Freundeskreis Marly-le-Roi

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Info-Blatt vom November 2017 (bitte anklicken)

 

Termine 2018

 

Datum

 

Uhrzeit

 

Ereignis


Donnerstag, 15. November (Terminänderung!)

19:00


Table Ronde im "11 B"

 

Kulturreise des Freundeskreises Marly nach Lyon und Aix-les Bains
von Sybille Schmidt, Fotos: Günter Bölts

Vom 4. -10. September 2018 ging es nach Frankreich in die Städte Aix-les-Bains und Lyon.
Frohgemut flogen 19 deutsche Teilnehmer/innen unter der bewährten Leitung von Dr. Hermann Brandl von Düsseldorf nach Lyon. Dort trafen wir auf 15 Marlychois und wie üblich war die Wiedersehensfreude groß.

Unser langjähriger Chauffeur und Freund Charly fuhr uns nun alle mit dem Bus weiter, zunächst nach Aix-les-Bains. Von dort aus haben wir die Umgebung erkundet. Begleitet wurden wir von der Fremdenführerin Veronique, die uns im Bus in deutscher und französischer Sprache über die geschichtlichen und kulturellen Hintergründe informiert hat.


Wir sind durch die traumhaft schöne Altstadt von Annecy geschlendert und haben am Nachmittag eine Bootsfahrt über den Lac d'Annecy gemacht.

Spannend war auch die Besichtigung des Glocken-Museums Paccard. Die Erklärung zu der Glockenherstellung wurde mit Filmen verdeutlicht. Das Unternehmen befindet sich seit Jahrhunderten in Familienbesitz und wir konnten den Stolz und die Freude an der Arbeit spüren.

Aix-les-Bains haben wir am nächsten Tag erkundet. Wir haben die schon etwas müde gewordenen aber immer noch eleganten Badeanlagen besichtigt und natürlich das Casino. Das hatte schon was! Früher haben hier Herzöge und Könige Erholung gesucht. Das Casino ist sehr elegant und wenn wir uns auch nicht an den Roulette-Tisch gewagt haben, so durften wir doch dort in stilvoller Umgebung ein sehr leckeres Mittagessen einnehmen.
Am Nachmittag fuhren wir mit dem Boot über den Lac Bourget zum Zisterzienser-Kloster "Abbaye d'Hautecombe". Sehr eindrucksvoll.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Chambery in Savoyen, eine schöne alte Stadt, wo wir überall den italienischen Einfluss sehen konnten.

 


Am Nachmittag tauchten wir mit dem Besuch von Pérouges ins tiefe Mittelalter ein. Kaum etwas hat sich verändert seit der Gründung des Städtchens im 16. Jahrhundert. Wir sind eifrig über das alte Kopfsteinpflaster marschiert, um all die kleinen Gässchen mit den liebevoll begrünten Häuschen zu sehen.

Nun verbrachten wir noch drei Tage in Lyon: der Blick vom Berg Fourvière war atemberaubend, die Besichtigungen der Cathedrale und des Museums "Confluence" ein besonderes Erlebnis.

 

Der Besuch der Markthalle in Lyon, in der früher der berühmte Koch Paul Bocuse einkaufte, ließ uns staunen ob der Präsentation und Frische der angebotenen Delikatessen und machte Hunger auf den Besuch eines "Bouchon", ein typisches Lokal in Lyon.

Am Sonntag sind wir in das Viertel der Seidenweber gefahren. Die Verwendung von Seide in früheren Jahrhunderten hat die Stadt reich und berühmt gemacht. Wir besuchten eine der noch zwei verbliebenen Seidenwebereien. Wir waren fasziniert von den schönen Mustern und trotz sehr hoher Preise wurden eifrig "Weihnachtsgeschenke" gekauft.

Zurück zum Bus ging es steil hinunter durch die "Traboules", kleine versteckte Gäschen, durch die die Weber ihre Waren zu den Kunden gebracht haben, die aber auch während des Krieges als Versteck dienten.

Ein Besuch im Museum der schönen Künste rundete den Besuch ab.

Eigentlich wollten wir dann an nächsten Nachmittag etwas müde von all den Besichtigungen, einfach von Lyon zurückfliegen. Aber das Schicksal wollte es anders: wir kamen am Flughafen an und lasen auf allen Anzeigetafeln: "Annullé", gestrichen! Ein Verwirrter war mit dem Auto auf das Rollfeld gefahren und alle Flüge waren seit dem Vormittag gestrichen worden!
Nun begann für Hermann eine eifrige Recherche, wie wir denn nun heimkommen könnten! Mit viel Ausdauer gelang es ihm, unsere 19 Flüge auf einen späteren Flug umzubuchen.
Um Mitternacht kamen wir dann endlich wieder zu Hause an. Wieder einmal hatte sich das Rheinische Grundgesetz bewährt: "Et hätt noch emmer joot jejange".

Wir danken Hermann sehr herzlich für die gute Betreuung während der Hin- und Rückreise! Er hat eine Menge Schwierigkeiten für uns aus dem Weg geräumt!

Im Ganzen können wir sagen: es war wieder eine sehr schöne Reise, wir wurden von Wärme und herrlichem Sonnenschein verwöhnt. Wir haben viel gesehen und erfahren und wie immer hatten wir viel Spaß mit unseren französischen Freunden bei unseren "Tafelrunden" am Mittag und Abend.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Bruno Cronier für die Organisation dieser schönen Tage in Frankreich.

Vive l'amitié franco-allemande!
Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!+

 

 

Besuch von 41 Marlychois in Leichlingen

Der Besuch unserer Freunde aus der Partnerstadt Marly-le-Roi vom 10. bis 13. Mai 2018 verlief bei weitgehend strahlendem Sonnenschein sehr harmonisch.
Die Gäste trudelten am Donnerstag zeitig am Bürgerhaus ein und wurden nach dem ersten großen "Kusskuss" in die Familien verteilt.

Am Freitag starteten Gäste und Gastgeber mit zwei Bussen zum Ausflug nach Bad Münstereifel, genannt das "Rheinische Rothenburg". Führungen in deutscher und französischer Sprache brachten uns die Geschichte der Stadt näher: im Jahre 830 wurde das Kloster "Neumünster" gegründet. Die Übertragung der Reliquien von Chrysanthus und Daria von Rom nach Münstereifel bewirkte eine rege Wallfahrt, die Handwerker, Kaufleute und andere Gewerbe dazu veranlaßte, sich vor den Mauern des Klosters anzusiedeln. Die Stadt erhielt bald Zoll- Münz- und Marktrechte und gehörte zum Herzogtum Jülich. Häufig wurde die Stadt von Seuchen und Überschwemmungen heimgesucht und hatte unter Kriegen sehr zu leiden.

Nach der französischen Revolution nahmen die Franzosen der Stadt fast alle Recht, die Zünfte wurden abgeschafft, die Stadt verarmte. Im 20. Jahrhundert entdeckten weitsichtige Bürger, dass man den Fremdenverkehr mit der schönen Landschaft, dem günstigen Klima und dem romantischen Flair erschließen könne; 1929 wurde das Kneipp-Kurhaus eröffnet und seit 1967 durfte sich das Städtchen "Bad Münstereifel" nennen. - Durch die Eröffnung eines "Outlets", deren Geschäfte sehr hübsch in das Stadtbild eingefügt wurden, hat die Stadt eine weitere Attraktion zu bieten, die auch von unseren Gästen nach dem Mittagessen gerne genutzt wurden.

 

  Am Nachmittag fuhr die Gruppe dann mit den Bussen weiter nach Effelsberg zum Radioteleskop, das mit 100 m Durchmesser lange zu den größten Teleskopen überhaupt gehörte. Herr Dr. Junkers führte uns anschaulich, gut verständlich und sehr interessant in "himmlische" Sphären. Bei den Dimensionen des Weltalls wurde uns bewußt, wie klein und und unbedeutend unsere Erde mit ihren Problemen ist. Dr. Brandl übersetzte für die französischen Gäste. Für alle Teilnehmer war dieser Vortrag sehr spannend.

 

Am Samstag, dem Familientag, schwärmten Gäste und Gastgeber zu verschiedenen Zielen aus. Eine größere Gruppe traf sich zu einer Führung in der Championzucht von Peter Marseille. Peter erläuterte zunächst die Familiengeschichte; anders als von den Gästen - dem Namen nach zu schließen - erwartet, kam die Familie im 12. Jahrhundert aus Ostpreußen in die Gegend. Es war ein schwerer Weg, bis die jetztige Pilzzucht aufgebaut war und wir staunten, wie genau Temperatur, Substrat, Düngung und viele andere Dinge beachtet werden müssen, um die Pilze ernten zu können. Bei leckeren Verkostungen zeigte uns Peter noch die ausgefallenen Pilzsorten und betonte mit viel Humor all die guten gesundheitlichen Wirkungen der Pilze. Der Besuch in der Championszucht hat allen Besuchern viel Freude gemacht und wir haben viel Interessantes über die Welt der Pilze erfahren.

Am Abend trafen sich dann alle im festlich geschmückten Saal vom "Landhotel Lohmann" zum "Geselligen Abend" wieder. Die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Erika Horsthemke begrüßte die Gäste und die Vorsitzende des Freudeskreises, Sybille Schmidt, bedankte sich beim Bürgermeister, Heidrun Glage und der Leichlingen Stiftung der Kreissparkasse Köln für die finanzielle Unterstützung und bei den deutschen Gastgebern für die freundliche Ausnahme der Gäste und das große Engagement während des Besuches. Ein leckeres Büffet und viele nette Gespräche unter Freunden trugen zum Gelingen des Abends bei.

Am Sonntag schloß dann die sehr gelungene Vernissage der Künstlerinnen Lois Pougnet und Frédérique Lewis das Programm ab, siehe untenstehender Bericht.
Anschließend trafen sich alle Gäste und Gastgeber zum "Büffet der Gastgeber"; die Gastgeber brachten ihre besonderen Spezialitäten und alle genossen die Vielfalt und Köstlichkeit der angebotenen Dinge. Ein ganz herzlicher Dank an alle Gastgeber/innen!

Um 14 Uhr gab es wie immer das große "Abschieds-Kusskuss", leider im strömenden Regen!
Die Freunde aus Marly kamen ohne Stau zurück nach Marly und wir bekamen schon viele positive Rückmeldungen! Die gemeinsamen Tage haben allen Beteiligten viel Freude gemacht - im nächsten Jahr sehen wir uns wieder in Marly!

 

 

 

 

25 Jahre Freundeskreis Marly-le-Roi

Vorstand wiedergewählt

von links: Wolfgang Brudes, Heidrun Glage, Sybille Schmidt, Maja Momm, Dr. Hermann Brandl (abwesend: Wicze Braun)

Bei der Mitgliederversammlung am 13.03.2018 wurde der Vorstand des Vereins einstimmig wiedergewählt:
Sybille Schmidt als 1. Vorsitzende , Dr. Hermann Brandl als 2. Vorsitzender, Maja Momm als Kassiererin, Wicze Braun und Wolfgang Brudes als Beisitzer für Kunst und Kultur, Heidrun Glage als Beisitzerin der Stadt Leichlingen. Seniorenvertreterin bleibt Friederike Wohlfahrt.

Vom 10. - 13. Mai 2018 werden fünfzig Gäste aus Marly erwartet. Geplant ist ein Ausflug nach Bad Münstereifel mit Besichtigung des alten Städtchens und ein Vortrag im Radioteleskop in Bad Effelsberg; Besichtigung des "SinnesWaldes" und der Pilzzucht Peter Marseille, ein "Bunter Abend" sowie die Vernissage der Ausstellung der Künstlerinnen Frédérique Lewis und Lois Pougnet aus Marly. Zum Abschluß des Besuches gibt es das beliebte "Buffet der Gastgeber". Fast alle Gäste werden privat untergebracht.

In diesem Jahr feiert der "Freundeskreis Marly-le-Roi" das 25jährige Jubiläum.

Die Städtepartnerschaft mit Marly-le-Roi wurde 1964 gegründet.
In den ersten knapp 30 Jahren wurden die Begegnungen der Bürger/innen der Partnerstädte von der Stadt Leichlingen organisiert. 1993 wurden dann, bedingt durch eine finanzielle Notlage der Stadt, die Städtepartnerschaftsvereine Henley-Club und Freundeskreis Marly gegründet. Die Vereine haben von nun an die Organisation und weitgehend die Finanzierung der Begegnungen übernommen, werden aber weiterhin ideell und finanziell von der Stadt Leichlingen, Heidrun Glage (Vorsitzende des Arbeitskreises Städtepartnerschaften) und Bürgermeister Frank Steffes unterstützt, wofür wir uns sehr herzlich bedanken.

Während all dieser Jahre hatten wir viele interessante Begegnungen mit Menschen aus der Partnerstadt mit den jährlichen Bürgerreisen und den Kulturreisen. - Während der 4tägigen Bürgerbegegnungen sind alle Teilnehmer privat untergebracht. Die sprachliche Verständigung ist natürlich immer wieder eine Herausforderung, wird aber mit Hilfe von Händen und Füßen, Fantasie und viel Spaß gemeistert. Auf Ausflügen lernen wir Umgebung, Geschichte und Kultur der Partnerstadt kennen. Was haben wir schon gestaunt über die Pracht der französischen Schlösser mit ihren wunderschönen Gärten! Seit dem Jahr 2000 ist der Bürgerreise eine Vernissage angeschlossen, während der Künstler/innen der Partnerstädte ihre Werke vorstellen. Diese Ausstellungen (organisiert von Wicze Braun und Wolfgang Brudes) sind eine Bereicherung der Begegnungen. Und natürlich darf die Geselligkeit nicht fehlen mit Freunden, die sich nun schon lange kennen und schätzen.

Die ca. einwöchigen deutsch-französischen Kulturreisen (organisiert vom 2. Vorsitzenden Dr. Hermann Brandl und Bruno Cronier auf franz. Seite) in die Partnerländer vermitteln einen intensiven Einblick in Kultur und Natur des Partnerlandes - erlebt in schöner Gemeinschaft der Bürger/innen von Marly und Leichlingen.

Veranstaltungen im "Freundeskreis Marly" festigen den Zusammenhalt der Vereinsmitglieder; wir sind ein gutes und aktives Team, das mit Freude zusammen arbeitet für unser gemeinsames Ziel: freundschaftliche Kontakte zu pflegen mit Bürgern unserer Partnerstadt und damit zu einem friedlichen, toleranten und geeinten Europa beizutragen.


 

Neujahrsempfang des Freundeskreises

am 28. Januar 2018

Viele Mitglieder des Freundeskreises Marly und einige Gäste versammelten sich wieder traditionsgemäß Ende Januar im Bürgerhaus zu einer lockeren Runde. Die Veranstaltung wurde sehr schön musikalisch untermalt von den jungen Künstlern Gerrit Schneider (Gesang) und Marc Pütz (Klavier).

Eine leckeres Buffet sorgte für das leibliche Wohl.

 

Die Vorsitzende Sybille Schmidt informierte über die geplanten Aktivitäten im Jahr 2018, wobei zunächst der Besuch aus der Partnerstadt Marly-le-Roi ansteht.

Es liegen schon 50 Anmeldungen aus Marly vor.

 


 

Freundeskreis Marly bei Manet

von Dr. Lore Mütze Lelleik

Am 14.12.2017 um 10.15 Uhr starteten 20 Kunstfreunde bei eisigem Wind auf dem Bahnhof Leichlingen zur Fahrt nach Wuppertal. Unser Ziel war die Manet-Ausstellung im "Von der Heydt-Museum". Wuppertal empfing uns …mit Regen. Glücklicherweise ist der Weg vom Bahnhof zum Museum nur kurz und der vorweihnachtliche Lichterglanz in der Fußgängerzone ließ uns das Wetter vergessen.
Das Museum möchte einen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers vermitteln. Es erwies sich bei der Vorbereitung als sinnvoll, die Ausstellung nicht chronologisch aufzubauen, sondern die Gemälde auf 11 Räume unter jeweils für den Künstler typischen Themen zu verteilen. Von den insgesamt 450 Gemälden, die Manet in seinem kurzen Leben geschaffen hat, werden 10% - also 45 - gezeigt. Wegen der Empfindlichkeit der Leihgaben und der immensen Versicherungssummen, die ein Transport gekostet hätte, sind zwei berühmte Bilder nur als Kopie zu sehen. Um manche Bilder aus Museen oder Privatsammlungen mußte wohl regelrecht gekämpft werden.

Als Einstieg in die Ausstellung bot sich uns ein Film an, der in einem Nebenraum in Permanenz läuft. Darin erklärt der Museumsleiter Herr Dr. Finckh die Konzeption der Ausstellung und weist auf Schwerpunkte hin.

Um 11.30 Uhr erwartete uns unsere Führerin Frau Dr. Thomas-Netik und versorgte uns mit den Audio-Geräten. In der nächsten Stunde gelang es ihr durch geschickte Auswahl der Exponate, die charakteristischen Wesenszüge der Künstlerpersönlichkeit Manet deutlich zu machen. Im Raum der "Skandale", in dem "das Frühstück im Grünen" als Kopie und die "Olympia" - ebenfalls als Kopie - hängen, erfuhren wir, dass 1863 das erste und 1865 das zweite Bild in der Öffentlichkeit als "schamverletzend" und "skandalös" empfunden wurden. Nackte Frauen wurden gern als Nixen, Nymphen oder unirdische Wesen dargestellt. Aber eine junge, hübsche Frau, die völlig ungeniert nackt mit zwei schick gekleideten Herren auf einer Wiese picknickt, das war obszön. Auf die selbstbewusst blickende Olympia wären damals die Herren mit Zylinder und Monokel am liebsten mit Stöcken losgegangen.

Der Raum "Manet und das Meer" zeigt die Faszination, die das Meer auf Manet sein ganzes Leben hindurch gehabt hat. Ursprünglich wollte Manet eine Laufbahn in der Marine einschlagen. Seine Seestücke hat er wie die Impressionisten im Freien gemalt. Aber im Unterschied zu ihnen wählte er viel dunklere Farben, z.B. intensives Türkis und zeigte einen überaus kraftvollen Duktus. Oft machte er vor Ort nur Studien und Skizzen, die er dann im Atelier malerisch umsetzte. Am liebsten malte Manet Porträts und Stillleben. Die Ausstellung präsentiert von beiden beeindruckende Beispiele. Beeinflusst von der spanischen Malerei des 17. Jh. - im Zuge der "Spanienmode" in Frankreich - schuf der Künstler verschiedene Porträts: Dort zeigt er einerseits sein malerisches Können bei der fast altmeisterlichen Darstellung individueller Persönlichkeiten, andererseits verblüffen bei einigen Porträts die ungewöhnliche Gestaltung des Hintergrunds, aus dem nur das Gesicht hell hervorleuchtet mit oft rätselhaftem Blick, sowie scheinbar unfertig gebliebene Bildbereiche.

"Die Reiterin"

Da Manet aus großbürgerlichem Hause stammte, hatte er nie finanzielle Probleme. Statt sich darum zu bemühen, Würdenträger oder Berühmtheiten zu porträtieren, konnte er es sich leisten, nur Kollegen und Freunde abzubilden. Übrigens malte er gern starke Frauen wie z.B. "Die Reiterin", die den Ausstellungsflyer ziert, oder das Porträt von Berthe Morisot.

Im Raum mit den Stillleben Manets - sie machen einen Anteil von 20% im Werk des Künstlers aus - wurde uns durch den Kontrast zu Stillleben von Zeitgenossen (z.B. Latour) sofort die Modernität Manets klar. Ihm ging es nicht um die photographisch genaue Abbildung, wozu er durchaus in der Lage war, sondern er komponierte Farbflächen und Linienführung nach seinen Vorstellungen. Manet empfand die Photographie nie als Konkurrenz wie viele seiner Zeitgenossen. Sie war für ihn Hilfsmittel.

Wir erlebten Manet auch als Maler, der kritisch Stellung nahm: Er war überzeugter Republikaner und stand Napoleon III. und dem Kaisertum sehr kritisch gegenüber. Viele seiner Bilder zeigen die bürgerliche Gesellschaft seiner Zeit in typischen Situationen und an typischen Orten, z.B. Pferderennen, Café. Wenn mehrere Personen beteiligt sind, wird öfter ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen den Dargestellten sichtbar.

"Frau mit Krug"


Interessant war auch, zu erfahren, dass Manet, der mit vielen Impressionisten befreundet war, sich nie an ihren Ausstellungen beteiligen wollte. Dr. Finckh sagt: "Manet war führender Impressionist, ohne einer sein zu wollen." Ihm ging es darum, sich in den Salons, den offiziellen, vom Staat ausgerichteten jährlichen Kunstausstellungen, mit seinen avantgardistischen Bildern durchzusetzen. Für ihn war der Salon ein "Kampfplatz". Manet war ein Einzelgänger, er lässt sich einfach nicht in eine bestimmte Schublade stecken. Unsere Führerin berichtete, er habe einmal sinngemäß gesagt: "Ich male das, was ich selbst sehe, und nicht das, was andere sehen wollen."

Unsere Führung endete mit einigen wunderschönen kleinformatigen Landschaftsbildern, die ganz impressionistisch in hellen, lichten Farben gemalt sind. Manet hat sie kurz vor seinem Tod geschaffen, als er schon sehr leidend war.

Wir waren alle sehr beeindruckt von der Begegnung mit diesem großen Maler des 19. Jahrhunderts. Es war schön, vertraute Bilder wiederzusehen, und es war spannend, Neuentdeckungen zu machen.
Im Museumsrestaurant "Muluru" war anschließend Gelegenheit, uns zu stärken und unsere Eindrücke auszutauschen.

 

Der Freundeskreis Marly bedankt sich sehr herzlich bei der

Leichlingen-Stiftung der Kreissparkasse Köln

für die großzügige Unterstützung