restaurierten Schlossanlagen, zu denen ein herrlicher alter Baumbestand gehört.



Zwei ringförmige Wassergräben umgeben das repräsentative Herrenhaus mit seinem schönen Figurenschmuck an der Fassade. Im Inneren bewunderten wir u.a. alte Spieleschränke, Erdkugeln, Gobelins und eine Majolika-Ausstellung. Die Unternehmungslustigsten von uns schafften es sogar bis auf die Wallanlagen und in die Kasematten. Nach dem Mittagessen im Freien fuhren wir nach Schloss Dyk weiter, wo wir in den Schlossläden stöberten und die sternförmig angelegten Alleen bewunderten. Und schon lockten uns die Eisbecher ins Café nach Korschenbroich. Danach ging es heimwärts, und mit einem "Schön war's" verabschiedeten wir uns voneinander.
Friederike Wohlfahrt


Unser Ausflug nach Bonn



Wie stets im Herbst, hatte Sybille Schmidt, unsere Vorsitzende, zu einem Ausflug am 20. Oktober 2007 eingeladen. Ziel war dieses Mal die Beethovenstadt Bonn.
Wir waren schon froh, dass die Gewerkschaft der Lokführer für diesen Tag nicht zum Streik aufgerufen hatte, so dass unser Bähnchen uns direkt von Leichlingen nach Bonn bringen konnte, wenn auch mit 15 Minuten Verspätung. Aber das ist ja normal.
In Bonn wartete dann zunächst eine Stadtführung auf uns. Es war ein wunder-schöner Herbsttag, wenn auch lausig kalt, zumindest am Morgen.
Deshalb kam ein Spaziergang durch die historische Altstadt gerade recht. Unsere Stadtführerin verstand es gut, uns mit den verschiedenen Seiten der vormaligen Bundeshauptstadt vertraut zu machen. Dem historischen Bonn wurden die Aspekte der plötzlich über die Stadt hereingebrochenen Hauptstadtfunktion gegenübergestellt.
Das verträumte alte Bonn war ja 1949 überhaupt nicht auf die Aufgaben einer - wenn auch zunächst provisorischen Hauptstadt - vorbereitet. Um den in den Folgejahren stets wachsenden Aufgaben gerecht zu werden, wurden die Ansprüche immer höher geschraubt. Da dies den Rahmen des kleinen Bonn zu sprengen drohte, wurden fleißig alle umliegenden Orte eingemeindet. Bis man schließlich den Plan fasste, Bonn bis zum Jahr 2000 zur modernsten Hauptstadt Europas auszubauen. Welch ein Anspruch!


Man kann sich die Ernüchterung der Stadt gut vorstellen, als mitten in diesen Ausbauboom die Wiedervereinigung hineinplatztTrotzdem hat Bonn es geschafft, sich heute als prosperierende Gemeinde zu etablieren, nicht zuletzt wegen der Ansiedlung vieler neuer Institutionen, wie zum Beispiel der Telekom, der Post AG, sowie Einrichtungen der UNO.
Dass auch noch die Hälfte aller Bundesministerien ihren ersten Sitz in Bonn hat, kommt dazu.
Daneben war es aber in erster Linie das historische Bonn, das uns gut dargestellt wurde.
Am Münster, dem ehemaligen Ort einer Grabstätte für die römischen Märtyrer Cassius und Florentius aus dem 4.Jahrhundert, wurden uns die historischen Anfänge geschildert.

 

Rathaus von Bonn

 



Unsere Gruppe vor dem Poppelsdorfer Schloss

Ein paar Schritte weiter konnte man den Einfluss der mächtigen Kurfürsten, sprich Erzbischöfe von Köln, am Beispiel des Schlosses und der barocken Sichtmeile, einer großzügigen Verbindungsachse vom Schloss zum Poppelsdorfer Lustschloss, bewundern. Und da die Altstadt wirklich nicht sehr groß ist, waren es jetzt nur noch wenige Meter zum Aussichtspunkt "Alter Zoll" direkt am Rhein, von wo man einen herrlichen Blick auf die rechte Rheinseite mit dem Stadtteil Beuel und dem Siebengebirge
hat.
Auffällig war, dass der Anteil der jungen Menschen im Straßenbild sehr groß ist. Mit über 10% Studenten an der über 300 000 Einwohner zählenden Stadt ist das leicht zu erklären. Ihre Universität, die dank des preußischen Königs Friedrich Wilhelm im 19. Jahrhundert aus Kostengründen im Schloss untergebracht wurde, bietet ihnen einen würdigen Rahmen für das Studium.


Rheinblick

Danach war Zeit für ein deftiges Mittagessen im alten Gasthaus "Em Höttche", direkt neben dem Rathaus gelegen. Der Wirt wartet heute noch auf die Bezahlung der Zeche des Kurfürsten aus dem Jahr 1583.

Damals wurde die Hochzeitsgesellschaft des wegen der erwünschten Heirat zum Protestantismus übergetretenen Kürfürsten gerade dort gefeiert, als sie unglücklicherweise aber von den Bayern unterbrochen wurde, die über Bonn herfielen, um zu verhindern, dass durch den jetzt protestantischen Herrn von Köln die Mehrheit der katholischen Kurfürsten im Reich gefährdet würde. Der abtrünnige Kurfürst und seine Gefolgsleute mussten Hals über Kopf fliehen und vergaßen dabei zu zahlen. Deshalb lässt der Wirt bis heute jedes Jahr beim Amtsgericht die ausstehende Summe eintragen, damit sie nicht in Vergessenheit gerät.


Marly-Gruppe im "Höttche"

Der Nachmittag war dann einem Besuch im "Haus der Geschichte" vorbehalten. Bei einer Führung durch die deutsche Zeit seit Kriegsende konnten wir viele Erinnerungen wieder aufleben lassen. Da die meisten von uns diese Periode bewusst erlebt haben, ist das Museum ein Ort selbst erlebter Geschichte und man konnte von allen Seiten hören, wie sehr die Exponate ihre Wirkung taten. Ob das ein Sieb aus einem Stahlhelm, eine Banknote vor 1948 oder ein Rosinenbomber aus der Zeit der Berlin-Blockade war, alles rief alte Gefühle wach. Aber auch für unsere zwei jungen Besucherinnen, den beiden Enkeltöchtern von Marlis Leyendecker, hatte das Museum einiges zu bieten. Bei der Erinnerung an die gewonnenen Fußballweltmeisterschaften von 1954, 1974 und 1990 ließen sie uns sogar "alt" aussehen.
Auf dem Heimweg blieb uns noch Zeit, im Kölner Dom das neue Glasfenster von Richter zu bewundern. Ein gemeinsames Bierchen in der Leichlinger Bahnhofs-gaststätte "An'na Bahn" beschloss dann diesen schönen Tag.
Hermann Brandl


Lesezeichen im Sinneswald


Zur diesjährigen Veranstaltung "Lese-zeichen im SinnesWald" haben wir wieder aus unserer Städtepartnerstadt Marly-le-Roi Leser eingeladen. Diesmal kamen Annegret und Jean-Michel Picardel.


Jean-Michel und Annemarie Picardel

 

Aus der Vorstellung der einzelnen Leser von Wicze Braun: "Über Euer Kommen freuen wir uns ganz besonders !!! Denn Ihr seid aus unserer französischen Städtepartner-stadt Marly-le-Roi angereist !
Die Beiden gehören zur Urzelle dieser Städtepartnerschaft. Die Mutter von Jean-Michel war Stadträtin in Marly; Bei einer Reise lernte sie Leichlingen kennen und schlug vor, eine Jumelage zu begründen. ---
1964 hat Annegret als Leichlingerin, Tochter von Frau Dr. Wefelscheid, als Studentin der Volkswirtschaft, die 1. Jugend-Austausch-Gruppe nach Marly begleitet. Dabei funkte es sogleich zwischen ihr und dem charmanten Jean-Michel. Nun haben sie ihre ersten Enkelkinder! Beide sind sehr engagiert in der Politik und im Austausch zwischen Leichlingen und Marly. Über viele Jahre hat Annegret die Städtepartnerschaft für Marly mit großem Elan und großer Freude organisiert."
Mme. und M. Picardel trugen eine Fabel von Jean de La Fontaine vor, sie in deutsch und er in französisich :

La Cigale et la Fourmi


La Cigale, ayant chanté tout l'éte
se trouva fort dépourvue
quand la bis fut venue.
pas un seul petit morceau
de mouche et de vermisseau.
Elle alla crier famine
Chez la fourmi sa voisine,
La priant de lui prêter quelque grain pour subsister
Jusqu'à la saison nouvelle.
" Je vous paierai ", lui dit-elle,
" avant l'ôut, foit d'animal,
intérèt et principal. "
La Fourmi n'est pas préteuese ;
C'est la son mondre dèfaut.
" Que faisiez-vous au temps chaud ? "
Dit-elle a cette empreuteuse.
" Nuit et jour a tout venant
je chantais, ne vous déplaise. "
" Vous chantiez ?
J'en suis fort aise.
Eh bien! dansez maintenant !

Die Grille und die Ameise


Die Grille fiedelte und sang
Den ganzen Sommer lang
Schlecht bekam dem Leichtfuss dies
Als der kalte Nordwind blies.
Keine Fliege gab es mehr,
nicht ein Würmchen zum Verzehr.
Hungernd kam sie zur Ameise,
bettelnd um ein wenig Speise,
quälte sie mit Wehgeschrei
dass sie etwas Korn ihr leih,
nur so viel wie nötig wäre,
bis der Sommer wiederkehre.
Und sie schwor: "Bei meiner Treu!
Eh der nächste Herbst vorbei,
zahle ich alles Stück um Stück
Dir sogar mit Zins zurück.!"
Nun, nicht gern borgt die Ameise,
fragt drum: " Auf welche Weise
brachtest Du den Sommer hin ?"
"Schimpf nicht!" sprach die Borgerin -
"Hab mit Singen mich ergötzt."
"So - Du sangst? Dann tanze jetzt!"


Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer lasen besinnliche Texte zum Jahresthema GEBEN und NEHMEN.
Wicze Braun + Wolfgang Brudes


Konzertabend bei Renate Sander


An einem herrlichen Tag, Sonntag den 28. Oktober 2007, fand nach langer Planung ein
musikalischer Austausch zwischen französischen und deutschen Musikern statt. Besonders zu vermerken ist, dass dieses Mal die "Klassik" im Vordergrund statt - noch dazu mit einem exquisiten Programm.
Frau Renate Sander suchte im Jahr 2006 schriftlich den Kontakt zu Frau Pascal Lanquest, die z. Zt. als Musikpädagogin am Gymnasium in St. Germain tätig ist. Als Pianistin fiel es ihr nicht schwer, französische Komponisten mit eingängigen Werken zu entdecken.
Frau Sander, die sich nach ihrer Pensionierung als Musikschulleiterin in Monheim intensiv mit dem Klavierspielen auseinandersetzt, fand sehr schnell Kompositionen, die sehr gut zur Auswahl von Frau Lanquest passten. Durch Gedankenaustausch und vielen Absprachen zwischen den beiden Pianistinnen entstand ein romantisches, anspruchsvolles Programm. Um das Ganze abzurunden, kam noch die Querflötistin Wera Vis (Lehrkraft an der MSL) dazu.
Eine große Schwierigkeit für die beiden Pianistinnen war die Entfernung, so übte jeder für sich - und nur einen (!) Tag vorher konnten die vierhändigen Stücke gemeinsam geprobt und ausgefeilt werden. Das Ergebnis zeigte den hohen Anspruch, den beide Pianistinnen an sich selbst gestellt hatten.
Frau Sander begrüßte die Zuhörer in ihrem Haus, das zum Konzertsaal umfunktioniert worden war. Dieses musikalische Projekt stellt einen neuen Aspekt der dtsch./französischen Partnerschaft dar und wirbt für ein besseres Verständnis in der Musik, bzw. der Kultur des jeweils anderen Landes." Frau Sander las auch ein Grußwort von B. Pflüger vor, die mit ihrem Ehemann in Madagaskar weilte. Anschließend begrüßte uns Frau P. Lanquest in einem ausgezeichneten Deutsch.
Die Spannung war bereits sehr hoch, als endlich begonnen wurde.
"Aufschwung" von R.Schumann - gespielt von R.Sander - gehört zu den 12 Fantasiestücken aus op. 12, welches deutliche Akzente hörbar macht, abgewechselt von weichen Melodieab-schnitten.



Renate Sander und Pascal Lanquest

 

Es folgte "Andante C-Dur KV 315 vom W.A. Mozart, in welchem die Querflötistin Wera Vis mit Renate Sander ihre musikalische Einheit demonstrierten. Der klare, helle Ton der Querflöte zeigte sich besonders in seiner jubilierenden Höhe. Die neue Auffassung der Musik durch Claude Debussy beeinflusste die Komponisten des 20. Jhdt. - Cl. D. zwang die Komponisten, die starren Formen der früheren Jahre neu zu überdenken.
"Bruyères" ist eines der 24 Préludes, die Debussy komponierte und stellt den Gesang eines Hirtenjungen im Gebirge dar.
Nach Verklingen des letzten Tones herrschte eine andächtige Stille, gefolgt von einem lange anhaltenden Applaus.
Bei dem 3. Satz der Sonate a-moll, op. 143 von Franz Schubert - gespielt von Frau Sander - ist besonders die Gegensätzlichkeit wie "der Kampf des Lebens zur "überirdischen Harmonie" hervorzuheben. So triumphierte die Fülle der Komposition über die asketische pianistische Form. Es ist eine der meistgespielten Schubertschen Sonaten mit einem furiosen Ende.
Von Jacques Ibert's Kompositionen wurden uns 5 Stücke aus der Petite Suite von Frau P. Lancquest zu Gehör gebracht. Das Wiegenlied wiegte uns weich und sanft, der Reiter preschte vor unserem geistigen Auge davon, der Schlittenausflug mit seiner deutlichen Melodie, die zarte Romanze und am Ende das Rattern der Nähmaschine.
Nach dem begeisterten Applaus konnten die Künstlerinnen in die wohlverdiente Pause gehen.

 

Aber anstatt sich mit einem Glas Sekt die Wartezeit zu verkürzen - gab es Champagner und canapées, die von Mitgliedern des Freundeskreises kreiert worden waren. So fand nicht nur eine musikalische Verwöhnung, sondern auch eine kulinarische statt.
Nach der Pause war eigentliche keine Steigerungsmöglichkeit mehr vorhanden - aber quelle surprise! Wera Vis, Querflöte, begleitet von Frau Sander am Flügel entführten uns in die Musikwelt von Gabriel Fauré. Seine Musik spiegelt die innersten Empfindungen der französischen Seele wider und so konnte man sich dem Genuß einer träumerischen, ausdrucksvolle Flöte hingeben.
"Dolly" von Gabriel Fauré: Dolly war die kleine Tochter einer Musikliebhaberin; Dolly konnte den Namen des Bruders Raoul nicht aussprechen - so komponierte G. Fauré das Stück "Monsieur AOUL", dem der jedoch später den Namen MIAOU gab. - Monsieur Aoul klang verträumt und passte großartig zu den vergangenen Werken. Beim genauen Hinhören entstand der Eindruck eines Frage- und Antwortspieles. Mit Bernard Molique wendete sich das Konzert allmählich dem Ende zu. Barcarolle et Tarantella führen uns zu Beginn in eine Welt der Sanftmut und Melancholie, die abgelöst wird von kecken Passagen - die sich im Wechsel der beiden Instrumente die Motive zuwerfen - und leiteten über in ein heiter beschwingtes Ende.
Johannes Brahms - Walzer zu 4 Händen - wie könnte es anders sein, verführt die Zuhörer zum Träumen. Mit ein wenig Phantasie fühlte man sich in einen großen Ballsaal versetzt - herrliche Ballkleider zu dieser Musik - und die Welt war in Ordnung. Eine rauschende Musik führte uns zum Ende des musikalischen Abends - leider! Doch ohne zwei Zugaben durften die beiden Pianistinnen nicht von "ihrer Bühne" gehen.
Ein wundervoller Abend mit ausgezeichneter Musik, einem ansprechenden Umfeld - und vor allem - mit einem fantastischen Publikum war zu Ende. Diese hervorragende Wiederbelebung eines Kulturaustausches auf musikalischer Ebene fordert nahezu eine Fortsetzung heraus, dieses Mal von französischer Seite.
Gaby Mühlbauer


"What happened to Roy G. Biv?" in Marly-le-Roi


La Petite Entreprise! So der Name des Kulturzentrums, auf dessen Bühne die Band "What happened to Roy G. Biv?" aus Leichlingen ihren ersten Auftritt auf nichtdeutschem Boden präsentieren durfte. Gefördert wurde diese wichtige Erfahrung durch den Freundeskreis Marly-le-Roi. Im März 2007 waren bereits die beiden französischen Bands "MC Criminal" (Reggae, Dancehall) und "Cordes sans cible" (Rock, Pop, Funk) zu Gast für ein gemeinsames Konzert in Leichlingen. Zum Dank lud man "What happened to Roy G. Biv?" (Rock, Jazz, Psychedelic) am 29. September 2007 nach Marly-le-Roi ein, um dort ebenfalls gemeinsam aufzutreten. Für einen Samstagmorgen ausgesprochen früh begann also die Reise für die fünf Bandmitglieder in Richtung Paris. Wenig Stau auf der Straße, gute Stimmung im voll gepackten (und geliehenen) Auto. In Marly-le-Roi angekommen versagten dann die Kartenlesefähigkeiten der Band, doch auch diese Gefahr wurde erfolgreich gebannt und mit einem Kaffee und dem Wiedersehen der alten, befreundeten Gesichter im "La Petite Entreprise" belohnt. Das "La Petite Entreprise" ist eine Art Kulturzentrum mit einem sehr freundlichen Ambiente und einer schönen Bühne. Der perfekte Ort also, um die im März in Leichlingen geschlossenen Freundschaften zu pflegen und außerdem den kulturellen Austausch zwischen Leichlingen und Marly-le-Roi zu fördern. Nach dem obligatorischen Soundcheck gab es ein gemeinsames Abendessen - Hähnchen mit Kartoffelkroketten und Saucen. Auch hier konnten die offensichtlichen sprachlichen Diskrepanzen die Stimmung nicht trüben und man unterhielt sich über Gott und die Welt, Musik, Essen oder auch über die Frauen-WM im Rugby. Der Auftritt rückte näher...
Schon kurz nach dem Einlass füllte sich die Location mit immer mehr Besuchern und schließlich begann das Konzert mit einer lokalen Band, die Pop mit französischer Folklore verband und beim Publikum (etwa 120 Personen) sehr gut ankam und für Partylaune sorgte. Melancholischer, aber nicht weniger euphorisch wurde dann die Stimmung bei dem anschließenden Auftritt von "What happened to Roy G. Biv?". Die französischen Musikfans schienen an diesem Abend offen für alles zu sein und feierten auch diesen Auftritt frenetisch. Sofort ging es weiter mit der regulär letzen Band des Abends "Cordes sans sible", die eingängige Rock-Pop Musik mit einer energischen Bühnenpräsenz verbanden. Als Überraschungsact trat schließlich noch "MC Criminal" auf, die mit ihren Dancehall Tunes die Besucher zum Tanzen brachten. Sie initiierten dann auch das große Finale, indem sie alle Musiker von "Cordes sans sible" und "What happened to Roy G. Biv?" auf die Bühne baten und während eines 15-minütigen gemeinsamen musikalischen Improvisierens vorstellten.
Anschließend wurde noch bis tief in die Nacht gefeiert und der deutsch-französische Austausch und Kontakt ausgebaut. So gibt es auch schon Ideen für einen weiteren gemeinsamen musikalischen Abend, diesmal dann wieder in Deutschland.
Mitglieder der Band "What happened to Roy G. Biv?"


Einen ganz herzlichen Dank an alle, die mit ihren Beiträgen zu der abwechslungsreichen Gestaltung unseres Info-Blatts beigetragen haben.

Redaktion: Sybille Schmidt
Layout und Webmaster: Hartmut Schmidt

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