Infoblatt Nr. 27 - Juni 2008

Pfingsten 2008 - von Marly/Leichlingen über das Niederwalddenkmal zur Loreley ...


In eigener Sache


Liebe Vereinsmitglieder,

ein halbes Jahr nach Erscheinen unseres letzten Info-Blattes möchte ich nun wieder einen Bogen spannen über die vergangene Zeit. Wir haben diese Zeit gut genutzt mit schönen gemeinsamen Veranstaltungen.
Angefangen haben wir mit unserem Neujahrstreffen, das dieses Mal musikalisch wunderschön eingerahmt wurde von Renate Sander am Klavier und Wera Vis, Flöte.
Im Januar haben wir eine Renoir-Ausstellung in Wuppertal besucht.
Im März trafen wir uns zum "Table Ronde" im "Rasa Malaysia" bei Beate Bin Yusof. Der nächste Termin ist am Mittwoch, 4. Juni; vielleicht haben auch Sie mal Lust auf eine frische exotische Küche in gemütlicher Atmosphäre? Wir freuen uns auf einen Gedankenaustausch mit Ihnen.

Im April fand unsere Mitgliederversammlung statt mit Neuwahlen des Vorstandes. Große Überraschung: der neue Vorstand ist der alte Vorstand. Dr. Hermann Brandl bleibt 2. Vorsitzender, Maja Momm Kassiererin, Heidrun Glage Beisitzerin, Wicze Braun und Basilisse Pflüger Beisitzerinnen für Kunst und Kultur und die Vorsitzende Sybille bleibt auch. Wir danken für Ihr Vertrauen und werden uns weiterhin bemühen, unseren "Freundeskreis" und die Städtepartnerschaft mit Marly mit Schwung und guten Ideen weiterzuführen.

Besondere Anerkennung verdient unser 2. Vorsitzender. Hermann Brandl übt dieses Amt seit der Vereinsgründung im Jahre 1993 aus. Seit 2002 leitet und organisiert er auch die "Kulturreisen" im Herbst, die sich auf deutscher und französischer Seite großer Beliebtheit erfreuen. Wir danken Dir sehr für 15 Jahre Engagement für unseren Verein, lieber Hermann!

Der Höhepunkt unseres Vereinsjahres war natürlich der Besuch der Marlychois vom 9. - 12. Mai. Die Anreise war durch den Pfingstverkehr leider mit vielen Staus verbunden. Für unseren gemeinsamen Ausflug an den Rhein hatten wir herrliches Wetter und jeder war begeistert von der wunderschönen Landschaft des Rheintales. - Das Abendessen war im "Früh" geplant. Doch es war gar nicht so einfach, 75 Personen unter Kontrolle zu halten: ein Teilnehmer wollte sich noch eben im Bus die Hose wechseln, um für das "Früh" "fein" zu sein. Als er sich dann mit Frau und Chauffeur Charly auf den Weg ins Lokal machen wollte, stellten sie fest, wie groß Köln ist… Wir warteten und warteten, dann starteten Suchkolonnen von insgesamt 8 Leuten! Aber Ende gut, alles gut, am Ende fuhren wir vollzählig und erfüllt mit schönen gemeinsamen Erlebnissen zurück.
Die Vernissage am Montag mit Fotografien und Malereien der Schwestern Marie-Dolorès und Isabell Martin war sehr gelungen. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von der Pianistin Pascale Lanquest und Sylvaine Leblond, Malerin der letzten Vernissage. Sie spielte Flöte- französische Musik zu französischer Kunst.

Wir verbrachten wieder schöne gemeinsame Tage und die Resonanz auch aus Marly ist sehr positiv, wie Sie den verschiedenen Berichten entnehmen können.

Nun wünsche ich Ihnen eine schöne und sonnige Sommerzeit und bin mit lieben Grüßen

Ihre Sybille Schmidt

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4. Juni 2008 19 Uhr Table ronde / Stammtisch im "Rasa Malaysia" bei Beate Bin Yusof

4. Juli 2008, 18. 45 Uhr Orgelkonzert des jungen Musikers Cyrille Perret aus Marly-le-Roi im Rahmen des Leichlinger Orgelsommers.
Auf Einladung der Kantorin und Organistin der ev. Kirche Leichlingen, Bettina Strübel, und des Freundeskreises Marly gastiert der französische Nachwuchskünstler Cyrille Perret in der ev. Kirche. Wir laden Sie herzlich ein zu diesem Orgelkonzert!
Der Eintritt ist wie immer frei, Spenden werden gern entgegengenommen.

6. - 12. September 2008 Kulturreise in die Normandie mit folgenden Programm-
punkten u.a. Mont Saint Michel, Saint Malo, Rennes, Cancale. s. auch ausführliche
Beschreibung auf der Webseite des Freundeskreises Marly.
Anmeldung bei Hermann Brandl, Tel. 02175-4362


Persönliches

Geburtstage
Am 16. Februar 2008 wurde Cläre Müller 85 Jahre alt. Wir gratulieren nachträglich sehr herzlich und wünschen Gesundheit und Wohlergehen. Cläre ist seit vielen Jahren im "Freundeskreis" und engagiertes Mitglied der Seniorengruppe. Dort verwaltet sie mit fester Hand die Seniorenkasse. Recht so, liebe Cläre!

Am 27. März 2008 wurde Trude Kaiser 85 Jahre alt. Auch ihr wünschen wir von Herzen alles Gute und Gesundheit. Manchmal sieht man sie mit ihrem Elektrowägelchen durch die Gegend flitzen - immer mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen! Bleib weiter so positiv, liebe Trudi!

Nachruf
Am 8. März 2008 ist Dr. Peter Trapp im hohen Alter von 91 Jahren gestorben. Peter gehörte noch zu der ersten Garde der Jumelage, vertraut mit den alten Gründungsmitgliedern und all den Anstrengungen und auch Freuden, der Jumelage zum Erfolg zu verhelfen. Peter war ein sehr liebenswerter und bescheidener Mensch, wir werden ihn nicht vergessen.

Sybille Schmidt

Aus unserer Partnerstadt

Der Bürgermeister von Marly-le-Roi, Jean-Yves Perrot, ist am 9. März 2008 bereits im ersten Wahlgang mit 59,94% der Stimmen für weitere 6 Jahre wiedergewählt worden.
Wir gratulieren ihm herzlich.

Anläßlich ihres Besuchs in Leichlingen zu Pfingsten erreichte unsere Mitglieder viel begeisterte Dankespost von den Gästen aus Marly.

Auszüge aus den Dankschreiben
- von Eliane und Claude Alexandre an Margret Baums und Henning Zapp:
"… Leitet bitte unsere nochmaligen Glückwünsche und Komplimente an alle Mitglieder des Städtepartnerschaftskomitees weiter für ihre Organisation und alle kleinen Überraschungen, die uns bereitet wurden, u.a. die Erdbeeren, mit denen wir auf der Rückreise verwöhnt wurden"... [Überetzg..B.P.]

- von Pascale und Cléry Lanquest
Séjour du 8 mai au 12 mai 2008 à Leichlingen, Croisière sur le Rhin, de Bingen à Koblenz, Remerciements de Cléry et Pascale Lanquest

Cléry: "Es war ein wunderschöner Tag : der Rhein mit seinen romantischen Burgen und Schlössern hat uns begeistert.
Vom Schiff aus haben wir die Monumente, die Schlösser, die Kirchen und die idyllischen Städte mit einem anderen Blick bewundert. Diese Idee hat uns so gut gefallen, dafür möchten wir uns bei Euch sehr bedanken.
Vor einem viertel Jahrhundert hatte ich schon einmal die Gelegenheit mich an diesen Schätzen zu erfreuen. Während dieser Reise habe ich die deutsche Sprache und viele nette deutsche Leute kennen gelernt.
Dieses Mal genieße ich besonders alles noch einmal genauer in einem netten Freundeskreis erleben zu können. Euch allen vielen Dank.
Zum Schluss sage ich Euch nur zwei Wörter : Danke ! Noch mal !"

Pascale: "Heute schien die Sonne in den Herzen aller Freunde so leuchtend wie in dem Himmel. Die Burg " Liebenstein " mit einem wunderschönen Namen, kann das Symbol der Freundschaft zwischen Marly le Roi und Leichlingen sein.
Heinrich Heine und andere Dichter haben die Loreley besungen. In Frankreich, am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, hat Guillaume Apollinaire den geheimnis-vollen Rhein und das gewaltige Lied der Lorelei beschrieben."

" Le Rhin, le Rhin est ivre où les vignes se mirent
Tout l'or des nuits tombe en tremblant s'y refléter
La voix chante toujours à en râle-mourir
Ces fées aux cheveux verts qui incantent l'été…

"GuillaumeApollinaire: aus "Nuit rhénane" in "Alcools"

Denn trunken ist der Rhein dort spiegeln sich die Reben
Und aller Nächte Gold versinkt im Wellenbeben
Noch immer aber tönt die Stimme todesbang
Von grünbehaarten Feen die Zaubernacht entlang"

Aus dem Französischen übertragen v. J. Hübner und Volker Klünner,

Sammlung Luchterhand 192, S.115
[Red. B.Pflüger]

Pascale Lanquest war von dem Aufenthalt in Leichlingen (Rheinfahrt zur Loreley) besonders inspiriert und hatte uns u.a. noch folgendes Gedicht von Guillaume Apollinaire über den Rhein geschickt:

Guillaume Apollinaire: Nuit Rhénane (1913)
Mon verre est plein d´un vin trembleur comme une flamme
Ècoutez la chanson lente d´un batelier
Qui raconte avoir vu sous la lune sept femmes
Tordre leurs cheveux verts et longs jusqu´à leurs pieds.

Debout chantez plus haut en dansant une ronde
Que je n'entende plus le chant du batelier
Et mettez près de moi toutes les filles blondes
Au regard immobile aux nattes repliées

Le Rhin le Rhin est ivre où les vignes se mirent
Tout l'or des nuits tombe en tremblant s´y refléter
La voix chante toujours ‚a en râle-mourir
Ces fées aux cheveux verts qui incantent l´été

Mon verre s'est brisé comme un éclat de rire

Rheinische Nacht
In meinem vollen Glas bebt flammengleich der Wein
Hört wie ein Schiffer sacht erzählt in seinem Sang
Wie er wohl sieben Fraun gesehn im Mondenschein
Flechten ihr grünes Haar bis an die Füße lang
Steht auf und lauter singt und hebt den Rundtanz an
Damit ich nur das Lied des Schiffers nicht mehr hör
Die blonden Mädchen holt an meine Seite dann
Die mit dem festen Blick das Haupt von Zöpfen schwer
Denn trunken ist der Rhein dort spiegeln sich die Reben
Und aller Nächte Gold versinkt im Wellenbeben
Noch immer aber tönt die Stimme todesbang
Von grünbehaarten Feen die Zaubernacht entlang

Und als mein Glas zerbrach es wie Gelächter klang

Aus: Gumz, Wolf-Dietrich/ Hennecke, Frank J. (Hrsg.): Rheinreise

Gedichte und Lieder: Reclam 1986, 345 f. - [Übers. zugefügt v.d.Red. B.Pflüger]

 

Unsere Mitglieder berichten

Bonne Année 2008!


Das war die Überschrift für den Neujahrsempfang des Marly- Clubs, der am Samstag, 19.1.2008 im rot-weiß-blau geflaggten Weyermannsaal des Bürgerhauses statt fand. Etwa 50 Mitglieder hatten sich eingefunden, um gute Wünsche für das Neue Jahr auszutauschen und etwas über die Planungen für 2008 zu erfahren. Sybille Schmidt, die Vorsitzende des Marly-Clubs, überbrachte in ihrer Ansprache herzliche Grüße aus Marly, zu dem seit bereits 44 Jahren die Verbindung besteht. Im dortigen Comité de Jumelage hat es eine Veränderung gegeben: Danièle Leroy beendet nach 10 Jahren ihre Mitarbeit und wird von Sylvie Jezequel abgelöst, die einigen Leichlingern von Besuchen her schon gut bekannt ist. Frau Schmidt begrüßte als "jüngstes" Mitglied des Marly-Clubs Herrn Heinz Wojahn, der sich gleich als Kameramann und fotografischer Chronist gut einführte.
Aus Sybille Schmidts Rede:
"Das Jahr 2008 ist zum "Frankreich - Nordrhein - Westfalen - Jahr" ernannt worden. In diesem Jahr sollen die bestehenden guten Beziehungen zwischen unseren Ländern weiter ausgebaut werden. Frankreich ist für NRW das Exportland Nr. 1. Rund 300 französische Unternehmen mit mehr als 60 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 22 Mrd. € haben ihren Sitz in NRW, und rund 30 000 Franzosen leben hier. Zwischen NRW und Frankreich bestehen 250 Städte-partnerschaften und 850 Schulpartnerschaften. Neben dem Generalkonsulat gibt es hier die größte frz. Handelsmission weltweit, fünf Kulturinstitute und französische Schulen in Düsseldorf und Bonn. Das verdeutlicht die vielfältigen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern."
Das Jahr bietet eine Fülle von interessanten Veranstaltungen, von denen viele hier in unserer Region statt finden werden.
Frau Schmidt wies auf die nächsten Aktivitäten hin:
Mitgliederversammlung am 2.4.2008
Besuch der französischen Gäste über Pfingsten
Für Pfingstsamstag ist ein Ausflug mit Schiff und Bus zur Loreley geplant. Sonntag wird der traditionelle Familientag zur freien Gestaltung sein.
Wicze Braun kündigte für Pfingstmontag die Vernissage einer Fotografin aus Marly an, die von französischen Musikern umrahmt werden soll.
Dr. Brandl warb für die Teilnahme an der für den Herbst geplanten Kulturreise in die Normandie. Allein das Lesen der Programmpunkte - St.Malo, Mont St. Michel, Dinan, Rennes, Cancale - weckt die Lust, diese wunderbare Region Nordfrankreichs zu entdecken.
Umrahmt wurden diese Ausblicke auf die vor uns liegenden Aktivitäten von Renate Sander am Flügel und Wera Vis, Querflöte, die Musik von Mozart, Fauré und dem belgischen Komponisten Bernard Molique (1802 -1869). Besonders die "Tarantelle" des letzteren wurde von den beiden Musikerinnen mit soviel Spielfreude vorgetragen, dass man manches Bein im Takte mitwippen sah. So wurden sie zu Recht mit Blumensträußen in den Farben der Trikolore belohnt.
Bürgermeister Ernst Müller richtete Worte des Dankes an die Mitglieder, besonders aber an den Vorstand des Marly-Clubs. Er betonte die Wichtigkeit ehrenamtlichen Engagements, ohne das das Leben in einer Stadt wie Leichlingen um vieles ärmer wäre und sicherte auch weiterhin die Unterstützung der Stadt zu.
Nach der gehaltvollen wortreichen Kost des ersten Teils konnten sich dann alle dem ebenso gehaltvollen zweiten Teil, nämlich dem Buffet zuwenden. Die wunderbaren Vorspeisen und die Lachs-Lasagne von Beate Bin Yusof sowie die von einigen Mitgliedern zubereiteten köstlichen Desserts boten eine willkommene Grundlage für muntere Gespräche an allen Tischen.
So trennte man sich in der Vorfreude auf viele gemeinsame Treffen im vor uns liegenden Jahr 2008.

Ellen Lange


Unser Ausflug nach Wuppertal

Der Vorschlag unserer geschätzten Vorsitzenden Sybille Schmidt, die aktuelle Ausstellung "Auguste Renoir und die Landschaft des Impressionismus" im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal zu besuchen, wurde gerne angenommen.

Also trafen sich am Freitag, dem 11. Januar 2008 um 14.40 Uhr ca. 20 Mitglieder des Freundeskreises Marly am Leichlinger Bahnhof. Gut gelaunt und erwartungsvoll fuhren wir gemeinsam mit dem Zug nach Wuppertal. Nach wenigen Gehminuten erreichten wir das in Bahnhofsnähe liegende Museum, wo uns auch schon eine junge Dame - gleichermaßen nett und sachkundig - erwartete. Sie weckte schnell unser Interesse an den herrlichen Gemälden von Renoir und Malerkollegen wie u.a. Sisley, Pissaro und Cézanne, sowie von ihnen beeinflußter Künstler wie Courbet, Corot, Signac und Manet. Die Ausstellung umfasst rund 60 Gemälde Renoirs, die teilweise aus privaten Sammlungen und berühmten Museen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem National Museum Warschau oder dem Art Institute in Chicago geliehen waren.

Außer einigen der früheren Landschaften Renoirs wurde der Schwerpunkt auf sein späteres Schaffen gelegt. Es wurden eindrucksvoll beispielhafte Werke gezeigt und dabei erläutert, wie sich die französische Malerei in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom so genannten Akademismus befreite und aus den meist beleuchteten Ateliers in die Natur aufbrach, um jetzt bei Tageslicht unter freiem Himmel zu malen. Abgerundet wurde die Führung durch einen anschließenden Film über Renoir, sachkundig kommentiert von dem Direktor des Museums, Dr. Gerhard Finkh.

Kurzum, es war ein sehr beeindruckender und gleichzeitig lehrreicher Museumsbesuch! Geschlossen fuhren wir - wie geplant - mit dem Zug wieder zurück und nahmen (bis auf wenige Ausnahmen) noch einen gemeinsamen Imbiss in der Leichlinger Bahnhofsgaststätte ein. So fand eine gute Idee die verdiente Realisierung und bescherte uns allen angenehme Stunden.
Ute Kornatz


Zum Besuch der Marlychois vom 9.5. - 12.5.2008


Ausflug auf dem Rhein zur Loreley

Es sollte ein toller, informationsreicher, aber auch anstrengender Tag werden. Die Sonne schien bereits am frühen Morgen und versetzte die Reisenden in erwartungsvolle Stimmung.

Sybille begrüßte die Gäste, [und] beim Passieren der Bayerwerke in Leverkusen berichtete Hartmut Schmidt Wissenswertes über diese weltbekannte Firma, die der Stadt auch den Namen gab. Immerhin liegen bei Bayer nicht nur die Umsätze, sondern auch die Erträge im Milliardenbereich.

Sybille verteilte einen Leporello des Rheinlaufs von Mainz bis Köln mit Erläuterungen, auch auf französisch. Obwohl die Schiffstour nur von Bingen bis Koblenz ging, war dieses Geschenk für alle von größtem Interesse. Jeder blätterte eifrig die einzelnen Seiten um und staunte über die Vielzahl der Sehenswürdigkeiten. Außerdem wurde noch der Text des Loreley-Liedes von Heinrich Heine und eine Aufstellung der Burgen, die auf der 65 km langen Strecke des Mittelrheins zu sehen sind, verteilt. Nachdem sich jeder eingelesen und grob informiert hatte, gab Guido Ringel einen Bericht über die Geschichte und die Besonderheiten des Rheins, der von Sybille Abschnitt für Abschnitt ins Französische übersetzt wurde. Dabei nahm insbesondere das romantische Mittelrheintal, das seit 2002 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, mit seinen Ursprüngen einen breiten Raum ein.

Die heute noch sichtbare Geschichte der Ortschaften im Mittelrheintal reicht teilweise bis in die römische Zeit zurück. Im Hochmittelalter stellte diese Region einen wichtigen Teil des damaligen Heiligen Römischen Reiches dar. Die Römer brachten auch den Wein in diese Gegend. Der Schieferboden, der die Sonnenwärme speichert, war dafür ideal. Ackerland zum Anbau der Grundnahrungsmittel.
Zu den herausragenden Besonderheiten des Welterbes gehören rund 40 Burgen, Schlösser und Festungen auf dieser relativ kurzen Strecke entlang des Rheins. Knapp 30 davon sind vom Schiff aus zusehen. Diese Vielzahl von Burgen auf engstem Raum ist weltweit einmalig!
Der Grund liegt in der Geschichte: Wegen seiner strategischen Lage und der einträglichen Zölle war das Mittelrheintal schon immer Zankapfel zahlreicher Herren. Zwischen Mainz und Köln gab es 12 Zollstellen. Es ging immer um die Herrschaft. Hier hatten die Erzbistümer von Köln, Mainz und Trier ebenso Besitz wie die Pfalzgrafen und die hessischen Landgrafen. Aber es gibt hier auch Burgen des niederen Adels.
Auch die Herren aus Frankreich wollten hier mitmischen, denn der Rhein war ein sehr bedeutender Grenzfluss. Die Franzosen und die Deutschen haben in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts immer wieder um die Herrschaft am Rhein gekämpft, insbesondere im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Dabei sind viele Burgen zerstört worden und blieben Ruinen. Das Jahr 1689 war dabei besonders dramatisch. Nur die Burg Rheinfels hat den Angriffen der Franzosen standgehalten, und das sogar zweimal!
Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel das Gebiet, einschließlich der linksrheinischen Pfalz an Preußen. 1822 entstand daraus, mit den Provinzen Jülich- Kleve-Berg und dem Großherzogtum Niederrhein, die neue Rhein-Provinz. Provinz-Hauptstadt wurde Koblenz. Sie blieb es bis 1945.
Die Burgen wurden im 19. Jh. zum Teil von den Hohenzollern, anderen Adeligen und auch reichen Kaufleuten gekauft, wieder aufgebaut und seither für friedliche Zwecke genutzt.
Nachdem man sich [1815] in Wien geeinigt hatte, konnte man wieder friedlich verreisen.
Das Rheintal wurde von den Engländern auf dem Weg zu den Alpen und nach Italien entdeckt.
Zunächst nutzte man noch die Postkutsche. Das erste englische Dampfschiff fuhr 1816 von Rotterdam bis Köln, ein Jahr später bereits bis Koblenz. Die Engländer waren also die ersten Touristen in Deutschland. Es waren meist Adelige auf Bildungsreise, die zwei Dinge hatten: Zeit und Geld.
Es folgten die Maler, Literaten und Musiker aus aller Welt.
Sehr malerische Bilder des Rheintales stammen von dem bekannten englischen Maler William Turner. Lithografien und Stiche illustrierten die Reisebeschreibungen oder wurden bereits als Leporello herausgegeben. Zwischen 1820 und 1830 kamen mindestens 12 Veröffentlichungen mit eigenständigen neuen Ansichten heraus. Die Engländer waren führend beim Stahlstichverfahren, das die bisherige Kupferstichtechnik ablöste. Die besten Vorlagen lieferte seinerzeit William Tombleson. 1832 erschienen die "Views of the Rhine" in 68 Mittelrhein-Darstellungen. Man kann sagen: Es waren die Vorläufer der Ansichtskarten.
Der Höhepunkt der Rheintour sollte die Umschiffung des Loreley-Felsens sein.
Hier ist die engste und tiefste Stelle des Rheins - nur 123 m breit, aber 25 m tief. Außerdem gab es früher auf der linken Seite eine Sandbank und quer liegende Felsrippen. Dadurch entstanden starke, gefährliche Strudel, die manchem Schiffer zum Verhängnis wurden. Aus diesem Grunde ließ sich hier der Hl. Goar nieder, um Schiffbrüchige zu retten und zu pflegen. Von daher kommen die Ortsnamen St. Goar und St. Goarshausen.

Die Loreley

Sagen und Mythen umgeben die Loreley. Ein Wasserfall und das Rauschen des Flusses erzeugten an den Felswänden und -überhängen ein Echo, das nach unten reflektiert wurde. Zunächst behauptete man, diese Geräusche kämen von Zwergen, die in Felsenhöhlen hausen. Einer Ballade von Clemens Brentano nach saß eine Nixe, Loreley genannt, auf dem Felsen, kämmte ihr langes blondes Haar mit einem goldenen Kamm und lockte mit ihrer Stimme die Rheinschiffer an, die die gefährliche Strömung und die Felsenriffe nicht beachteten und dann mit ihren Booten zerschellten.
Heinrich Heine griff das Thema 1824 in dem bekannten Gedicht "Die Lore Ley" auf. Wer kennt es nicht? "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten". Dreizehn Jahre später schrieb Friedrich Silcher die Melodie dazu. Es wurde zum bekanntesten Rhein-Lied.
Im Anschluss an den Vortrag gab es eine selbst gesungene improvisierte Kostprobe mit der ersten Strophe.
In den 1930er Jahren wurden die gefährlichsten Felsen im Fluss gesprengt, so dass die Passage an der Loreley ihre frühere Gefährlichkeit verloren hat. Allerdings werden die Schiffer auch heute noch durch Leuchtsignale vor dem Gegenverkehr gewarnt.
Der Blick von oben auf die Städtchen im Tal und auf die Burgen Katz und Rheinfels gehört zu den unverwechselbaren Erlebnissen für viele Touristen, auch wenn von der Lore leider weit und breit nichts zu sehen ist.
Auf dem Plateau gibt es eine Freilichtbühne, wo gelegentlich Großveranstaltungen stattfinden. Gegen 13 Uhr erreichten wir Bingen. Die deutschen Teilnehmer, die mit dem Zug angereist waren, warteten bereits im Saal des "Binger Sommergarten",, der einen tollen Panoramablick auf den Rhein und dem schräg gegenüberliegenden Niederwalddenkmal oben auf den Höhen bot [s.Titelfoto S.1]. Eigentlich hätten wir Christo und Jeanne-Claude bitten sollen, dieses Denkmal wenigstens für diesen Tag zu verhüllen, denn es ist so etwas wie ein Affront gegen Frankreich.

Das Denkmal ist 38 m hoch, die Statue alleine misst 12,5 m. Es symbolisierte die "Wacht am Rhein" und erinnerte an die Gründung des neuen Deutschen Reiches nach dem deutsch-französischen Krieg. Der Grundstein wurde 1877 in Anwesenheit des Kaisers gelegt. Aber es gab Probleme mit der Finanzierung. Denn es wurde zu wenig gespendet, insbesondere die Rheinländer wollten dafür nicht ihr gutes Geld hergeben. Sie mochten die Preußen aus mehreren Gründen nicht sonderlich. So wurde das Denkmal erst 1883 von Kaiser Wilhelm I eingeweiht. Die Figur obenauf ist nicht der Kaiser, sondern stellt die Germania - das Gegenstück zur Marianne von Frankreich - dar. Links und rechts stehen Figuren mit Flügeln, die den Krieg und den Frieden darstellen sollen. Es ist zwar ein patriotisches Denkmal, gleichzusetzen etwa mit dem Völkerschlachtdenkmal von Leipzig, aber der Ursprung ist den wenigsten bekannt, die sich heute als Touristen mit der Kabinenbahn nach oben bringen lassen. Fast niemand kennt, geschweige denn singt mehr das Lied: "Treu und fest steht die Wacht am Rhein". Dafür ist die Aussicht von da oben viel zu schön.
Das vorbestellte Essen war schnell eingenommen. Den Nachtisch - frisch gebackene Waffeln mit heißen Kirschen und Kaffee - gab es kurz danach auf dem Schiff mit dem wohlklingenden Namen "Asbach", das unsere Gruppe pünktlich in unmittelbarer Nähe des Lokals aufnahm.
Obwohl der Gastraum klimatisiert war, begaben sich die meisten danach schnell nach draußen und aufs Oberdeck. Zu sehr lockte der strahlend blaue Himmel und die reizvolle Landschaft. Es herrschte reger Verkehr auf dem Schiff - und auf dem Rhein. Die Erklärungen, die an Bord in vielen Sprachen, ja sogar auf japanisch, erfolgten, waren natürlich nicht ausführlich. Wie gut, dass man nun im Leporello alles besser verfolgen konnte. So verpasste auch niemand den Loreley-Felsen, der sich mächtig ins Rheinbett schiebt. Allerdings, wir haben weder die Lore, noch sonst jemand singen hören.
Bald war Koblenz erreicht, die Zeit drängte, denn der Bus wartete bereits in der Nähe des Deutschen Ecks. Die Zugreisenden mussten sich sputen, um den geplanten Zug nach Köln zu erwischen. So konnte leider kein Gruppenfoto zu Füßen des Kaisers geschossen werden. Auch nicht weiter schlimm! Denn erstens war das Reiterstandbild eingerüstet und außerdem ist es nicht mehr das Original. Das wurde kurz vor Ende des letzten Krieges im März 1945 durch eine amerikanische Artilleriegranate vom Sockel geholt. Da es aus Kupfer bestand, wurde das wertvolle Metall eingeschmolzen.
Die französische Militärregierung wollte dann auch den Sockel abbauen und durch ein Denkmal für Frieden und Völkerverständigung ersetzen. Aber dazu fehlte wieder das nötige Geld.
Im Mai 1953 wurde der Steinsockel zum Mahnmal der deutschen Einheit umfunktioniert. Das war kostengünstig. Dazu reichte die Bundesflagge mitten drauf völlig aus. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurden neben dem Denkmal drei Beton-Elemente der Mauer aufgestellt.

bei Früh übt sich ...

Am Tag der Deutschen Einheit 1990 wurden die Wappentafeln ringsum mit den Wappen und Namen der neuen Bundesländer ergänzt.
Vornehmlich wegen des Tourismus wurde 1993 eine Nachbildung der Figurengruppe aus Bronze aufgestellt. Ein lokales Verlegerehepaar übernahm die gesamten Kosten. Dennoch wurde das Vorhaben sehr kontrovers diskutiert. Die Gegner wandten sich gegen den unzeitgemäßen Kaiserkult. Auch hatte man die Rolle Wilhelms als so genannten "Kartätschenprinz" bei der blutigen Niederschlagung der Märzrevolution von 1848 immer noch nicht vergessen.
So, nun aber schnell zum Bus, der uns ebenfalls nach Köln bringen sollte. Entspannt konnte man beginnen, die gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten. Dazu spendierte Sybille ein kühles Gläschen Champagner, und Guido Ringel einige Gesangsproben zur Gitarre.

Fast direkt vor dem Dom in Köln angekommen, ging es schnurstracks zum "Früh", dessen Vorplatz und Eingang proppenvoll fröhlicher Menschen war. Wenn auch mehr mit dem "Kölsch" als mit Wein, kam hier die leichte Lebensart des Rheinländers voll herüber.

Guido Ringel

 

Zwei Worte sind genug

Um 20.05 Uhr (so genau sind in Deutschland Planungen) sollten wir zum Tagesabschluß in den Heinzelmännchenräumen im Cölner Brauhaus Früh eintreffen, um dort unser Abendessen einzunehmen.
Der Zeitfaktor spielte hier eine große Rolle, da in Köln um 22 Uhr ein Feuerwerk stattfinden sollte und man diesen Event ja auch noch mitnehmen wollte. Und so kam Hektik auf.

Alles nur ja schnell raus aus dem Bus und ab über die von Menschen vollgestopfte Domplatte schnell hinüber ins Brauhaus. Nachdem sich hier die erste Unruhe gelegt hatte und die Leute ihre Plätze eingenommen kam die erste Frage; wo ist eigentlich… Insgesamt fehlten drei bis vier Freunde aus Marly.
Nach mehreren Suchgängen und dem Einsatz modernster Techniken (Handy) konnten die "Abgängigen" dann wieder eingefangen und dem eigentlichen Ziel zugeführt werden. Sie hatten schlicht und einfach den Anschluß verpasst und sich dann in Köln nicht zurechtgefunden…
Dadurch verschob sich dann der Beginn des Essens etwas und nicht alle kamen zum Feuerwerk… aber der Reihe nach.
Eine Schifffahrt die macht durstig und hungrig, und so wartete schon alles auf die bestellten deftigen Speisen und freute sich auf die Spezialität des Brauhauses; das Bier.
Nach der Vorsuppe, die für alle gleich war, kam das immer wieder vergnügliche Spiel bei solchen Gelegenheiten: Was hatte ich eigentlich bestellt?
Sybille Schmidt und Sylvie Jezequel hatten alle Hände voll zu tun, um den Gedächtniskünstlern zu den gewählten Essen zu verhelfen (Was, ich hatte tatsächlich Sauerbraten und nicht das Huhn?.) Ich weiß nicht, ob alle bekommen haben, was sie bestellt hatten, aber eine schnell improvisierte stichpunktartig durchgeführte Meinungsumfrage nach dem Essen führte zu dem Ergebnis: 100 % der Befragten hat es sehr gut geschmeckt.
Nachdem alle gesättigt waren, kam die Zeit der Reden. Sybille Schmidt ließ in Deutsch und Französisch noch einmal den Tag Revue passieren und bedankte sich bei allen ihren Helfern.

Dann stellte sie kurz die stellvertretende Bürgermeisterin Erika Horsthemke vor, die den Bürgermeister in der Veranstaltung vertrat, wegen der fortgeschrittenen Zeit aber nur einen kurzen Gruß an die Versammelten richten konnte.

Für Marly hielt die Rede nicht Sylvie Jezequel, sondern die Ehel. Cléry und Pascale Lanquest (oben links im Bild) nahmen ihr die Arbeit ab. Clery Lanquest sagte, ihm sei im Bus von einem Mitfahrer gesagt worden, er solle nicht so lange reden, zwei Worte müssten eigentlich genügen. Dem schlösse er sich an und sage daher nur: "Danke" und "Noch mal". Diesen beiden Worten schlossen sich alle Freunde aus Marly mit herzlichem Beifall an.
Er nahm sich dann aber doch die Zeit, um seinen Dank ausführlicher darzubringen.
Seine Frau bereicherte die Veranstaltung dann auch noch mit dem Vortrag eines Gedichtes über Heine und die Loreley, dessen deutsche Übersetzung leider etwas unterging.
Inzwischen war nämlich der Zeitpunkt des geplanten Endes näher gerückt und Charlie, der Busfahrer, konnte aus rechtlichen Gründen (Dauer der Tagesfahrzeit) nichts mehr zugeben. Und so konnten nur diejenigen, die nicht mit dem Bus zurückfuhren, noch das Feuerwerk sehen.
Für alle war es aber ein gelungener Abschluss eines ereignisreichen Tages, denn selbstverständlich wurde nicht nur gegessen und getrunken, sondern in vielen Gesprächen wurde die schöne Rheinfahrt nachempfunden und die Freundschaft zwischen beiden Städten wurde vertieft.

Auch für mich gilt: als Motto über den Tag an alle Beteiligten hinaus: Danke (Für den schönen Tag und das schöne Treffen insgesamt) und "Noch mal" (immer wieder ein Treffen mit unseren Freunden aus Marly).

Theo Beckers



Vernissage



Die Fotografin Marie Dolorès Martin

[Auszug aus der frz. Ansprache von Wicze Braun:]
" Chers amis des beaux-arts de Marly-le-Roi et de Leichlingen !
Le jumelage entre Marly-Le-Roi et Leichlingen a une longue tradition.
…A part d'autres activités nombreuses, ce sont les visites annuelles à la ville jumelée qui ont donné naissance à des amitiés sincères et durables.
Depuis neuf ans ces visites mutuelles sont enrichies par un échange d'art intense. Chacune des deux villes amène un ou deux de ses artistes, qui peuvent ainsi présenter leurs œuvres aux habitants de la ville jumelée..
C'est donc aujourd'hui que le 9e échange d'art a lieu.
Nous sommes très contents de votre visite à Leichlingen et on aimerait vous en remercier beaucoup. "

[dt.Text von Wolfgang Brudes:]
Zur Vernissage der Ausstellung Marie-Dolorès Martin + Isabelle Martin
im Bürgerhaus in Leichlingen

"Liebe Freunde der schönen Künste aus Marly-le-Roi und aus Leichlingen !
Die Städtepartnerschaft von Leichlingen mit Marly-le-Roi hat eine langjährige Tradition der Völkerverständigung. Vor vier Jahren feierten wir das 40jährige Jubiläum. Neben mehreren anderen Aktivitäten finden im jährlichen Wechsel Bürgerreisen statt, die zu intensiven Freundschaften geführt haben.
Seit neun Jahren werden die Bürgerreisen durch einen aktiven Kunstaustausch bereichert. Jede Partnerstadt bringt dabei ein oder zwei ihrer angesehenen Künstler mit, die dann ihre Werke der Bevölkerung der besuchten Partnerstadt präsentieren....
Heute nun findet die 9. Ausstellung statt.

Dieses Jahr mit den beiden Schwestern Marie-Dolorès und Isabelle Martin.
Wir freuen uns sehr, und wir danken Ihnen von Herzen, dass Marie nach Leichlingen gekommen ist. Isabelle muß leider ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen.

MARIE-DOLORÈS MARTIN
Seit 2002 ist sie Fotografin.
Sie macht Studien über Stilleben, die reine Natur und Begegnungen mit der Materie - quer über alle Bereiche der Fotografie.
Die Fotografie ist durch ihre Reisen zu ihr gekommen. Wie eine Selbstentdeckung, im Laufe der Abreisen und Wiederkünfte und im Laufe der Zeit. Die Gegenstände, ebenso wie die Stoffe, sind ihren Empfindungen sehr präsent und leben in ihren Fotos wieder auf. Der Faltenwurf aus leichten Stoffen des Lebens erweckt Bilder der Frau, der Mutter mit Kind - in Farben und schwarz-weiß. Die Gegenstände sind lebendig und empfindlich, verlieren ihre materiellen Konturen durch ihre verschiedenen Formen wie ein Ungleichgewicht, das sie sehr lebhaft macht.
Ihre Tätigkeit in der Textilindustrie hat sie hauptsächlich nach Indien geführt; auch nach China. Die Reise dauert an in den einfachsten Gesten und den wesentlichsten Betrachtungen; hier in Europa, zuhause, in einem Garten oder einem Wald, der Ort ihrer Kindheit, wo der Gestaltungswunsch wiedererweckt wird.
Sie fotografiert in der klassischen Technik.
Ihre Kamera ist von Minolta.

ISABELLE MARTIN
Sie ist Kunstlehrerin seit 2001, Schöpfer von Gemälden, Zeichnungen, Pastellen und Skulpturen. Sie formuliert :
"Es macht mir Spaß, kreativ zu sein, ich lasse mein Herz sprechen; ich habe noch keinen eigenen Stil, ich suche und experimentiere. Ich liebe die Bewegung, das Licht und die Farben. Es ist mir wichtig, positive Empfindungen beim betrachtenden Publikum zu erzeugen : In jedem von uns ist ein schlummernder Künstler, also muss man ihn wecken."
Isabelle arbeitet in einer Schule, hauptsächlich mit Kindern. Sie plant oft künstlerische und spielerische Aktivitäten. Ihre Zeichenkurse wenden sich an die Jüngsten und an die Erwachsenen. Das Thema der Natur und der Tiere liegt ihr sehr am Herzen. Sie hat in ihrer Jugend auch 10 Jahre lang Violine gespielt; aber das Zeichnen ist ihre Leidenschaft geblieben. Die Arbeiten, die sie hier ausstellt, nehmen die exotischen Fotografien ihrer Schwester Marie als Vorlage.
Ihre Ausstellung, Mesdames, ist großartig - wir wünschen Ihnen viel Erfolg !
.....

Wir freuen uns, dass diese Ausstellung der Marlyer Künstler erstmalig durch Musiker aus Marly eingerahmt wird, wie wir uns das immer gewünscht haben. Wir hoffen, dass die nächste Ausstellung Leichlinger Künstler in Marly von Leichlinger Musikern begleitet wird.
Das nächste Stück, vorgetragen von Sylvaine Leblond, ist eine Komposition von Jacques Riou, der anwesend ist.
Danke !"


Kontakt:
Marie-Dolorès MARTIN
Fotografin
29, route de Versailles
Résidence Marly Soleil
Bât 6A
78560 LE PORT MARLY
Tél : 00 33 6. 86.95. 02.02
marilo.martin@free.fr

Isabelle MARTIN
Malerin
1, ruelle des Marais
78120 l'Etang la Ville
Tél : 00 33 1 3916 8580
isabelle.martin78@yahoo.fr

Aus der Fotoausstellung: beim indischen Bartscherer

Unfrisierte Gedanken zu einer Fotoausstellung oder Kann ein Fotograf es allen recht machen.
Der Besuch einer Fotoausstellung ist für mich immer ein aufregendes Erlebnis. Ich habe Ausstellungen mit nur 12 bis 15 Bildern erlebt, die so belebend waren, dass ich mehrmals eine Runde drehte und andere Ausstellungen, in denen die Fülle des Materials den Zuschauer fast erdrückte.

Fest steht, dass eine Ausstellung viele Interpretationsebenen anspricht. Jeder hat eine andere Auffassung von Gestaltung, Technik, Aussagekraft der Bilder oder z.B. der Farbgestaltung. Kurzum: Über Geschmack lässt sich trefflich streiten. Deshalb hat es Marie-Dolorès Martin den Betrachtern nicht leicht gemacht, weil ihre Titel viel Interpretationsspielraum lassen.

Um es vorweg zu nehmen, viele Bilder haben mir gefallen. Die stärkste Aussagekraft hatten die Schwarzweißobjekte wie z.B. "Portrait" (No.20) oder " Regard" (No.21). Sie ließen dem Betrachter einen weit größeren Spielraum der Interpretation als bei farbigen Aufnahmen. Der Fotografin gelang es hier tatsächlich Blicke einzufangen.

In südländischen Gegenden Portraits von Personen, insbesondere Frauen, aufzunehmen, verlangt viel Taktgefühl und ist oft ein schwieriges Unterfangen. Nicht immer sind daher die Ergebnisse zufriedenstellend. Gelingen Bilder wie "Le barbier" , "Le Visage femme naxi" oder "Mère nomade" , sind dies glückhafte Momente für den Fotografen und den Betrachter. Hier passt alles zueinander: Titel , Technik, Aussage und Wirkung.

Eindrücke auf Reisen sammeln, ist für uns Europäer verlockend. Ich stelle fest, dass wir beim Fotografieren immer wieder dem Reiz des Morbiden und Primitiven erliegen. Deshalb sind Bilder wie "La corde", "Le sceau bleu" oder "Postes vertes", sorgfältig zusammengestellt, schon beeindruckend.

Viele gute Bilder hätten einen noch nachhaltigeren Eindruck hinterlassen, wenn sie in einem größeren Format (mindestens 30x40 cm) ausgestellt worden wären. Vielleicht hätte es auch die Wirkungskraft der besonders gelungenen Fotos verstärkt, wenn sich wiederholende Titel weggelassen worden wären.´

Wie sagten schon die alten Römer:
" Multum non multa" !

Eine formal und emotional plakative Variante zu den Fotografien waren die Pastell- und Crayonzeichnungen der Malerin Isabelle Martin. Viele Besucher blieben gebannt vor den Bilddoubletten stehen und waren zusehends mehr von den meist größeren Arbeiten der Malerin Martin fasziniert. Zweifelsohne hatte das großformatige Bild die größere Ausstrahlung. Noch interessanter wäre es gewesen, wenn bei einigen Zeichnungen der Realismus der Fotografien in abstraktere Spiegelungen umgeformt worden wäre.

Die Ausstellung war ein ermutigender Beleg für die wechselseitigen kulturellen Beziehungen zwischen Marly-le-Roi und Leichlingen...
Otto Schäfer

Das deutsch-französische Geschichtsbuch


Der 2. Band des im Infoblatt N° 23 vorgestellten deutsch-französischen Geschichtsbuchs ist jetzt auch da!
Band 2, Europa und die Welt vom Wiener Kongreß bis 1945
Schülerband - Sekundarstufe II, ISBN 978-3-12-416511-4, 26,95 Eur
Zur Erinnerung,
Band 1, Europa und die Welt seit 1945 / L'Europe et le monde depuis 1945, erschienen im Sommer 2006 bei Nathan und Klett, Schülerband - Sekundarstufe II
Dt: ISBN 3-12-416510-1, 25,-Eur / Franz: ISBN 3-12-416520-9, 26,- Eur

 

Auszug aus dem Interview des französischen Bildungsministers Xavier Darcos zum deutsch-französischen Geschichtsbuch:

" Welche Bedeutung hat das deutsch-französische Geschichtsbuch für Sie?
Daß französische und deutsche Schüler ihre Geschichte, die des Nachbarlandes, Europa und der Welt im selben Lehrbuch lernen können, ist nicht nur ein pädagogisches Ereignis, sondern auch eine starke politische Botschaft. Der Erfolg dieses Projekts zeigt, daß Völker unseres Kontinents zusammenkommen und eine gemeinsame Sicht auf Bildung und Kultur erarbeiten können.

Wo sehen Sie die entscheidenden Unterschiede zwischen den beiden vorliegenden Bänden?
- Der erste 2006 erschienene Band ist für die französische "Terminale" (12. oder 13. Klasse) und für die deutschen Klassen 12 oder 13 gedacht und behandelt die deutsch-französische Aussöhnung und den Aufbau Europas nach 1945.
Der jetzt vorliegende zweite Band ist für die französische "Première" (11. oder 12. Klasse) und für die deutschen Klassen 11 oder 12 bestimmt und behandelt die Zeit von Anfang des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, also die Zeit der großen deutsch-französischen, europäischen und weltweiten Konflikte. Ein weiterer Unterschied liegt in der Ausgewogenheit zwischen den Traditionen der deutschen und der französischen Geschichtsschreibung. So wird im zweiten Band der deutschen Herangehensweise des Quellenstudiums mehr Raum gegeben.
Wo liegen die Differenzen in der deutschen und französischen Unterrichtskultur und in Herangehensweisen an bestimmte Themen?
- Schüler in Frankreich werden im Unterricht stärker vom Lehrer angeleitet, während die deutschen Schüler die Texte, die ihnen vorgelegt werden, selbst interpretieren müssen, nachdem sie im Unterricht analysiert und besprochen wurden.
Dieses Lehrbuch vereint also auch zwei unterschiedliche Traditionen der Geschichtsschreibung, die sich in semantischen Differenzen zeigen. So spricht man in Frankreich vom "Großen Krieg" (Grande guerre) und in Deutschland vom "ersten Weltkrieg": Hier geht es um nicht weniger als das kollektive Gedächtnis....."[aus der FAZ,8.April 2008]

Nach dem Vorbild des deutsch-französischen Geschichtsbuchs, das großen Erfolg in Frankreich und in Deutschland hat, wurde Anfang April bei einem Besuch in Warschau vom deutschen Außenminister die Idee eines deutsch-polnischen Geschichtsbuchs lanciert.
Der Entwurf des Projekts, dessen 1. Band die Zeit vom Mittelalter bis zum XVIII. Jahrhundert behandeln soll und für 2011 vorgesehen ist, wurde im Mai in Berlin vorgestellt.


Zur Saison Frankreich - Nordrhein-Westfalen 2008-2009

(s. auch Beitrag "Bonne Année 2008" in diesem Infoblatt)


Deutsch-französische Bürgermeister kommen am 27.5. und 28.5. zu einem Kongreß in Köln zusammen auf Einladung der Landesregierung NRW im Rahmen des Frankreich-NRW-Jahres 2008-2009. Das Thema lautet:
Deutsch-französische Freundschaft, von der bilateralen Städtepartnerschaft zum Netzwerk.

Zum Abschluß dieser Ausgabe wie in jedem Jahr der Hinweis auf das Frankreich-Fest zum 14. Juli. Deshalb laden wir Sie ein nach Düsseldorf zum Frankreich-Fest, das vom 11.7. - 14.7. 2008 dort gefeiert wird.

Die Fülle der Beiträge und Nachrichten zur deutsch-französischen Partnerschaft zeigt, wie reichhaltig der Austausch mit Marly ist. Sie beleben das Infoblatt und besonders diese Ausgabe.
Ganz herzlichen Dank an alle, die einen literarischen oder photographischen Beitrag beigesteuert haben. Wir wünschen allen Lesern einen wunderschönen Sommerurlaub!

Basilisse Pflüger

Am Treppchen 7, Leichlingen
02175-71186
E-Post: Fam.pflueger@t-online.de

Gestaltung: W. Pflüger