Freundeskreis Marly-le-Roi

Aktuelles

 

Info-Blatt vom November 2017 (bitte anklicken)

 

Termine 2017/18

 

Datum

 

Uhrzeit
Ereignis

 

28. Januar 2018

 

 

11:30

 

Neujahrstreffen

im Bürgerhaus

 

 

13. März 2018

 

 

19:30

 

 

Mitgliederversammlung

im Brauhaus am Bahnhof

 

 

10. April 2018

 

 

19:00

 

Table Ronde

im 11B

 

 

10. - 13. Mai 2018

 

 

 

Besuch der Marlychois

in Leichlingen

 
 
12. Juni 2018
 

19:00

 

Table Ronde

im 11 B

 

 

3. - 10. September

 

 

 

Kulturreise

nach Lyon und Aix-les-Bains

 

15./16. September

 

Stadtfest

13. November

19:00

 

Table Ronde

im 11 B

 

 

Freundeskreis Marly bei Manet

von Dr. Lore Mütze Lelleik

Am 14.12.2017 um 10.15 Uhr starteten 20 Kunstfreunde bei eisigem Wind auf dem Bahnhof Leichlingen zur Fahrt nach Wuppertal. Unser Ziel war die Manet-Ausstellung im "Von der Heydt-Museum". Wuppertal empfing uns …mit Regen. Glücklicherweise ist der Weg vom Bahnhof zum Museum nur kurz und der vorweihnachtliche Lichterglanz in der Fußgängerzone ließ uns das Wetter vergessen.
Das Museum möchte einen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers vermitteln. Es erwies sich bei der Vorbereitung als sinnvoll, die Ausstellung nicht chronologisch aufzubauen, sondern die Gemälde auf 11 Räume unter jeweils für den Künstler typischen Themen zu verteilen. Von den insgesamt 450 Gemälden, die Manet in seinem kurzen Leben geschaffen hat, werden 10% - also 45 - gezeigt. Wegen der Empfindlichkeit der Leihgaben und der immensen Versicherungssummen, die ein Transport gekostet hätte, sind zwei berühmte Bilder nur als Kopie zu sehen. Um manche Bilder aus Museen oder Privatsammlungen musste wohl regelrecht gekämpft werden.

Als Einstieg in die Ausstellung bot sich uns ein Film an, der in einem Nebenraum in Permanenz läuft. Darin erklärt der Museumsleiter Herr Dr. Finckh die Konzeption der Ausstellung und weist auf Schwerpunkte hin.

Um 11.30 Uhr erwartete uns unsere Führerin Frau Dr. Thomas-Netik und versorgte uns mit den Audio-Geräten. In der nächsten Stunde gelang es ihr durch geschickte Auswahl der Exponate, die charakteristischen Wesenszüge der Künstlerpersönlichkeit Manet deutlich zu machen. Im Raum der "Skandale", in dem "das Frühstück im Grünen" als Kopie und die "Olympia" - ebenfalls als Kopie - hängen, erfuhren wir, dass 1863 das erste und 1865 das zweite Bild in der Öffentlichkeit als "schamverletzend" und "skandalös" empfunden wurden. Nackte Frauen wurden gern als Nixen, Nymphen oder unirdische Wesen dargestellt. Aber eine junge, hübsche Frau, die völlig ungeniert nackt mit zwei schick gekleideten Herren auf einer Wiese picknickt, das war obszön. Auf die selbstbewusst blickende Olympia wären damals die Herren mit Zylinder und Monokel am liebsten mit Stöcken losgegangen.

Der Raum "Manet und das Meer" zeigt die Faszination, die das Meer auf Manet sein ganzes Leben hindurch gehabt hat. Ursprünglich wollte Manet eine Laufbahn in der Marine einschlagen. Seine Seestücke hat er wie die Impressionisten im Freien gemalt. Aber im Unterschied zu ihnen wählte er viel dunklere Farben, z.B. intensives Türkis und zeigte einen überaus kraftvollen Duktus. Oft machte er vor Ort nur Studien und Skizzen, die er dann im Atelier malerisch umsetzte. Am liebsten malte Manet Porträts und Stillleben. Die Ausstellung präsentiert von beiden beeindruckende Beispiele. Beeinflusst von der spanischen Malerei des 17. Jh. - im Zuge der "Spanienmode" in Frankreich - schuf der Künstler verschiedene Porträts: Dort zeigt er einerseits sein malerisches Können bei der fast altmeisterlichen Darstellung individueller Persönlichkeiten, andererseits verblüffen bei einigen Porträts die ungewöhnliche Gestaltung des Hintergrunds, aus dem nur das Gesicht hell hervorleuchtet mit oft rätselhaftem Blick, sowie scheinbar unfertig gebliebene Bildbereiche.

"Die Reiterin"

Da Manet aus großbürgerlichem Hause stammte, hatte er nie finanzielle Probleme. Statt sich darum zu bemühen, Würdenträger oder Berühmtheiten zu porträtieren, konnte er es sich leisten, nur Kollegen und Freunde abzubilden. Übrigens malte er gern starke Frauen wie z.B. "Die Reiterin", die den Ausstellungsflyer ziert, oder das Porträt von Berthe Morisot.

Im Raum mit den Stillleben Manets - sie machen einen Anteil von 20% im Werk des Künstlers aus - wurde uns durch den Kontrast zu Stillleben von Zeitgenossen (z.B. Latour) sofort die Modernität Manets klar. Ihm ging es nicht um die photographisch genaue Abbildung, wozu er durchaus in der Lage war, sondern er komponierte Farbflächen und Linienführung nach seinen Vorstellungen. Manet empfand die Photographie nie als Konkurrenz wie viele seiner Zeitgenossen. Sie war für ihn Hilfsmittel.

Wir erlebten Manet auch als Maler, der kritisch Stellung nahm: Er war überzeugter Republikaner und stand Napoleon III. und dem Kaisertum sehr kritisch gegenüber. Viele seiner Bilder zeigen die bürgerliche Gesellschaft seiner Zeit in typischen Situationen und an typischen Orten, z.B. Pferderennen, Café. Wenn mehrere Personen beteiligt sind, wird öfter ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen den Dargestellten sichtbar.

"Frau mit Krug"


Interessant war auch, zu erfahren, dass Manet, der mit vielen Impressionisten befreundet war, sich nie an ihren Ausstellungen beteiligen wollte. Dr. Finckh sagt: "Manet war führender Impressionist, ohne einer sein zu wollen." Ihm ging es darum, sich in den Salons, den offiziellen, vom Staat ausgerichteten jährlichen Kunstausstellungen, mit seinen avantgardistischen Bildern durchzusetzen. Für ihn war der Salon ein "Kampfplatz". Manet war ein Einzelgänger, er lässt sich einfach nicht in eine bestimmte Schublade stecken. Unsere Führerin berichtete, er habe einmal sinngemäß gesagt: "Ich male das, was ich selbst sehe, und nicht das, was andere sehen wollen."

Unsere Führung endete mit einigen wunderschönen kleinformatigen Landschaftsbildern, die ganz impressionistisch in hellen, lichten Farben gemalt sind. Manet hat sie kurz vor seinem Tod geschaffen, als er schon sehr leidend war.

Wir waren alle sehr beeindruckt von der Begegnung mit diesem großen Maler des 19. Jahrhunderts. Es war schön, vertraute Bilder wiederzusehen, und es war spannend, Neuentdeckungen zu machen.
Im Museumsrestaurant "Muluru" war anschließend Gelegenheit, uns zu stärken und unsere Eindrücke auszutauschen.

 

 

Bürgerreise zur Partnerstadt Marly-le-Roi

vom 30. September - 3. Oktober 2017


Am 30. September starteten frühmorgens 45 Leichlinger Bürger/innen zur großen Reise nach Marly-le-Roi.

Unterwegs war in Belgien die Besichtigung von Dinant geplant, einer kleinen mittelalterlichen Stadt an der Grenze zu Frankreich. Das Städtchen war der Geburtsort von Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxophones. Auf den Straßen waren viele Saxophon-Skulpturen in verschiedenen Größen und Farben zu sehen.

Die Weiterfahrt nach Marly verzögerte sich durch viele Staus um Paris beträchtlich, was aber der herzlichen Begrüßung durch unsere Gastgeber am späten Abend keinen Abbruch tat.

Den Sonntag verbrachten die Gäste mit ihren Gastgebern. Am Abend trafen sich alle im Festsaal von Marly. Dort gaben der Chor Color aus Leichlingen unter der Leitung von Gaby Mühlbauer sowie der Gospelchor von Marly ein Konzert. Zunächst sangen die beiden Chöre mehrere Lieder getrennt und dann gemeinsam. Dadurch wurde auch musikalisch der Gedanke der Jumelage vertreten. Es war eine sehr gelungene Vorstellung der beiden Chöre.

Am nächsten Tag führte uns ein Ausflug nach Senlis, einem mittelalterlichen Städtchen, in dem schon viele Filme gedreht wurden.
Ein Besuch in der Abbaye Royale de Chaalis ermöglichte uns die Teilnahme an einem workshop über die Parfumherstellung. Bei der Riechprobe mit 24 verschiedenen Gerüchen waren nur sehr wenige Teilnehmer/innen erfolgreich.

Am letzten Tag wurde dann zur Vernissage der Künstler/in Riccarda Menger und Roland Pfennigstorf geladen. Es war eine schöne und gelungene Vernissage, die musikalisch sehr schön umrahmt wurde von Hannelore Palm und Ulrich Priebus. Zum Abschluss nahm die Gruppe ein rustikales Mittagessen im Zelt neben der Markthalle von Marly ein.

Es waren wieder interessante Tage in Marly, geprägt von herzlicher Freundschaft und Offenheit füreinander.

Sybille Schmidt

Das Saxophone - Symbol der Stadt Dinant
Blick von der Zitadelle auf die Stadt Dinant
Kathedrale von Senlis
Der Jumelage-Chor (Chor Color, Leichlingen und Gospelchor, Marly-le-Roi
Abbaye de Chaalis
Traditionelles Picknick auf der Rückfahrt

Fotos: Heidi Brandl

 

 

 

Der Freundeskreis Marly bedankt sich sehr herzlich bei der

Leichlingen-Stiftung der Kreissparkasse Köln

für die großzügige Unterstützung