Info-Blatt Nr. 37 - Juli 2013



In eigener Sache

Liebe Vereinsmitglieder und Freunde unserer Städtepartnerschaft,

in diesem ersten halben Jahr haben wir bereits einige interessante Aktivitäten zusammen erlebt:
Unser Neujahrstreffen 2013 stand im Zeichen des 50jährigen Jubiläums der deutsch-französischen Partnerschaft.

Als musikalischer Höhepunkt spielte Anna-Sophia Ringel auf der Trompete, begleitet von Gabi Mühlbauer am Flügel. Die Besucher waren begeistert von diesem schönen Beitrag.
Die Mitgliederversammlung 2013 war wieder gut besucht; wir freuen uns, dass unsere Arbeit das Interesse so vieler Mitglieder findet.

Um die nicht unbeträchtlichen Portokosten etwas zu senken, wurde beschlossen, das Info-Blatt in Zukunft für die Mitglieder mit Internet-Anschluss im PDF-Format zu versenden. Auf Wunsch kann das Info-Blatt aber auch gerne - wie an die anderen Mitglieder - per Post versendet werden.

Im April hat Friederike Wohlfahrt einen Frühlingsausflug für ihre Senioren organisiert. Wie auch zu ihrer schön gestalteten Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr kamen alle Senioren, die noch einigermaßen laufen konnten. Der Erfolg ist garantiert.
Ende Mai fuhren 43 Teilnehmer/innen zur Bürgerreise nach Marly, begleitet von der Künstlerin Nina Holzweg, deren Vater Calle Holzweg und ihren 50 Kunstwerken, die im Bus verladen wurden. Wie immer gab es unterwegs ein üppiges Picknick, lecker zusammengestellt von den Reisenden. Ein Rundgang in Arras erklärte uns die Geschichte dieses kleinen Städtchens.
In Marly war Anfang des Jahres ein neuer Vice-Président für die Städte-partnerschaft mit Leichlingen gewählt worden. Bertrand Balette hat als erste Bewährungsprobe unseren Besuch in Marly organisiert.

Es waren rundum schöne Tage und es hat alles gut geklappt. Der Ausflug nach Chartres war sehr interessant und nach wochenlangem Regen schien sogar die Sonne, wenn auch alle vor Kälte gezittert haben. Aber die berühmten Chartres-Fenster sind im hellen Licht zu voller Schönheit erblüht. -

Beim "Bunten Abend" im Festsaal von Marly wurde kräftig das Tanzbein geschwungen und alle waren guter Stimmung. Auch Gabi Vesper wagte sich nach einem schlimmen Sturz auf der Treppe wieder mutig auf die Tanzfläche. - Die Vernissage von Nina Holzweg, musikalisch begleitet von Anna-Sophia Ringel und Gabi Mühlbauer, war wieder kultureller Treffpunkt der Begegnung am Sonntag.

Es waren erlebnisreiche Tage, geprägt von Freundschaft und Nähe und interessanten Erlebnissen. - Wir hatten zehn Reisende dabei, die zum ersten Mal mit in Marly waren; auch sie empfanden die Wärme der Begegnungen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Bertrand Balette und seinem Team und allen Gastgebern und Helfern.

Im Namen aller Mitglieder des Freundeskreises Marly möchte ich unseren Dank und Anerkennung an Sylvie Jezequel weitergeben, die als ehemalige Vize-Präsidentin über Jahre unsere Begegnungen in Marly organisiert hat. Mit ihrem großen Engagement für die Städtepartnerschaft, ihrer Wärme und Freundlichkeit hat sie die Begegnungen dieser Jahre für uns unvergessen gemacht. Grand merçi liebe Sylvie und ganz herzliche Glückwünsche von uns allen zu Deinem Enkelsöhnchen Tiago!!

Eure Sybille

 



Geburtstage

Am 16. Februar 2013 wurde Claire Müller 90 Jahre. Claire kann, was die Städtepartnerschaft anbelangt, aus dem "Nähkästchen" plaudern, nimmt sie doch schon sehr viele Jahre mit Freude an den Aktivitäten teil. Wir freuen uns über ihre Treue und wünschen ihr weiterhin gute Gesundheit!

Am 4. Februar 2013 wurde Guido Ringel 75 Jahre alt. Guido engagiert sich sehr für unseren Verein, bringt viele gute Ideen, sein Fachwissen und kulinarisches Talent ein. Wir danken ihm sehr herzlich und wünschen weiterhin alles Gute!

Am 26. Juli 2013 wird Dr. Hermann Brandl 75 Jahre alt. Ganz herzliche Glückwünsche von uns allen! Hermann gehört sozusagen zum "Urgestein" unseres Freundeskreises. Seit der Gründung im Jahr 1993 ist er 2. Vorsitzender. Ab 2002 organisiert er die "Kulturreisen" des Vereins, bei deutschen und französischen Teilnehmern gleichermaßen beliebt. Viele interessante Ziele in Deutschland wurden schon angesteuert; Hermann hat auch eine Gruppe von 50 Leuten mitten in Berlin fest im Griff! - Mit seinem Partner auf französischer Seite, Bruno Cronier und Chauffeur Charly bieten sie ein unschlagbares Team! Ganz herzlichen Dank für Dein großes Engagement, lieber Hermann und weiterhin alles Gute!

Wir gratulieren allen Mitgliedern, deren Daten uns bekannt sind, im Info-Blatt zu runden und halbrunden Geburtstagen ab 75 Jahren.


Nachrufe

 

Am 9. Januar diesen Jahres ist Herta Pohle im hohen Alter von 91 Jahren verstorben. Sie hat seit Beginn der Städtepartnerschaft viele gemeinsame Reisen und Aktivitäten des Vereins mitgemacht und hatte mit ihrer aufgeschlossenen und liebenswerten Art auch in Frankreich viele Freunde. Wir werden sie nicht vergessen.

 

 

 

Am 20. März 2013 ist Rolf Voß, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, nach einem tragischen Unglücksfall im Alter von 86 Jahren verstorben. Als ehemaliger Vorsitzender des Stadtsportbundes Leichlingen hat er sich über 30 Jahre für den regelmäßigen Pfingst-Austausch von verschiedenen Sportlergruppen mit Marly eingesetzt. Wir haben sein Engagement und seine zupackende Art sehr geschätzt.

 

Auch von französischer Seite ist sein großer Einsatz gewürdigt worden. Nachfolgend das Kondolenzschreiben von Bürgermeister Jean-Yves Perrot aus Marly:
"Jahrelang hat Herr Rolf Voß unsere beidseitigen Austauschbesuche mit seiner Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft begleitet.
Als Vorsitzender des Stadtsportverbandes Leichlingen war er Gastgeber für unsere Sportgruppen, wobei ihm die Belange der Kinder und Jugendlichen besonders am Herzen lagen. Unermüdlich setzte er sich bei organisatorischen und technischen Problemen ein. Wir konnten stets auf ihn zählen.
Anlässlich seines Ablebens gedenken wir seiner mit Dankbarkeit. Er hat unsere partnerschaftlichen Beziehungen durch sein Völker verbindendes Engagement wesentlich geprägt."

In stillem Gedenken
Jean-Yves Perrot"

Termine


Datum
Uhrzeit
Ort
Ereignis
07. - 15. September 2013
Kulturreise nach Dresden
21. / 22. September 2013
Stadtfest
12. November 2013
19:00
Restaurant 11b
Table Ronde
19. Januar 2014
11:30
Bürgerhaus
Neujahrstreffen
29. Mai - 01. Juni 2014
Jubiläumsbesuch der Marlychoix in Leichlingen

 

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Unsere Mitglieder berichten

Frühlingsblüte im Japanischen Garten

von Friederike Wohlfahrt

In diesem Jahr haben wir Senioren nicht bis zum Herbst mit unserem Ausflug gewartet, sondern wir sind schon im April gestartet.
Wir waren eine richtig große Runde, die sich im China-Restaurant traf - mittendrin Marianne Klein als Überraschungsgast. Dort gab es dann für fast alle von uns "Ente satt".
Danach fuhren wir bei strahlendem Wetter zum Japanischen Garten in Leverkusen, wo wir eine seniorengerechte Parkmöglichkeit fanden. Reinhard sei Dank!
Bedingt durch die vorangegangenen kalten Wochen stand die wunderschöne Anlage noch nicht in voller Blütenpracht, aber die ersten Kamelienblüten, frühe Tulpen und diverse Frühblüher erfreuten uns bereits. Daneben bewunderten wir
riesige Karpfen und Kois. Wir kamen auf unsere Kosten! Leider fanden wir dort keine windgeschützte Caféterrasse. Und so trennten wir uns nach der Rückfahrt in Heimkehrer und Unermüdliche, die den schönen Tag mit großen Eisbechern in unserem Stammcafé ausklingen ließen.


Unsere Bürgerreise nach Marly-le-Roi

 

traditionelles Picknick

 

Besuch in Arras

von Richard Mühlbauer

Arras liegt in der ehemaligen Provinz Artois, etwa 50 km südwestlich von Lille und hat ca. 46000 Einwohner. Arras ist Verwaltungssitz des Départements "Pas-de-Calais" und wurde im Jahre 407 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt.
Im Ursprung war Arras eine keltische Siedlung. Im
6. Jhdt. wurde sie von den Römern zur Garnisonsstadt ausgebaut. Im 7. Jahrhundert waren es die Mönche (Benediktiner) die das Leben in der Region beeinflussten mit der Gründung der Abtei Saint-Vaast.

Bei der Teilung des Frankenreichs (Vertrag von Verdun 843) lag Arras an der Grenze zwischen Frankreich und dem heiligen römischen Reich und damit in der Folge oft wechselnder Herrschaft.

Im Mittelalter (13.Jahrhundert) war Arras die Hauptstadt der romanischen Literatur und Kultur, der Dichter und Minnesänger.

Im 17. Jahrhundert sind Spitzen und Tapisserien von wirtschaftlicher Bedeutung und Arras gilt als Zentrum der südniederländischen Tapisserie Herstellung. Diese Erzeugnisse sind noch heute unter dem Namen Arrazzi bekannt. In dieser Zeit war Arras unter spanisch-niederländischer Verwaltung. Der Handel mit den Niederlanden war entsprechend von Bedeutung.

Charles de L´Écluse wurde von unserer Führerin als Erfinder der Kartoffel vorgestellt. Charles de L´Écluse (1526-1609) in Arras geboren, war Arzt und Botaniker (Kartoffel, Tulpe und Kastanie - damals exotische Pflanzen - sind sein Spezialgebiet). Im 18. Jahrhundert ist es die Porzellanherstellung und besonders die Farbe Kobaltblau, für die Arras berühmt war.

Im 1. Weltkrieg war Arras stark umkämpft und zu großen Teil zerstört, im 2. Weltkrieg jedoch von Kämpfen verschont und die Zerstörung war gering. Nach den Zerstörungen im 1. Weltkrieg wurde Arras in historischer Form wieder aufgebaut. Dadurch sind die Wahrzeichen der Stadt erhalten. Die Häuser an den großen Plätzen im Zentrum, dem Grande Place und dem Place des Héros wurden im Stil der flämischen Renaissance wieder aufgebaut. Die Gebäudebreite wird über die Zahl der Fenster bestimmt; ein, zwei, drei Fenster. Auf dem Place des Héros fällt ein Gebäude auf, das nicht dem Stil angepasst ist, das einzige im 1. Weltkrieg nicht zerstörte Gebäude, ein Hotel, das auch im Mittelalter schon als Hotel diente.

Auch das gotische Rathaus mit dem Belfried (Glockenturm) und die spätgotische Kathedrale wurden mit modernen Mitteln, aber im alten Stil wieder aufgebaut und sind heute Weltkulturerbe.

 

Gotisches Rathaus

 


 

Das historische Rathaus, ist heute jedoch nicht mehr Sitz der Stadtverwaltung. Es beherbergt heute das Touristbüro und dient als Standesamt. Der Ratssaal und der Festsaal wurden mit wunderschönen Fresken (Charles Hoffbauer) ausgemalt, Genrebildern der Stadt und ihrer Bevölkerung im 16. Jahrhundert.

 


Im Sitzungssaal des Rathauses

 


Bild aus dem mittelalterlichen Leben in Arras


Besuch in Chartres

von Theo Beckers

Im Boden ist ein Labyrinth eingelassen (entstanden um 1200), das größte in einer französischen Kirche und eines der wenigen original erhaltenen. Es weist einen Durchmesser von etwa 12,5 Meter und ein Weglänge von 261,55 Metern aus. Die einst in der Mitte angebrachte Metallplatte, Theseus und den Minotaurus darstellend, ist verschwunden.
Auf einer Säule im Bereich zwischen nördlichem Querschiff und Chor steht eine schwarze Madonna. Für die Fenster der Kathedrale wurde eine neue Farbe entwickelt, das Chartres-Blau, das für seine Reinheit bekannt ist.
Der wesentliche Teil der Führung war der Erklärung der Fenster gewidmet.

Am Freitag, zum Tagesausflug, fuhr - trotz der frühen Zeit - der Bus pünktlich ab in Richtung Chartres. Zwar war es nicht unbedingt ein warmer Frühlingstag, aber es war zumindest trocken. Nach etwas mehr als 1 1/2 Stunden waren wir dann in Chartres, und nach einem kurzen Fußmarsch den Berg hinauf waren wir dann bei der Kathedrale, wo wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Eine Gruppe hatte eine französisch- und die andere eine deutschsprachige Führerin.

Zunächst hielt die Führerin der deutschsprachigen Gruppe einen Vortrag über die Kathedrale von Chartres im Allgemeinen. Demnach ist sie in mehrerlei Hinsicht einmalig. Die Kirche ist in Stadt und Landschaft absolut dominierend und schon von weitem zu erkennen. Die jetzige Kirche ist nie zerstört worden. Daher ist ihr Schmuck fast unversehrt erhalten und ebenso nahezu sämtliche Fenster, so kann die Kathedrale die Atmosphäre der Hochgotik intensiv und unverfälscht vermitteln.

Der erste Kathedralenbau an der Stelle wurde Mitte des 4. Jahrhunderts errichtet, 743 oder 753 wurde diese Kirche niedergebrannt. Der alsbald errichtete Nachfolgebau wurde 858 von wikingischen Seeräubern zerstört; Bischof Giselbert ließ ihn größer wieder aufbauen. Im Jahre 876 vermachte Karl der Kahle der Kathedrale die Sancta Camisia, das Hemd, das Maria bei der Geburt Jesu getragen haben soll. Seither besitzt Chartres eine der wichtigsten Reliquien des Abendlandes. Die daran knüpfenden Marienwallfahrten waren über Jahrhunderte der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Stadt.
In 962 ging die karolingische Kathedrale in Flammen auf. Auch der Nachfolgebau wurde 1020 Opfer eines durch Unfall entstandenen Feuers.

Daraufhin ließ Bischof Fulbert einen romanischen Neubau errichten. Die Bauzeit betrug vier Jahre, die Fertigstellung war 1024. Die noch heute erhaltene Krypta der fünften Kathedrale entstand noch im selben Jahr. Sie erstreckt sich nicht nur unter dem gesamten Chor, sondern auch schlauchförmig unter der ganzen Länge der Seitenschiffe. Sie ist die drittgrößte in Europa.

In 1194 zerstörte ein Stadtbrand die romanische Kirche fast vollständig. Man entschloss sich sofort zu einem Neubau auf den alten Grundmauern. Krypta und das berühmte dreiteilige Königsportal wurden auch übernommen.
1260 wurde das neue Gotteshaus geweiht. Die kleine Gemeinde von weniger als 10.000 Mitgliedern hatte eine besondere Motivation, in so kurzer Zeit ein so großes Gotteshaus zu bauen und zu finanzieren. Chartres war mit seiner Reliquie das Zentrum der Marien-verehrung in ganz Europa. Und der Pilgerstrom durfte nicht abreißen, wollte die Stadt überleben. Dabei war bei dem Stadtbrand das Hemd Mariens auf wundersame Weise gerettet worden, so dass die Wallfahrten weitergehen konnten.

Von den zahlreichen Besonderheiten der Kathedrale von Chartres seien hier nur einige wenige erwähnt: Die Kathedrale ist in südwestlich-nordöstlicher Richtung angelegt, nicht wie üblich westlich-östlich.
Der Boden steigt vom Westportal her auf etwa acht Metern leicht an. Angeblich soll dies bei der Reinigung der Kirche nach großem Pilgeransturm den Abfluss des Wassers erleichtert haben.

Chartres besitzt den größten Bestand aller gotischen Kathedralen an erhaltenen Originalfenstern. An den Querhäusern hat man später im oberen Teil des Lichtgartens große Maßwerkfenster eingezogen, die als einzige nicht aus dem 13. Jahrhundert stammen. Die Fensterflächen wurden von 1215 bis 1240 geschaffen. Über die Herstellung der Fenster später mehr in dem Bericht über das Centre International du Vitrail.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Fenster verdreckt. Ein ausführliches Säuberungsprogramm ab 1974 lässt die Fenster wieder im alten Glanz strahlen. Der Altar der Kathedrale und der Chor sind später zugeführt worden und passen im Stil nicht zum mittelalterlichen Teil.
Nach dem Besuch der Kathedrale fuhren wir mit einer kleinen Bahn durch die Altstadt. Dabei wurde uns die Stadt vorgestellt. Das Städtchen liegt an dem Fluss Eure, und viele der alten Häuser haben noch Waschstellen am Ufer, in denen früher die Wäsche im Fluss gesäubert wurde.
Im Restaurant l'Estocade hatten wir dann eine ausgiebige Mittagspause, in der ein reichhaltiges Menü gereicht wurde. Zufrieden und satt fuhren wir dann mit dem Bähnchen weiter, welches uns wieder zur Kathedrale brachte. Dabei waren wohl viele froh, dass sie diesen Weg, der relativ steil nur nach oben führte, nicht zu Fuß gehen mussten.

 

An der Kathedrale war dann eine kleine Verschnaufpause angesagt, die zu Erwerb von Souvenirs oder der Einnahme eines Eises oder eines Kaffees genutzt werden konnte. Danach ging es dann zu Fuß zum letzten Programmpunkt in Chartres dem Centre Internation du Vitrail.
Das 1980 gegründete Internationale Zentrum für Glasmalerei stellt alte und zeitgenössische Werke der Glasmalerei aus.
Chartres war im Mittelalter berühmt für seine blauen Glasfarben. In dem Museum wurde gezeigt, wie früher die Glasfenster hergestellt wurden. Danielle und Hermann fiel dabei die Aufgabe zu, die Erklärungen der Führerin ins Deutsche zu übersetzen. Dies war nicht immer einfach, die beiden haben es aber sehr gut gemacht. Vielen Dank!

Die Herstellung eines Glasfensters durchlief mehrere Phasen. Dabei musste man sich zunächst vor Ort mit den Dimensionen des Fensters und den Lichtverhältnissen vertraut machen. Hieraus ergab sich dann der Entwurf, der danach in Originalgröße, aber ohne Farben, auf Karton gebracht wurde. Hierauf wurde das genaue Bleinetz eingezeichnet. Jede Farbe wurde für sich genommen und musste von den anderen Farben durch ein Trennblei getrennt werden. Über dem Karton wurde dann ein transparentes Pauspapier gelegt, aus dem dann Schablonen gefertigt wurden, die dann wie bei einem gigantischen Puzzle die einzelnen Teile des Fensters geschnitten wurden.

Die Herstellung des Glases erfolgt durch Verschmelzung von zwei Teilen Pottasche (Buchen- und Farnasche) mit einem Teil Flusssand (Quarz) bei ca. 700 °C. Dieses Glas war nahezu farblos. Die Farbe erzielt man durch Zugabe verschiedener Oxide, z.B. Kobaltoxid für Blau. Für dieses Blau war Chartres berühmt.

Das Glas wurde durch Blasen in einen Zylinder geformt, der aufgeschnitten und in einem Streckofen geglättet wurde.
Auf diese Teile wurden dann die Schablonen gelegt und die entsprechenden Formen ausgeschnitten, Mit Blei wurden diese dann verbunden und so entstand das Fenster.

Nach der Erklärung der Glasbaukunst wurden uns die Ausstellungsstücke näher gebracht. Das Museum zeigte den Weg von der mittelalterlichen Technik bis heute und man konnte sich die Entwicklung näher ansehen.

Es war zufällig auch eine Ausstellung zeitgenössischer deutscher Glasfenster-kunst zu sehen, in der auch Richter mit einer Nachbildung eines Teiles seines umstrittenen Kölner Domfensters zu sehen war.

Nach diesem Museumsbesuch ging es dann wieder zum Parkplatz, wo uns unser Busfahrer schon sehnsüchtig erwartete. Nach einem langen Tag voller schöner neuer Eindrücke ging es dann wieder zurück nach Marly.

Unsere Gastgeber hatten wieder einen sehr schönen und interessanten Ausflug für uns ausgesucht, vielen Dank.




Festabend am Samstag, 1. Juni 2013

von Guido Ringel

 

Unglaublich! Einige hatten es schon vorher gewusst, andere hatten im Internet recherchiert, es sollte ein wunderbarer, herrlicher Sonnentag werden.

Früher hätte man "Kaiserwetter" dazu gesagt. Aber davon wollen wir hier lieber nicht reden, denn schließlich sind wir ja in Frankreich. Sagen wir mal so: wir fühlten uns an diesem Tag - und erst recht am Abend - wie Gott in Frankreich. Und es war ein richtiger "Familientag". Die Gastgeber umsorgten ihre Gäste, haben das geboten, was man am liebsten zeigen, sehen oder unternehmen wollte. Natürlich war für Viele wieder einmal Paris das Ziel ihrer Wünsche. Da kann man ja nicht oft genug hinfahren, zumal es doch quasi vor der Haustüre liegt.

Es gibt kaum Schöneres, als an der Seine entlang spazieren, die wunderbare Architektur bewundern und im Bistro - natürlich auf den Stühlen draußen davor - die Leute in Ihrer Hektik zu beobachten. Wobei das aber meistens die Touristen sind, die auffällig nervös sind, vermutlich in Angst, sich zu verlaufen, etwas nicht mitzubekommen oder zu verpassen.

Gut gelaunt, teils etwas müde, weil der Mittagsschlaf ausfallen musste, trafen sich alle, Gastgeber und Gäste, am Abend im Salle des Fêtes, dem Festsaal des Rathauses von Marly. Da hatten sich unsere Freunde, die Marlychoix, kräftig ins Zeug gelegt, den Saal toll vorbereitet und dekoriert. Zwei blumengeschmückte und mit den Fahnen der beiden Länder bestückte Büfetts ließen erahnen, dass niemand den Ort hungrig verlassen wird. Die Menukarte versprach viele Köstlichkeiten und Leckereien sowie gute Weine.

Küsschen rechts, Küsschen links und möglichst nochmals rechts - so wurden wir empfangen. Zu Begrüßung wurde ein Crémant gereicht, den man auch mit Cassis zu einem Kir verwandeln konnte, dazu gab es Knabbergebäck. Im Stehkonvent wurden die Erlebnisse und Neuigkeiten ausgetauscht. Man hatte sich so Vieles zu erzählen, dass die Zeit darüber vergessen wurde.




 

Das Stimmengewirr in mehreren Sprachen wurde dann aber abrupt von der Begrüßungsansprache des Präsidenten Patrick Gautier unterbrochen, der anschließend das Mikrofon Monsieur le Maire, Jean-Yves Perrot, dem Bürgermeister der Stadt, überließ.

Schließlich hielt auch Bertrand Balette, der Vice-Président, eine kurze Ansprache. Heidrun Glage überbrachte die Grüße von Herrn Müller, dem Bürgermeister von Leichlingen. In allen Reden kam die Freude zum Ausdruck, dass die Partnerschaft dieser beiden Städte über fast 50 Jahre gehalten hat und so viele Freundschaften dadurch entstanden sind. In ihrer Dankesrede sprach dann Sybille Schmidt noch einmal die Einladung an alle aus, Leichlingen im kommenden Jahr zum 50. Jubiläum der Partnerschaft zu besuchen.

 

Dann ging es ans "Eingemachte", besser gesagt, das Büfett wurde eröffnet. Wie gut, dass man das "Angefutterte" anschließend beim Tanzen wieder abtrainieren konnte. Dazu gab es auch sehr viel Gelegenheit, denn der Disc-Jockey Pascal Simon schaffte es mit seinen heißen Rhythmen, immer wieder die Tanzfläche zu füllen. Es war eine herrliche und herzliche Stimmung. Wie zu hören war, gingen die Letzten erst weit nach Mitternacht nach Hause.

Das war ein wunderbarer Abend, der die Verbundenheit beider Städte mit ihren Bürgern ganz besonders herausstellte.
Ein ganz herzliches "merçi bien"
gilt unseren Gastgebern!



Vernissage zur Ausstellung von Nina Holzweg

von Ellen Lange

 

 

Am Sonntag, dem 2. Juni 2013, trafen sich französische Gastgeber, deutsche Gäste und andere Kunstinteressierte in der Bibliothek von Marly, um die Ausstellung mit Werken von Nina Holzweg zu eröffnen. Im Rahmen des alljährlichen Kunstaustausches zwischen Marly und Leichlingen war in diesem Jahr die Wahl auf sie gefallen, weil sie ein echtes "Leichlinger Kind" ist. Der eigentliche Grund allerdings ist die hohe Qualität ihres Schaffens. Schon in der Schule begann ihre künstlerische Laufbahn, und bald nach dem Abitur, das sie 2002 ablegte, ging sie nach Dresden, um an der dortigen Kunsthochschule Malerei und Grafik zu studieren. Im Jahr 2010 erwarb sie dort ihr Diplom und wurde danach Meisterschülerin. Seit 2005 waren ihre Werke in den verschiedensten Ausstellungen zu sehen.

In Marly nun waren sowohl Malerei als auch Radierungen von ihr zu sehen. Auf ihren Portraits stellt sie meist ihr vertraute Menschen dar, deren Wesen sie mit kräftigen Pinselstrichen und intensiven Farben hervortreten lässt. Eines ihrer Portraits zeigt ihren Vater, der sie auf der Reise nach Marly begleitete. So konnte das Publikum Modell und Werk nebeneinander betrachten.

Die Bilder von Räumen und Einrichtungen sind dagegen auf den ersten Blick menschenleer. Nina allerdings ist der Ansicht, dass Menschen Spuren und Energien hinterlassen, die die Atmosphäre in Räumen verändern und beeinflussen können, und das will sie in ihren Bildern sichtbar machen. Auch in Ninas Radierungen, die sie nach herkömmlicher Methode auf Zink- und Kupferplatten kratzt und dann mit der Handpresse auf Bütten druckt, sind die Motive Menschen und Interieurs. Doch findet man auch Darstellungen aus der Natur, wie etwa die Silhouette eines Gebirges. So ermöglichte die Ausstellung den Besuchern, einen ersten Eindruck von Nina Holzwegs vielseitigem Schaffen zu gewinnen.

Umrahmt wurde auch diese Vernissage von zwei Leichlinger Musikerinnen: Gabi Mühlbauer, Klavier, und Anna-Sophia Ringel, Trompete. Beide sind dem Marly-Freundeskreis eng verbunden, denn Gabi Mühlbauer ist seit vielen Jahren Mitglied und auf vielen Reisen dabei, genau wie Anna-Sophias Großeltern, Nova und Guido Ringel. Das Zusammenspiel von Klavier und Trompete ist ungewöhnlich und nicht oft zu hören, und so gibt es auch nur wenig Literatur für solch ein Ensemble. Da aber die Trompete auch nach Geigen oder Querflötennoten spielen kann, konnte sich das Publikum an Stücken wie "The Entertainer" von Scott Joplin und Melodien aus dem "Phantom der Oper" von Andrew Lloyd Webber erfreuen. Die Freude am gemeinsamen Spiel war beiden Musikerinnen anzuhören, obwohl die Probe am Vorabend unter schwierigen Bedingungen stattfinden musste. Aber da zeigte sich, dass Gabi Mühlbauer - seit vielen Jahren Lehrerin an der Leichlinger Musikschule - ein wahrer Profi ist, und auch Anna-Sophia ist mit ihren 16 Jahren schon so oft öffentlich aufgetreten, dass sie nur wenig aus der Ruhe bringen kann. Sie gewann etliche Preise beim Wettbewerb "Jugend musiziert" und will das Trompetenspiel nach einem Musikstudium zu ihrem Beruf machen.


 

Bürgermeister Perrot hieß die deutschen Gäste besonders herzlich willkommen und wies in seiner Rede auf eine Ausstellung mit dem Titel "Deutsche Kunst im Laufe der Zeiten" hin, die zurzeit im Louvre zu sehen ist. Für ihn zeigt sich in solchen Ausstellungen das starke verbindende Glied zwischen Geschichte und Kunst.
Die Organisation des Kunstaustausches lag wie seit 14 Jahren in den bewährten Händen von Wicze Braun und Wolfgang Brudes, die in ihrer auf Deutsch und Französisch vorgetragenen Rede einen Einblick in die Entwicklung der Künstlerinnen gaben.

Nachdem alle Gäste einen ausführlichen Rundgang durch die Ausstellung gemacht hatten, ging es zum Aperitif in das in einem wunderschönen Park gelegene Bürgerhaus. Danach gab es ein letztes gutes französisches Mittagessen in den Gastfamilien, und schon war die Zeit des Abschieds gekommen. Pünktlich um 14 Uhr saßen alle Leichlinger im Bus, und von vielen winkenden Händen und Taschentüchern verabschiedet ging es auf die Heimreise.
Adieu et à l'année prochaine!



 

Ausflug der Städtepartnerschaften

von Sybille Schmidt

 

Am 29. Juni früh um 8 Uhr startete der Bus zu dem Ausflug der Städte-partnerschaftsvereine nach Limburg an der Lahn und Schloss Weilburg. Der Funchalclub hatte diesen Ausflug organisiert.

Der Regen - Dauerbegleiter in diesem "Sommer" - begleitete uns die ersten Stunden. Zur Aufhellung der Stimmung wurden bald Sekt und belegte Brötchen angeboten. Und siehe da, der Regen endete, noch ehe wir in Limburg ankamen. In zwei Gruppen aufgeteilt, wurde uns die Geschichte dieses hübschen mittelalterlichen Städtchens erläutert. Es war im Krieg nicht zerstört worden. Die Fachwerke dort sind nicht - wie bei uns -schwarz gestrichen sondern rötlich durch die Beimischung von Eisenerz, das in der Gegend abgebaut wurde.

Danach hörten wir die Geschichte des neuen und ungeliebten Bischofs, der in sein neues Bischofspalais sehr viel Geld investieren ließ, das die Limburger lieber in anderer Weise verwendet hätten. Der Limburger Dom überraschte uns durch seine schlichte Schönheit und seine wunderschönen Malereien aus dem 13. Jahrhundert, die im Laufe der Zeit freigelegt worden waren.

Nach der Stadtführung wurde uns ein leckeres Mittagessen im "Schwarzen Adler" serviert.

Danach ging die Fahrt weiter zum Schloss Weilburg, einer der bedeutendsten barocken Schlossanlagen in Hessen. Hoch über der Lahn gelegen, erstreckt sich das Schloss über 400 m Länge. Nach der Schlossführung war vor der Rückreise noch etwas Zeit zum Bummeln.
Es war ein gelungener Ausflug mit guter Stimmung und interessanten Anregungen.



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Herzlichen Dank allen, die mit ihren Beiträgen dieses Info-Blatt mit gestaltet haben; ebenso danken wir unserem Webmaster Hartmut Schmidt.

Eine schöne Sommer- und Ferienzeit wünscht Euch

Eure Sybille

Redaktion: Sybille Schmidt
Layout und Webmaster: Hartmut Schmidt

 

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