Infoblatt Nr. 33 - Juli 2011



In eigener Sache


Liebe Vereinsmitglieder und Freunde der Städtepartnerschaften,

Lassen Sie uns in der Wärme unseres Sommers einen Bogen schlagen zu unserem letzten sehr kalten Winter: wie immer feierten wir unseren Neujahrstreff in gemütlicher Runde im Bürgerhaus, musikalisch sehr flott begleitet von David Mertin, der uns mit Musical-Melodien erfreute. Dabei lobte Bürgermeister Müller das große Engagement unserer Mitglieder für die Städtepartnerschaft mit Marly. Wir haben uns über seine Anerkennung sehr gefreut.
22 motivierte Vereinsmitglieder starteten am 12. Februar 2011 zu einem Ausflug nach Bonn. Ein deftiges Mittagessen im "Brauhaus Bönnsch" gab eine gute Grundlage für eine Führung durch die Ausstellung "Napoleon und Europa". Mit Herrn Ditzel hatten wir einen ausgezeichneten Führer, der uns mit sehr interessanten und lebendigen Ausführungen einen tiefen Einblick in die damalige Geschichte gegeben hat. Der gemeinsamer Kaffee bzw. einige Bierchen rundete diesen abwechslungsreichen Tag ab.
Die Mitgliederversammlung des Vereins fand im März 2010 statt.
Vom 2. - 5. Juni starteten wir mit 44 Teilnehmer/innen zu unserer Bürgerreise nach Marly. Dieses Mal hatten wir erfreulicherweise auch einige Jugendliche an Bord, die sich von unserer Vorfreude auf den Besuch in Marly anstecken ließen und ebenfalls viel Freude an der Begegnung hatten. Peter Thönes hatte eine große Anzahl Fotos geladen für seine Ausstellung in Marly, die dort sehr viel Anklang fand. Die Fotos, kreiert von ihm und seinem Fotoclub, vermittelten einen ganz besonderen Einblick in die Schönheiten des Bergischen Landes und wurden von den Franzosen begeistert aufgenommen. Die peppige musikalische Begleitung der Vernissage von Peter Thönes und Michael Nover auf der Gitarre haben die Sache fröhlich abgerundet. - Wie immer wurden wir sehr warmherzig empfangen und konnten uns auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. Im Anschluss können Sie Näheres lesen. Wir danken Sylvie Jezequel und ihrem Team sowie allen Gastgebern und Aktiven sehr herzlich für diese schönen und abwechslungsreichen Tage, die wir im Geiste der langjährigen vertrauten Freundschaft und Verbundenheit verbracht haben.
Am 18. Juni führte uns der Ausflug der Städtepartnerschafts-Vereine Henley, Funchal und Marly zur Bundesgartenschau nach Koblenz. Wir verlebten einen schönen Tag in fröhlichem Miteinander.
Zum Ausklang unserer "Sommer-aktivitäten" werden wir uns noch zu unserem kommenden "Table Ronde" am 20. Juli im Restaurant 11B treffen.
Ansonsten wünsche ich Ihnen alle wunderschöne, sonnige und ent-spannende Sommertage und bin mit lieben Grüßen
Eure
Sybille Schmidt

 

Termine

wann?
Zeit?
Wo?
Was?
2011
20. Juli
19:00
Restaurant 11b (Bahnhofstr.)
Table Ronde
5. -10. September
Kurpfalz
Kulturreise
17. -18. September
Stadtfest
8. November
19:00
Restaurant 11b (Bahnhofstr.)
Table Ronde
(Achtung: Terminänderung)
2012
22. Januar
11.30
Bürgerhaus
Neujahrstreffen des Freundeskreises
28. April - 1. Mai

Leichlingen
Besuch der Marlychois

 

 


Persönliches


Geburtstage

Am 30.11.2010 wurde Hilde Wester 90 Jahre. Umsorgt von ihrer Familie verliert sie auch bei gesundheitlichen Problemen nicht ihren guten Mut. Mach weiter so, liebe Hilde, wir wünschen Dir Gesundheit und alles Gute!


Am 17. Mai 2011 wurde Herta Pohle 90 Jahre. Auch für sie gilt: "Trotz allen Plagen nicht verzagen!" Schon sehr lange ist sie beim Marly-Club und hat viele Freundschaften auch in Frankreich geknüpft, die sie noch heute pflegt. - Alles, Gute, Gesundheit und Mut wünschen wir Dir, liebe Herta.

 

Jubiläum

Karl und Milli Reul feierten ihren 50-jährigen Hochzeitstag! Wir gratulieren sehr herzlich und wünschen weitere schöne gemeinsame Jahre in Gesundheit und Zufriedenheit mit der großen Familie.

Der Freundeskreis Marly dankt Herrn Reul sehr herzlich für das große Engagement, mit dem er die Städtepartnerschaft mit begründet und immer unterstützt hat. Wir freuen uns über seine rege Teilnahme an unseren Aktivitäten.


Nachrufe

Vor gut einem Monat ist Mme. Marie-Jacqueline Tafani gestorben.
Wir haben eine "grande dame" und eine gute Freundin verloren.
Als Beigeordnete hat sie - neben anderen Aktivitäten - mit Leidenschaft die Städtepartnerschaft mit Leichlingen gefördert.
Mit ihr haben wir diesen Kulturaustausch begonnen.

Heute feiern wir die 12. Kunstausstellung im Rahmen der jährlich stattfindenden Bürgerreisen.
Wir werden Marie-Jacqueline in unseren Herzen in guter Erinnerung bewahren.

Wicze Braun, aus der Ehrung bei unserem Besuch in Marly


Am 23. Februar 2011 ist Günter Brück nach längerer Krankheit verstorben.
Er hat gerne an unseren Veranstaltungen teilgenommen und wir schätzten sein bescheidenes freundliches Wesen. Wir trauern um ihn und werden ihn nicht vergessen.

 

Unsere Mitglieder berichten

Bürgerreise nach Marly vom 3. bis 6. Juni 2011

Sedan

von Dr. Hermann Brandl

 

Die Vorfreude ist greifbar, wenn wir auf dem Platz vor dem Rathaus in den Bus steigen, der uns zu unserer Partnerstadt Marly-le-Roi bringen wird.
Wir sehen ein paar schönen Tagen bei den französischen Freunden entgegen, mit denen uns seit vielen Jahren eine herzliche Freundschaft verbindet.
Traditionsgemäß besuchen wir auf dem
Weg nach Marly eine der vielen Sehenswürdigkeiten, die auf dieser Strecke liegen. Dieses Mal ist es Sedan, im Departement Ardennes, dort, wo sich die Ardennen und die Champagne begegnen.
Sedan, an der Maas gelegen, ist nur eine kleine französische Provinzstadt, wenn man allein ihre heutige Stellung betrachtet. Für die Geschichte unserer beiden Länder hat sie jedoch eine große Bedeutung. Sie liegt auf der Strecke, auf der sich, leider zu oft, deutsche und französische Heere begegneten und einander unendliches Leid zugefügt haben.
Im Jahr 1870 zum Beispiel, wurde eine französische Armee unter Marschall Mac-Mahon eingeschlossen und zur Kapitulation gezwungen. Dabei geriet Kaiser Napoleon III. in Gefangenschaft. In der Stadt fand daraufhin ein Treffen zwischen Bismarck und dem französischen Kaiser statt. Ein Jahr später erfolgte dann die deutsche Reichsgründung im Spiegelsaal zu Versailles. Eine Provokation, der noch weitere dieser Art folgen sollten.Im deutschen Reich feierte man die Ereignisse mit dem so genannten "Sedantag".
Nach einem kurzen Rundgang durch das auch mittags verschlafen wirkende Städtchen, trafen wir uns auf dem Chateau Fort, der Festung, zu einer eineinhalbstündigen Führung.
Mit 35.000 qm ist es die größte Anlage Europas dieser Art. Gegründet wurde sie 1424 von einem westfälischen Edelmann, Evrard III. de La Marck, wie meistens, aus machtpolitischen Gründen, denn von dieser Höhe aus konnte man die Handelswege in dem damaligen Grenzgebiet zwischen Frankreich und dem Heiligen Römische Reich deutscher Nation hervorragend kontrollieren. Vor allem die Kupferroute zwischen Aachen und Reims spielte dabei eine große Rolle.

 

Nach und nach folgten dann auf die Zwillingstürme die enormen Festungsmauern, die der Sohn Jean de La Marck unter einem enormen Aufwand an Personal, hinzufügte. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Festung ständig weiter ausgebaut. Zahlreiche Kanonen rings um die Burg zeigen die Weiterentwicklung in der Waffentechnik, aber nicht nur das militärische spielte eine Rolle, man dachte auch an die sportliche Ertüchtigung der Soldaten, was man im "Salle au Jeu de Paume", einem Vorläuferspiel des Tennis, sehen kann.
Den Prinzen von Sedan war schließlich das Schloss zu finster und so fügten sie1613 die "Residence princière" hinzu, dazu noch zahlreiche Pferdeställe, denn für die Jagd muss man schließlich vorsorgen. Aber auch an die Damen wurde gedacht, indem man eigens eine "Bastion des Dames" für deren Spaziergänge schuf.
Die bedeutendste Persönlichkeit unter diesen Prinzen war zweifellos Henri de La Tour, ein Gefolgsmann des Königs Heinrich IV, Hugenotte und bedeutender Feldherr und Marschall von Frankreich. Er heiratete 1591Charlotte de La Marque und brachte so, nach deren frühen Tod, das Herzogtum Bouillon und das Fürstentum Sedan in seinen Besitz. In der bewegten Periode der Religionskriege im 16. Und 17. Jahrhundert war Sedan ein Asyl für protestantische Flüchtlinge.
Auch in der darauf folgenden Zeit spielte die Festung noch eine bedeutende Rolle in der französischen Militärgeschichte, da sie, wie gesagt, im Brennpunkt der Auseinandersetzung der beiden "Erzfeinde" lag.

Wie glücklich können wir heute sein, dass diese Zeit hinter uns liegt.
Wir jedenfalls freuten uns den Rest des Weges bis nach Marly auf unsere Begegnungen und wurden, wie immer, von einer winkenden Freundesschar herzlich in Empfang genommen.

Charlotte de La Marck und Henri de La Tour unterzeichnen ihren Ehevertrag in Gegenwart König Heinrich IV.



Unser Besuch in La Défense

von Ellen Lange

 

Gleich am ersten Tag unseres Aufenthaltes in Marly brachen wir um 9 Uhr "pünktlich" zu einem Besuch des Büro- und Wohnviertels "La Défense" im Westen von Paris. Auf dem Weg dorthin, der uns an der Seine entlang durch Marly-Port, Bougival und Rueil-Malmaison führte, gab uns Christiane Stegemann einige geschichtliche Erläuterungen. So zog sich Josephine de Beauharnais nach ihrer Scheidung von Napoleon in ihr Schloss Malmaison zurück, wo sie einen überaus reichhaltigen Rosengarten anlegte. Er enthielt bei ihrem Tode im Jahr 1814 alle damals bekannten Rosensorten.
Bei unserer Einfahrt nach La Défense erblickten wir eine völlig andere Welt - Stahl, Glas, Beton, soweit das Auge reichte. Mr. Goodwill, unser bewährter Busfahrer, brachte uns fast an den Eingang zur Unterwelt (Parkhaus) und ließ uns auf einem schmalen Fahrstreifen aussteigen: links Betonwände, rechts Wände aus Beton. Doch Sylvie führte uns in strahlendem Sonnenlicht auf die Fußgängerebene, und nach der Aufteilung in eine deutsche und eine französische Gruppe machten wir uns mit unserer Führerin auf den Weg ins Musée de la Défense. An Hand von Zeichnungen, Modellen und Karten wurden wir mit der Geschichte und der Entwicklung dieses Stadtviertels vertraut gemacht. Der Name des Viertels geht zurück auf die Statue "La Dèfense de Paris", die an die Verteidigung der Stadt während des französisch-deutschen Krieges 1870/71 erinnerte. Sie stand in Courbevoie und wurde nach der ersten Bauphase genau an ihrem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt. Schon unter Louis XV wurde die Grande Axe des Champs-Elysées bis hierher als Allee verlängert, und heute blickt man von der Grande Arche bis hinunter zum Arc de Triomphe. Mit der Grande Arche wurde 1989 zum 200sten Jahrestag der französischen Revolution ein Wahrzeichen des modernen Paris eingeweiht: ein riesiger Triumphbogen aus Carrara-Marmor und Glas, in dem Ministerien und Behörden untergebracht sind. Von seinen Stufen aus überblickt man einen Großteil der höchst unterschiedlich gestalteten Hochhäuser ebenso wie die Fußwege und Plätze, auf denen ein unübersehbares Menschengewimmel zu entdecken ist. Architekten der ganzen Welt haben sich hier Denkmäler gesetzt, wobei die meisten Hochhäuser erst in der dritten Bauphase ab etwa 1980 entstanden. Die Entwicklung von La Défense ist längst nicht abgeschlossen; noch immer werden neue Gebäude entworfen und geplant, darunter auch einige, die Rücksicht auf die ökologischen Bedürfnisse nehmen. Übrigens sind alle Abluftschornsteine mit Pflanzen umgeben oder als Kunstobjekte gestaltet, so wie man auch viele Skulpturen von Künstlern wie Mirò finden kann. Auch gibt es in vielen Gebäuden "Murs vègètals", senkrechte Gärten, die zur Verbesserung des Klimas beitragen.

Bereits seit 1950 wurden erste Pläne zur Errichtung eines modernen Geschäfts-, Wohn- und Regierungsviertels entwickelt, da viele Ministerien und Büros im Zentrum von Paris in zwar sehr eleganten, aber der modernen Arbeitswelt nicht adäquaten Gebäuden untergebracht waren. So wurde 1956 der erste Bebauungsplan des Quartier de la Défense genehmigt, in dem auch der Bau eines Technologie-Palastes geplant war, der für die Weltausstellung 1958 das Schaufenster der französischen Industrie darstellen sollte. Zwar fand die Weltausstellung dann in Brüssel statt, aber das CNIT (Centre national des Industries et des Techniques) wurde dennoch gebaut. Es handelt sich um eine gewaltige Kuppelkonstruktion aus Beton, die auf drei Punkten ruht, eine Spannweite von 218 Metern hat und eine Höhe von 50 Metern. Seit einigen Jahren hat man in diese Halle Ladenpassagen und ein Hotel eingebaut, wodurch der ursprüngliche Eindruck doch recht beeinträchtigt wird.


Die ersten Planungen sahen eine gleichmäßige Verteilung von Wohn- und Bürogebäuden vor, wobei die Wohngebäude in Anlehnung an die Architektur Le Corbusiers gestaltet wurden: höchstens 5 Stockwerke hoch, unten Ladenlokale, darüber Wohnungen, die z.T. über Rampen erreichbar waren, in der Mitte der Gebäude Grünflächen. Umgeben waren diese Gebäude dann von 100 m hohen Bürotürmen, die auf einer Grundfläche von 42 X 24 m errichtet wurden. Heute leben etwa 20 000 Bewohner in diesem Viertel, während ca. 160 000 Menschen in den Hochhäusern arbeiten. Täglich bewegen sich 1 Million Menschen in und durch La Défense. Für diese Menschenströme mussten Verkehrswege geschaffen werden, und so wurden alle Gebäude auf einer riesigen Betonfläche errichtet, unter der in vier Etagen alle Verkehrs- und Versorgungswege und Parkflächen zu finden sind. Es wurde nicht nur eine neue Metrolinie gebaut, sondern auch ein Bahnhof für den neuen Regional-Express. Die Linie sollte ursprünglich Metro Express Regional Dèfense Etoile heißen, doch die Abkürzung wäre gar zu peinlich gewesen, und so heißt das Netz der Regionalzüge jetzt RER.
Wir aber benutzten weder die Metro noch den RER, sondern wurden nach einer kurzen Mittagspause von Mr. Goodwill mit dem Bus wieder in das "richtige" Paris gefahren, in das Paris der Grands Boulevards, der Bâtiments Haussmanniens, ins 8. Arrondissement, wo wir das Musée Nissim de Camondo besuchten.
Einige Angaben in diesem Bericht entnahm ich dem sehr empfehlenswerten geographischen Reiseführer "Paris auf sieben Wegen" von Arnold Pletsch, erschienen in der Wissenschaftl. Buchgesellschaft 2000


Besuch des Museums Nissim de Camondo

von Christiane Stegemann, Marly


Nach einem windigen Mittagessen bei "La Défense" fuhren wir über den l'Arc de Triomphe Richtung Parc Rouceau bis zum Museum Nissim de Camondo.
Wir hatten Kopfhörer - auch in deutscher Sprache - reserviert, so dass eine Besichtigung in aller Ruhe je nach eigenem Rhythmus und Interesse möglich war.
Graf Moise de Camondo, ein ursprünglich in Spanien, dann in Italien, später in Konstantinopel beheimateter Bankier, erbte 1910 das Stadtpalais seiner Eltern und ließ es abreißen, um einen Neubau mit Hof und Garten zu errichten, der für die Unterbringung seiner umfangreichen Sammlung von Möbeln und Kunstwerken des 18. Jahrhunderts und als Familienwohnung ideal war; unübersehbar hat das Petit Trianon in Versailles als Vorbild gedient. Das Gebäude wurde 1911 eingeweiht.
Das Erdgeschoss schließt sich ebenerdig an den Hof an, bildet jedoch das Tiefparterre zum Garten, um so die Dienstbodenräume zu kaschieren. Ein großes prachtvolles Treppenhaus erschließt das Innere des Gebäudes, das Hochparterre, das dem Empfang der Gäste diente, das erste Stockwerk mit den Privatgemächern und das Dachgeschoss mit den Dienstbodenzimmern.
Besonders reizvoll ist, dass neben den prachtvollen Repräsentationsräumen auch die Funktionsräume wie Küche, Wäscherei, usw. in ihrem Originalzustand verblieben sind.
Die Möblierung umfasst Werke von Künstlern der Garde Meuble Royal (Königliche Möbelkammern) wie Oebler, Riesener und Taledo. An den Wänden hängen Savonnerie-Teppiche, die 1678 für die Grande Galerie du Louvre hergestellt worden waren, sowie Beauvais- und Aubusson-Teppiche. Unter den Gemälden befinden sich Werke von Elisabeth Vigée-Lebron, Guardi, Ondry etc. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Tafelsilber von Orloff, das Katarina II von Russland beim Silberschmied Roettier 1770 bestellt hatte und das Sèvres-Porzellanservice von 1880 mit Vogelmotiven. Nicht zu vergessen sind Badezimmer, Küche, Spülkammer, Esszimmer der Dienstboten und auch der Aufzug!
Zur Erholung versammelte sich ein Großteil der Gruppe bei kühlen Getränken auf der Terrasse eines nahe gelegenen Cafés. - Ich, am Ende der Gesellschaft, betrachtete mit tiefer innerer Freude alle Anwesenden bei diesem fröhlichen und friedlichen Zusammensitzen. Es war ein Augenblick der Harmonie, weit weg von den zahlreichen Unruhen und Malheuren, die unsere heutige Welt erlebt. Bei diesem sonnigen Nachmittag nahm das Wort FREUNDSCHAFT einen ganz besonderen Wert ein.
En toute amitié - Christiane


Geselliger Abend im Rathausfestsaal von Marly

von Sybille Schmidt


Nach dem freien Familientag, den Gäste und Gastgeber unterschiedlich gestaltet haben, traf man sich abends wieder zu einem geselligen Abend in Rathaussaal. Er war sehr ansprechend neu gestaltet worden und zeigte Fotos von Marie-Dolorès Martin. Zu Beginn sahen wir auf einer Großleinwand einen Film, den Claude Gaslain von der Begegnung der Partnerstädte im Vorjahr in Leichlingen gedreht hatte. Es hat Freude gemacht, diese Begegnung noch einmal nachvollziehen zu können. - Die Gäste wurden sehr freundlich von Bürgermeister Jean-Yves Perrot begrüßt.

Eine Akkordiongruppe (Laurence Ferre, Françoise De Michiel, Christine Thiery, Michel Armand, Patrick Hachère und Jean François Jézéquel) spielte besinnliche und sehr hübsche Weisen; sie wurde abgelöst durch einen Chansonier (Dominique Ferre), der mit viel Temperament die gängigen Chansons präsentierte.

Zwischendurch wurde uns ein leckeres Buffet mit selbst gemachten Nachtischen offeriert. - Und das Programm ging weiter mit einer peppigen Darstellung von modernen Tänzen von einer Fitnessgruppe aus Marly (Thierry, Marie-Françoise, Florence, Emmanuel, Bernard, Marie-Claude und Michel). Unsere Jugendlichen und auch einige ältere Gäste haben trotz der Wärme gerne mitgetanzt. Wir erlebten einen sehr abwechslungsreichen Abend, der zusätzlich zu den schönen Darbietungen wieder geprägt war von einem harmonischen und fröhlichen Miteinander von Gästen und Gastgebern.



Vernissage

Von Cornelia Nover

Wie übersetzt man "Dröppelminna" in die französische Sprache? Keine Herausforderung für Wicze Braun, die für die 12. Kunstaustellung im Rahmen der jährlich stattfindenden Bürgerreisen nach Marly-le Roi zuständig war. 42 Bilder umfasst die Fotoausstellung "Super Bergisch", die nun in der Bibliothek der Leichlinger Partnerstadt zu sehen ist. Alle Bilder entstanden im Rahmen des 22 Teilnehmer umfassenden VHS Fotokurses. Dessen Leiter, Peter Thönes, hatte nach eigenem Bekunden die Qual der Wahl. Aus vielen, für das Bergische Land typischen Motiven, stellte er eine gelungene Auswahl zusammen. Das historische Schleiferhandwerk im Wipperkotten ist ebenso vertreten, wie Obstwiesen in voller Blüte, oder Details von Fachwerkhäusern und grünen Schlagläden. Besondere Aufmerksamkeit schenkten die den kulinarischen Genüssen nicht abgeneigten Franzosen den Abbildungen von Dröppelminnas und der bergischen Kaffeetafel. Die etwa 100 Besucher erlebten am vergangenen Sonntag eine abwechslungsreiche Vernissage.
Der stellvertretende Bürgermeister von Marly-le-Roi, Serge Chapon, hob die besondere Bedeutung der von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle ins Leben gerufenen Städtepartnerschaften hervor und beendete seine Rede mit dem Wunsch, bald alle Teilnehmer in Leichlingen wieder zu sehen.


Wicze Braun erläuterte den selbst für Einheimische schwierigen Unterschied zwischen "bergig" und "bergisch" mit dem Hinweis, dass "bergig" ein anderes Adjektiv für hügelig sei und "bergisch" vom Namen der Grafschaft der Familie Berg abgeleitet sei. Zur musikalischen Untermalung der Veranstaltung hatten Peter Thönes und der ebenfalls mit Fotos in der Ausstellung vertretene Michael Nover ein Gitarren Duo gebildet. Für den französischen Anteil der Besucher war das Lied "Je veux" der Chanson-Sängerin ZAZ im Repertoire. Passend zum Thema der Ausstellung durfte das Bergische Heimatlied nicht fehlen. Liedtexte waren schnell verteilt und so gab es die Welturaufführung des gemischten Chores Leichlingen/Marly-le-Roi mit sanges-kräftiger Unterstützung der ebenfalls mitgereisten Chorleiterin Gabi Mühlbauer. Dies war wohl einer der Höhepunkte der viertätigen Bürgerreise, die von Sybille Schmid vom Freundeskreis Marly-le-Roi organisiert wurde. Die Fotoausstellung bleibt den Bürgern in Marly-le-Roi noch eine Weile erhalten, die 48 Leichlinger machten sich Sonntagnachmittag auf die Heimreise. Im Bus wurden die Gitarren ausgepackt und der bergischen Heimat mit dem entsprechenden Lied entgegen gesungen.



Fahrt der Städtepartnerschaftsvereine
zur Bundesgartenschau in Koblenz

von Sybille Schmidt

Am 18. Juni 2011 trafen sich 50 Mitglieder der drei Partnerschaftsvereine Henley-Funchal- und Marly am Rathaus zu dem gemeinsamen jährlichen Ausflug, der in diesem Jahr vom Marly-Club organisiert wurde.
Das Wetter war bedenklich und die Vorhersage sehr schlecht; nicht so die Laune der Teilnehmer/innen, die nach einem Sektfrühstück unterwegs noch besser wurde. - Nach Ankunft in Koblenz war etwas Zeit für einen kleinen Spaziergang; danach gab es im "Weindorf" direkt am Rhein ein leckeres Mittagessen. Derart gestärkt starteten wir in zwei Gruppen zu Führungen durch die Bundesgartenschau.

Die Führung begann am Kurfürstlichen Schloss, im Jahre 1777 von Kurfürst Clemens Wenzeslaus erbaut und später Sitz von Kaiser Wilhelm I. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde es wieder aufgebaut und dient heute als Behördensitz.

Am Deutschen Eck konnten wir eine Nachbildung des Reiterstandbildes von Kaiser Wilhelm I bewundern.

Nach dem Besuch der Basilika St. Kastor ging es mit der Schwebebahn mit herrlichem Blick über den Rhein hoch zur Festung Ehrenbreitstein. Dort pfiff ein kräftiger Wind, aber er pfiff zum Glück auch die ständig drohenden Regenwolken hinweg. Die Festung war - ebenso wie die ganze Rheinpromenade - für die Gartenschau rundum renoviert worden, alles machte einen sehr gepflegten Eindruck. Die Festung - nach Sedan die zweitgrößte in Europa - erhebt sich 118 Meter hoch über dem Rhein und bietet einen herrlichen Blick über die Täler von Mosel und Rhein.

Auf dem Gelände befanden sich zahlreiche Pavillons mit Sonderschauen; für uns Leichlinger Besucher war die wunderschöne Präsentation der Pilzzucht von Peter Marseille ein besonderer Anziehungspunkt. Wie er stolz erzählte, ist er dafür prämiert worden und durfte sich über einen längeren Besuch von Bundespräsident Wulff freuen.

Nach einer wohlverdienten Kaffeepause ging es dann wieder zurück nach Leichlingen. Neben dem Gartenerlebnis hat es Freude gemacht, die Mitglieder der anderen Vereine näher kennen zu lernen. Und wie schon beim Stadtfest erprobt - man verstand sich bestens!

Ausschnitt aus der Rosenschau
Am Deutschen Eck


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Die Leichlingen-Stiftung der Stadtsparkasse Köln hat uns in diesem Jahr einen Zuschuss von 2 200 € gewährt für unsere Bürger- und Kulturreise.

Wir danken ganz herzlich für diese großzügige Spende und die Anerkennung unserer Arbeit für die Städtepartnerschaft.

 

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Herzlichen Dank unseren Mitgliedern und Christiane Stegemann aus Marly für ihre Beiträge zu diesem Info-Blatt.

 

Ihnen allen wünsche ich nun eine schöne sonnige Sommerzeit.

Ihre Sybille Schmidt

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